Freiburg/Stuttgart – Serkan Eren sitzt im Iran fest. Der Gründer der Stuttgarter Hilfsorganisation „Stelp“ war für eine Hilfsmission in das Land gereist und konnte es vor einem Jahr nicht wieder verlassen. Nun wurde er dort offenbar zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Der Iran-Experte Tim Epkenhans von der Universität Freiburg schätzt, dass Eren vom iranischen Regime als diplomatisches Druckmittel eingesetzt wird. Der Fall könnte damit ein Beispiel für sogenannte „Geiseldiplomatie“ sein. Wie Eren freikommen könnte, ist die zentrale Frage – konkrete Angaben zum Haftgrund, zu möglichen Verhandlungen oder zu einem Weg aus der Haft liegen im bereitgestellten Text allerdings nicht vor.

Ein Stuttgarter Helfer im iranischen Gefängnis

Eren ist Gründer der Stuttgarter Hilfsorganisation „Stelp“ und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Seine Reise in den Iran hatte einen humanitären Anlass: eine Hilfsmission. Dass er anschließend nicht wieder ausreisen konnte und nun offenbar zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde, macht den Fall auch über Stuttgart hinaus aufmerksamkeitsstark.

Weitere Einzelheiten sind im vorliegenden Text wegen einer Zugangsbeschränkung zum Artikel nicht enthalten. Mehr lässt sich daraus derzeit nicht belastbar ableiten – auch wenn bei solchen Nachrichten natürlich sofort viele Fragen im Raum stehen.

Warnungen vor Reisen in den Iran

Der Blick auf ähnliche Fälle erklärt, warum Menschenrechtsorganisationen und Behörden vor Reisen in den Iran warnen. Das österreichische Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, kurz BMEIA, rät vom Reisen in den Iran ab, besonders Menschen mit österreichisch-iranischer Doppelstaatsbürgerschaft.

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Österreichische Staatsbürgerinnen könnten dort laut BMEIA willkürlich festgenommen, verhört oder zu langen Haftstrafen verurteilt werden. In jüngster Vergangenheit waren demnach zahlreiche ausländische Staatsangehörige betroffen. Weitere Hinweise enthält die Reisewarnung des BMEIA.

Das Evin-Gefängnis als Symbol

Im Evin-Gefängnis in Teheran waren unter anderem die Österreicher Kamran Ghaderi und Massud Mossaheb inhaftiert. Dort werden auch Menschenrechtsverteidigerinnen, Andersdenkende sowie Personen festgehalten, die wegen ihrer Teilnahme an landesweiten Protesten inhaftiert wurden.

Das Gefängnis ist für den Einsatz rechtswidriger Gewalt durch Sicherheitskräfte bekannt. Öffentlich gewordene Überwachungsvideos zeigen Misshandlungen von Gefangenen: Schläge, sexuelle Belästigung sowie vorsätzliche Vernachlässigung und Misshandlung pflegebedürftiger Menschen. Das sind keine Randnotizen, sondern Bilder, die sich festsetzen.

Amnesty International analysierte im August 2021 insgesamt 16 geleakte Videoclips unabhängiger iranischer Medien. Die Aufnahmen stützten laut Amnesty frühere Berichte über Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung. Sie wiesen außerdem auf chronische Überbelegung und Einzelhaft unter grausamen und unmenschlichen Haftbedingungen hin.

Offizielle Angaben zur Zahl der Inhaftierten gibt es wegen fehlender Transparenz nicht. Menschenrechtsgruppen schätzen, dass sich einige Tausend Menschen im Evin-Gefängnis befinden. Schon vor den aktuellen landesweiten Protesten wurden dort Hunderte gewaltlose politische Gefangene und andere Menschen willkürlich festgehalten, weil sie friedlich ihre Menschenrechte wahrgenommen hatten.

Der Artikel von Michael Scheifele erschien am 25. September 2026 um 11:36 Uhr. Die Einschätzung von Tim Epkenhans kommt dabei aus Freiburg – und lässt die entscheidende Frage offen, die Angehörige, Unterstützer*innen und Beobachter umtreibt: Wie kann Serkan Eren freikommen?