Jurastudenten jubeln: Erste Staatsexamina erfolgreich bestanden!
Am 3. Juli 2026 wurde an der Europa-Universität Viadrina die Feier zur erfolgreichen Absolvierung des ersten Staatsexamens sowie des deutsch-polnischen Jurastudiums zelebriert. Diese festliche Veranstaltung bot den Absolvent:innen die Gelegenheit, sich für ihre Leistungen zu feiern und die Hürden des Studiums zu reflektieren. Unter den Anwesenden waren nicht nur die frischgebackenen Jurist:innen, sondern auch Familienmitglieder, Freunde und Lehrende, die diese bedeutenden Schritte ihrer Schützlinge unterstützen wollten. Wie europa-uni.de berichtet, ermutigte Dekan Prof. Dr. Benjamin Lahusen die Absolvent:innen explizit, den Moment zu genießen und am darauffolgenden Sonntag zur Ruhe zu kommen. In seiner Ansprache betonte er die Verantwortung, die diese junge Generation an Jurist:innen für den Rechtsstaat und die Demokratie tragen wird.
Stellvertretend für alle Alumni sprachen Emely Strobel und Luca Jung über ihre Erfahrungen und die Herausforderungen, die sie während der Coronazeit zu bewältigen hatten. Strobel hanebte die intensiven Anstrengungen hervor, die hinter ihrem Abschluss stehen, und äußerte ihren Stolz auf das Erreichte. Jung nutzte die Gelegenheit, um den Freund:innen, Familien und der Fakultät für die unermüdliche Unterstützung zu danken und hob die persönliche Atmosphäre und den Zugang zu den Lehrenden als besonders positiv hervor.
Reformen der juristischen Ausbildung
Aktuell steht die juristische Ausbildung in Deutschland im Fokus von Reformdiskussionen. Dr. Carl-Wendelin Neubert fordert umfassende Veränderungen, um die Ausbildungsqualität zu verbessern und mehr Menschen für juristische Berufe zu gewinnen. Im Rahmen des Bündnisses „iur.reform“ wurden zahlreiche Vorschläge zusammengetragen, die darauf abzielen, die Anforderungen an Studierende nicht zu senken, aber die Rahmenbedingungen zu optimieren. Dabei wird auch der Einsatz von
digitalen Lehrformaten diskutiert, um juristische Inhalte ansprechend und zeitgemäß zu gestalten.
Eine hervorzuhebende Herausforderung ist das Korrektursystem der Staatsexamina, welches als fehleranfällig gilt. Eine mögliche Lösung könnte die Einführung einer verdeckten Zweitkorrektur sein, die von vielen Fachexperten befürwortet wird. Auch die Bedeutung eines regelmäßigen Monitorings der Studienbedingungen wird immer wieder betont, um die Ausbildungsstandards stetig im Blick zu behalten.
Studie zeigt Reformbedarf auf
Eine umfangreiche Studie von iur.reform hat unlängst alarmierende Trends in der Ausbildung von Jurist:innen aufgezeigt. Durch Befragungen von über 11.000 Teilnehmenden aus verschiedenen juristischen Bereichen stellte die Studie fest, dass 52% der Befragten unzufrieden mit der derzeitigen Ausbildung sind. Dabei machen die Studierenden mit 43% den größten Anteil der Befragten aus.
Ein Sechs-Punkte-Sofortprogramm benennt erste Schritte zur Verbesserung der Ausbildung, darunter die Einführung unabhängiger Zweitkorrekturen und neuer Prüfungsformate. Zudem wird ein stärkeres Augenmerk auf die Digitalisierung gelegt, die selbst als persönlicher Tutor einige Vorteile mit sich bringen könnte. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf der Vermittlung von Wissen, sondern auch auf der emotionalen Entlastung der Studierenden. Der Vorschlag zur Gründung eines Dialogforums, „Akademie Loccum 2.0“, soll alle beteiligten Akteure zusammenbringen, um eine zukunftsorientierte und qualitativ hochwertige juristische Ausbildung zu entwickeln.
In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen in der juristischen Ausbildung wird deutlich: Es gilt, einen gemeinsamen Weg zu finden, um die nächsten Generationen von Jurist:innen optimal auf ihre wichtige Rolle in der Gesellschaft vorzubereiten.
