Am 14. Juli 2026 feiert das Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) sein 20-jähriges Bestehen. Gegründet im Jahr 2006 an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), hat sich das Zentrum auf interdisziplinäre Forschung und Lehre zu östlichem Europa spezialisiert. Im Rahmen eines Festaktes im Alexander-von-Humboldt-Gästehaus sind am Jubiläumstag zahlreiche Gäste versammelt, darunter der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels sowie Vertreter nationaler und internationaler Partnerinstitutionen, JLU-Mitglieder und internationale Studierende.

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung ist der Festvortrag von Prof. Dr. Martin Schulze Wessel von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er beleuchtet die Geschichte der Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine seit dem 19. Jahrhundert. Grußworte von der JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz und JLU-Vizepräsidentin Prof. Dr. Wencke Gwozdz runden die Feier ab. Minister Gremmels hebt die Relevanz des GiZo in einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen und Herausforderungen hervor, insbesondere im Kontext der Desinformation.

Interkulturelle Zusammenarbeit im Fokus

Als Teil des DAAD-geförderten Deutsch-Ukrainischen Hochschulnetzwerks (DUHN) zeigt sich das GiZo besonders engagiert in der Unterstützung ukrainischer Hochschulen, die durch den Angriffskrieg Russlands stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es ist laut Berichten der Giessener Anzeiger entscheidend, dass die Justus-Liebig-Universität Gießen etwa 800.000 Euro Förderung für das Netzwerk erhält. Dieses dient der nachhaltigen Unterstützung des ukrainischen Hochschulsektors und bündelt eine Vielzahl an Projekten, die von Tandemseminaren bis hin zu neuen englischsprachigen Master-Studiengängen reichen.

Die JLU hat in den letzten Jahren über 500 ukrainische Studierende, Forschende und Lehrende aufgenommen, trotz der schwierigen Umstände vor Ort. Es ist ein starkes Zeichen der Solidarität mit den Partnerinstitutionen in Kiew, wie der Nationalen Universität Kiew-Mohyla-Akademie (NaUKMA) und dem Igor Sikorsky Polytechnischen Institut.

Ein Blick in die Zukunft

Mit dem Masterstudiengang „Interdisziplinäre Studien zum Östlichen Europa“, der seit 2007 in Gießen angeboten wird und seit 2021 auch in englischer Sprache verfügbar ist, wird die internationale Zusammenarbeit weiter gefördert. Neuerdings wird im Rahmen des DUHN sogar ein Double Degree „Ukraine in Europe“ mit der Universität Kyiv ins Leben gerufen. Diese Programme zielen darauf ab, kritisches Denken, interkulturelle Kompetenz und wissenschaftliche Neugier zu unterstützen.

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Der Auf- und Ausbau an Kooperationen ist nicht nur ein einseitiger Unterstützungsakt. Vielmehr wird darauf geachtet, dass die Partnerschaften auf langfristige und nachhaltige Weise entstehen. Die DAAD fördert die Entwicklung des Deutsch-Ukrainischen Hochschulnetzwerks, um die Integration der Ukraine in den europäischen Hochschulraum zu unterstützen und einen nachhaltigen Wiederaufbau des Hochschulsektors zu ermöglichen.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Band „Mala Isbushka“, die mit ihrer Darbietung einen kulturellen Beitrag leistete. Die Veranstaltung verdeutlicht eindrücklich, dass das GiZo nicht nur ein regionalwissenschaftliches Forschungs- und Lehrzentrum ist, sondern auch ein Knotenpunkt der internationalen Zusammenarbeit und des interkulturellen Austausches.