Im Rahmen der anstehenden Wahlen an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ergibt sich ein spannendes Bild der modernen Wahltechnik. Laut uni-giessen.de finden im Sommersemester 2026 Wahlen zum Senat sowie zu den Fachbereichsräten statt. Die Amtszeit der neu gewählten Mitglieder beginnt bereits am 1. Oktober 2026.

Zusätzlich zu den Wahlen für den Senat stehen auch die Wahlen zum Studierendenparlament, zu den Fachschaftsräten und zum Hilfskräfterat auf dem Programm. Alle Gremienwahlen werden als Online-Wahlen durchgeführt, was eine sehr zeitgemäße Entscheidung ist. Interessierte können ihre Stimmen bis zum 22. Juni 2026 um 16 Uhr abgeben, wobei zuvor die Briefwahl bis zum 18. Mai 2026 beantragt werden konnte.

Technik und Teilnahme

Die Anmeldung zur Online-Wahl erfordert lediglich die HRZ-Benutzerkennung und das X.500/Netzpasswort. Dabei bestehen die Wähler und Wählerinnen des Senats aus neun Professoren, drei Studierenden, drei wissenschaftlichen und zwei administrativ-technischen Mitgliedern. Entscheidend ist, dass die Wahl der Senatsmitglieder bei mehreren Vorschlagslisten nach dem Verhältniswahlverfahren erfolgt, während bei einem einzigen Wahlvorschlag die Mehrheitswahl zum Tragen kommt. Wahlberechtigt sind alle Studierenden, die im Wählerverzeichnis eingetragen sind, gemäß der Wahlordnung der JLU und dem Hessischen Hochschulgesetz.

Die Online-Wahl bietet nicht nur Bequemlichkeit, sondern auch eine Vielzahl von Vorteilen. So wird laut den Informationen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) durch den Einsatz digitaler Abstimmungsmöglichkeiten eine barrierefreie Teilnahme gefördert. Dies ermöglicht den Wählenden eine Stimmabgabe über Smartphones, Notebooks oder Computer und kann dazu beitragen, die Wahlbeteiligung zu erhöhen.

Den Herausforderungen begegnen

Natürlich geht mit der Digitalisierung auch eine Verantwortung einher. Die Sicherheits- und Transparenzfragen bleiben nicht unbeachtet. Bereits durchgeführte Onlinewahlen, wie die Onlinesozialwahl 2023 oder die Wahlen zu Gleichstellungsbeauftragten, zeigen, dass es auf technischer Ebene höchste Anforderungen an die Systeme gibt. Um diese Herausforderungen sicher zu meistern, hat das BSI zahlreiche Projekte zur Analyse und Entwicklung von Online-Wahlprozessen ins Leben gerufen.

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Ein gutes Beispiel für die Umsetzung von Onlinewahlen im Hochschulbereich ist das System uniWAHL OWS, das für hochsichere, elektronische Wahlen an Hochschulen konzipiert wurde. Dieses System ist eine Open-Source-Lösung, die sowohl Online-, Brief- als auch Urnenwahlen kombiniert, sodass den Bedürfnissen der Hochschulen entsprochen werden kann. Das BSI hat nicht nur technische Richtlinien veröffentlicht, sondern auch ein Austauschforum für Experten eingerichtet, um den Dialog zu fördern und Innovationen voranzutreiben.

Mit der anstehenden Wahlperiode kommt frischer Wind in die Gremienlandschaft der JLU. Die Nutzung moderner Technik könnte nicht nur das Wählen erleichtern, sondern auch eine neue Ära der studentischen Mitbestimmung an Hochschulen einläuten, die den Wählerinnen und Wählern mehr Flexibilität und Zugänglichkeit bietet. Bleibt abzuwarten, wie sich dieses digitale Experiment auf die Wahlbeteiligung auswirken wird.