In Frankfurt wird es ab Ende April eine spannende Veranstaltungsreihe geben, die der Beziehung zwischen dominantem und kritischem Wissen gewidmet ist. Die Reihe trägt den Titel *Contact Zones: Aushandlung und Übersetzung von Wissen unter Bedingungen von Ungleichheit*. Organisiert werden die Veranstaltungen von den Cornelia Goethe Colloquien an der Goethe-Universität Frankfurt, wobei der Fokus auf Machtverhältnissen und gesellschaftlichen Kontexten liegt. Besondere Beachtung findet der Begriff der Übersetzung als Metapheraustausch verschiedener Wissensformen und Erfahrungen. Die Reihe startet mit einem Gespräch über den einflussreichen Schriftsteller und Bürgerrechtsaktivisten James Baldwin am 29. April 2026 um 18:15 Uhr. In diesem Gespräch werden René Aguigah, Autor der ersten deutschsprachigen Monografie über Baldwin, und Miriam Mandelkow, die die Werke Baldwins ins Deutsche übersetzt hat, in die Tiefe gehen. Die Moderation übernimmt ein Doppel aus Prof. Bettina Kleiner und Prof. Christiane Thompson.

Die Veranstaltungen finden im Festsaal der Goethe-Universität, Casino, Raum 823, statt, und die Teilnahme ist kostenfrei. Neben dem Eröffnungstermin am 29. April sind bereits weitere Termine geplant: Am 13. Mai wird Juno Grenz über die Themen Bildung und epistemische Grenzziehungen sprechen. Besonders spannend wird der 10. Juni, wenn Ruth Sonderegger und Marina Martinez Mateo über Philosophie und Rassismus diskutieren. Denn das Thema ist keineswegs von gestern, es betrifft uns alle.

James Baldwin: Ein Leben für die Literatur und die Rechte der Menschen

James Baldwin, 1924 in Harlem geboren, gehört zu den prägendsten Stimmen des 20. Jahrhunderts. Aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen, geprägt von Armut und Diskriminierung, entwickelte er schon früh ein ausgeprägtes Schreiben, das seine Kindheitserfahrungen und seine Ablehnung gegenüber den religiösen Normen seiner Jugend widerspiegelt. Sein Debütroman, *Go Tell It on the Mountain*, erschien 1953 und gilt als Schlüsselwerk, das autobiografische Elemente verarbeitet. Über die Jahre hat Baldwin sich intensiv mit Themen von Rassismus, Homosexualität und gesellschaftlicher Ungleichheit auseinandergesetzt.

Nach einem Aufbruch nach Paris im Jahr 1948, um dem in den USA herrschenden Rassismus und der Homophobie zu entkommen, veröffentlichte er einige der einflussreichsten Werke seiner Zeit, wie *Giovanni’s Room* (1956), das sich mit der Thematik der homosexuellen Liebe befasst. Baldwins Schaffen ist nicht nur literarisch geprägt, sondern auch stark politisch engagiert. In den 1960er Jahren war er aktiv in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und brachte in seinem Essay *The Fire Next Time* aus dem Jahr 1962 bewegende gesellschaftliche Analysen zu Papier.

Würdigung und Aktualität seiner Werke

Nun, anlässlich Baldwins 100. Geburtstag im Jahr 2024, erscheinen seine Werke in neuen Übersetzungen und Aufmachungen, veröffentlicht unter anderem von Miriam Mandelkow. Zu den Neuerscheinungen zählen zwei besondere Titel: *Wie lange, sag mir, ist der Zug schon fort* und *Kein Name bleibt ihm weit und breit*. Somit bleibt Baldwins Literatur nicht nur relevant, sondern wird auch einem neuen Publikum nähergebracht.

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In der kommenden Veranstaltungsreihe in Frankfurt wird die Relevanz Baldwins besonders deutlich, und es wird sich zeigen, wie seine Themen auch heute noch in den Diskurs um Rasse, Sexualität und Identität eingreifen. Für Interessierte und Engagierte bietet sich hier die Möglichkeit, tiefer in die Gedankenwelt eines der wichtigsten Schriftsteller des letzten Jahrhunderts einzutauchen.

Für weitere Informationen steht Dr. Johanna Leinius vom Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung an der Goethe-Universität zur Verfügung.

Weitere Details zur Veranstaltungsreihe sind online zu finden. Informationen zu Baldwins Leben und Werk finden sich in der ausführlichen Biografie auf Wikipedia oder in den neuesten Analysen auf Literaturreich.