Hoch oben im Schwarzwald steht ein Haus, das gerade selbst zum Erzählen beginnt: Das Uni-Haus auf dem Schauinsland wurde 1934 von der Universität Freiburg im Schwarzwaldstil errichtet. Auf etwa 1.100 Metern Höhe diente es früher als Fachschaftshaus für Seminare und Hüttenwochenenden. Seit 2020 steht der Betrieb still, ein neues Nutzungskonzept gibt es bislang nicht.

Vom 18. Oktober bis 29. November 2026 wird dort die Ausstellung „HAUSerzählt?! Geschichte und Zukunft des Uni-Hauses auf dem Schauinsland“ gezeigt. Eröffnet wird sie bereits am 17. Oktober 2026 um 11 Uhr mit einer Vernissage. Die Eröffnung übernehmen der Prorektor für Studium und Lehre, Michael Schwarze, und die Kanzlerin Christina Leib.

Ein Haus als Ausstellungsstück

Die Ausstellung behandelt Geschichte, Gegenwart und mögliche Zukunft des Hauses. Zu sehen sind unterschiedliche Perspektiven, Szenarien und Entwürfe – eine fertige Lösung für die weitere Nutzung wird ausdrücklich nicht präsentiert. Stattdessen lädt die Schau dazu ein, über die zukünftige Entwicklung des Uni-Hauses nachzudenken und sich mit diesem universitären Ort auseinanderzusetzen.

Entstanden ist das Projekt unter der Leitung der Empirischen Kulturwissenschaft der Universität Freiburg im interdisziplinären Lehr-Lernprojekt „Uni-Haus Freiburg – ein Co-Creation-Lernlabor“. In die Ausstellung fließen Ergebnisse aus Betriebswissenschaft, Technik, Kulturwissenschaft und Architektur ein. Historische Recherchen und Erinnerungen stehen neben Nutzungs- und Betriebsszenarien, Energie- und Infrastrukturkonzepten sowie architektonischen Entwürfen zur Weiterentwicklung des Hauses.

Dabei ist das Gebäude nicht bloß die Hülle für die Ausstellung, sondern selbst ein Teil davon. Räume, Materialien und Nutzungsspuren werden mit den studentischen Arbeiten verknüpft. Studierende der Empirischen Kulturwissenschaft haben einen kuratorischen Rundgang durch das Haus entwickelt; verschiedene Stationen bringen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander in Beziehung. Man geht also nicht einfach von Bild zu Bild, sondern durch ein Gebäude, dessen Wände und Gebrauchsspuren mitreden.

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Offene Fragen statt fertiger Plan

Auch die universitäre Webseite betont, dass die Ausstellung keine endgültige Lösung für das Uni-Haus vorlegt. Sichtbar werden vielmehr verschiedene Perspektiven, Szenarien und Entwürfe. Die weitere Entwicklung bleibt damit offen – vielleicht passt das zu einem Haus, dessen Betrieb seit Jahren ruht und dessen Zukunft bislang nicht festgelegt ist.

Die Ausstellung ist samstags und sonntags jeweils von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Veranstalterin ist die Universität Freiburg. Erreichbar ist das Uni-Haus unter anderem mit der Schauinslandbahn und einem etwa 20-minütigen Fußweg. Barrierefrei ist das Haus nicht.

Wer am 17. Oktober zur Vernissage hinaufgeht, findet dort also nicht nur historische Informationen über ein Gebäude aus dem Jahr 1934. Zwischen alten Materialien, Nutzungsspuren und neuen Entwürfen wird auch die Frage verhandelt, was aus dem Haus auf dem Schauinsland werden könnte – ohne dass am Ende schon alles festgezurrt wäre.