Jubiläum an der Solar System School: 250. Doktorin erforscht Europa!
Am 6. Juli 2026 wird die Erfolgsgeschichte der Graduiertenschule „Solar System School“ mit der Verteidigung der Dissertation von Ilse de Langen um ein weiteres Kapitel bereichert. Als 250. Absolventin hat sie ihre Doktorarbeit abgeschlossen, die sich mit den faszinierenden Magnetfeldern und elektrischen Strömen im geheimnisvollen unterirdischen Ozean des Jupitermondes Europa beschäftigt. Diese Schule ist ein gemeinsames Projekt des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung, der Universität Göttingen und der TU Braunschweig, die bereits seit 24 Jahren angehende Wissenschaftler:innen zur Promotion führen.
Die „Solar System School“ ist besonders attraktiv. Jährlich bewerben sich etwa 200 Studierende aus der ganzen Welt um einen Platz, von denen knapp 35 aktuell promovieren, wobei 45 Prozent Frauen sind. Die Promovierenden beschäftigen sich mit spannenden Themen aus den Bereichen Astrophysik, Geowissenschaften und Instrumentenbau. In Ilse de Langens Dissertation stehen die Grundlagen für die anstehenden Missionen Europa Clipper und JUICE, die beide zwischen 2030 und 2031 die erdähnliche Umgebung und das Potenzial für Leben auf Europa erforschen werden.
Die Geheimnisse Europas unter der Eiskruste
Was macht Europa so besonders? Der unterirdische Ozean, der sich unter einer 20 Kilometer dicken Eisschicht verbirgt, könnte die Bedingungen für die Entstehung von Leben bieten. Die Forschung von Ilse de Langen beleuchtet, wie das Magnetfeld des Jupiters die magnetischen Bedingungen auf Europa beeinflusst und elektrische Ströme im Ozean induziert. Ihre theoretische Beschreibung und die am Computer durchgeführten Simulationen werden entscheidend sein, um die Messungen des Magnetfeldes nach dem Eintreffen der NASA-Raumsonde Europa Clipper zu entschlüsseln.
Die Raumsonde, die am 14. Oktober 2024 gestartet wurde, wird auf einem langgezogenen Orbit um Jupiter fliegen und insgesamt 49 Vorbeiflüge an Europa durchführen. Diese Vorbeiflüge finden in Abständen von 2700 bis 25 km statt, was ein enges Monitoring der chemischen Elemente und geochemischen Energiequellen im Ozean ermöglicht. Frühere Missionen, wie etwa Pioneer 10 und Galileos umfassende Erkundungen, haben bereits wichtige Daten geliefert, doch die Europa Clipper-Mission könnte entscheidende neue Erkenntnisse bringen, die über die Fähigkeit zur Unterstützung von Leben auf Europa Aufschluss geben.
Die Technik hinter der Mission
Europa Clipper wird mit einer Vielzahl von hochmodernen Instrumenten ausgestattet sein, um die Oberfläche und den Ozean Europas eingehend zu untersuchen. Dazu gehören Radar, spektroskopische Geräte und Imager, die darauf ausgelegt sind, die geologischen Aktivitäten und die physikalischen Eigenschaften der Eiskruste zu analysieren. Die Mission besteht aus mehreren Segmenten, die so geplant sind, dass sie optimale Lichtverhältnisse für die Beobachtungen schaffen.
Zusammengefasst: Die Forschungsanstrengungen rund um die „Solar System School“, Ilse de Langens Dissertation und die aufregenden bevorstehenden Missionen Europa Clipper und JUICE zeigen einmal mehr, wie wichtig und spannend die Erforschung des Sonnensystems ist. Diese wissenschaftlichen Initiativen könnten die Schlüssel zur Beantwortung grundlegender Fragen über das Leben außerhalb der Erde in sich tragen.
