Am Campus der Europa-Universität Flensburg fand am 24. Juni 2026 die Abschlusstagung des Projekts „Referenzperson für schulisches Handeln im Kontext sexuellen Kindesmissbrauchs“ (RPSKM) statt. Rund 70 Teilnehmer:innen aus der Schulpraxis, der Forschung und der Fachöffentlichkeit kamen zusammen, um über zentrale Ergebnisse der Projektarbeit zu diskutieren. Ziel war es, Schulen als Schutzorte gegen sexuelle Gewalt zu stärken. uni-flensburg.de berichtet, dass das Eröffnungsreferat von Prof. Dr. Simone Pülschen gehalten wurde, die wichtige Impulse zur Prävention in Schulen gab.

In ihrem Vortrag stellte Pülschen aktuelle Prävalenzdaten vor und betonte den Handlungsbedarf an Schulen. Es wurde auf die nachweislich positiven Effekte von Präventionsangeboten und schulischen Schutzkonzepten hingewiesen, welche das Wissen und das Wohlbefinden der Schüler:innen fördern. Zudem äußerte Pülschen Besorgnis über die Unsicherheiten von Lehrkräften im Umgang mit sexueller Bildung und Verdachtsfällen.

Fortbildung und Workshops zur Prävention

Das Programm der Tagung umfasste auch diverse Fortbildungsangebote, wie beispielsweise eine viertägige Zusatzausbildung zur Referenzperson sowie Materialien des RPSKM und ViContact. Die Kooperation mit IQSH zur Fortführung dieser Zusatzausbildung wurde ebenfalls vorgestellt. Nach dem Mittagessen fanden Workshops statt, die verschiedene Facetten der Prävention beleuchteten.

  • „Prävention – eine Frage der Haltung!“ – Dr. Christina Mieruch, fokussierte auf die Bedeutung einer aktiven präventiven Haltung im pädagogischen Alltag.
  • „ECHT präventiv: wieso, weshalb, warum?“ – Jennifer Peters vom PETZE-Institut, vermittelte Hintergrundwissen zu sexualisierter Gewalt und stellte praxisnahe Materialien vor.
  • „Sexueller Missbrauch verwächst sich nicht!“ – Mitglieder des Betroffenennetzwerks Blinkfüür e.V., berichteten von persönlichen Erfahrungen mit sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend.

Ein Marktplatz zum Vernetzen bei Kaffee und Kuchen bildete den gemütlichen Abschluss der Tagung, bei dem die Teilnehmer:innen die Gelegenheit hatten, Kontakte zu knüpfen und vertiefte Gespräche zu führen.

Der Kontext der Schulprävention

Schulen sind zentrale Orte für den Kinderschutz, wie auch das Portal „Schule gegen sexuelle Gewalt“ unterstreicht. Es bietet umfassende Informationen und Hilfestellungen zum Schutz vor sexueller Gewalt, denn nahezu alle Kinder und Jugendlichen erreichen Schulen. Aktiver Kinderschutz wirkt sich positiv auf die schulische Leistung aus, da Gewalt das Risiko für schulischen Misserfolg erhöht. schule-gegen-sexuelle-gewalt.de erklärt, dass schulische Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt Missbrauch verhindern sollen und betroffenen Schüler:innen Hilfe anbieten.

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Fachportale, die in Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder entwickelt wurden, unterstützen Schulen bei der Erstellung und Umsetzung von Schutzkonzepten. Auf diesen Portalen finden sich umfassende Informationen über das Handlungsfeld sowie spezifische Angebote und Regelungen für die Bundesländer, die darauf abzielen, die Schulen weiter in ihrem Engagement für einen sicheren Ort zu bestärken.

Insgesamt zeigt die Abschlusstagung, wie wichtig die Verzahnung von Forschung, Fortbildung und Praxis im schulischen Kinderschutz ist, um eine wirksame Prävention von sexualisierter Gewalt sicherzustellen und die Schullandschaft zu einem noch sichereren Umfeld für alle Schülerinnen und Schüler zu machen.