Künstliche Intelligenz rettet Kaffeeernte: Göttingen forscht in Kolumbien!
Die Herausforderungen der Landwirtschaft im Angesicht des Klimawandels sind enorm. Doch ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat mit dem Projekt „Can AI technologies increase farmer’s resilience to climate change? Impact evaluation of Croppie“ einen vielversprechenden Ansatz entwickelt, um Kaffee-Bauern in Kolumbien zu unterstützen. Laut der Universität Göttingen erhält das Projekt einen „Climate Change AI Innovation Grant“ in Höhe von rund 129.000 Euro (150.000 US-Dollar) für ein Jahr. Mithilfe der KI-App „Croppie“ sollen Kleinbauern gezielt bei der Planung ihrer Erträge und der Finanzen unterstützt werden.
Die App nutzt KI-gestützte Bilderkennung zur Analyse von Kaffeepflanzen. Agrarier können durch das Hochladen von Fotos schätzen, wie viele Kaffeekirschen an ihren Pflanzen hängen. Eine präzise Planung der Ernten ist für die Kleinbauern von entscheidender Bedeutung, insbesondere in einer sich verändernden Klimalandschaft. Bäuerinnen und Bauern erhalten durch Croppie nicht nur eine Einschätzung ihrer Erträge, sondern auch agronomische Beratung per SMS, die ihnen hilft, fundierte Entscheidungen zu treffen. Laut der Initiative Rottenberg belegen Daten von 2020 bis 2022, dass 2.392 Kleinbauern aus Kolumbien und Peru ihre Ernteerwartungen mit der App genau anpassen konnten.
Erweiterung auf Uganda
Eine spannende Weiterentwicklung des Projekts fand 2022 statt. Die GIZ-Initiative FAIR Forward begann, Croppie auf Uganda auszudehnen. In Zusammenarbeit mit dem ugandischen Agrartechnologieunternehmen M-Omulimisa wurden bereits 359 Bäuerinnen und Bauern aktiv, die über 1.121 Bilder einreichten. Diese engagierte Datensammlung trägt dazu bei, die KI von Croppie weiter zu trainieren, was die Genauigkeit der Vorhersagen im lokalen Kontext deutlich verbessert. Die Kombination aus KI-Technologie und lokalem Wissen hat sich als Schlüssel zur Verbesserung der Entscheidungsfindung in der Kaffeeproduktion erwiesen.
In diesem Zusammenhang hat auch die Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, ein positives Signal gegeben. Deutschland belegt aktuell den zweiten Platz bei Agrar-Patenten, nur hinter den USA. Die Innovationskraft in der deutschen Landwirtschaft wird fortlaufend gefördert, insbesondere durch Maßnahmen des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Durch die Unterstützung nachhaltiger, digitaler und KI-basierter Anwendungen sollen innovative Projekte in der Agrarwirtschaft vorangetrieben werden.
Im Zuge der Digitalisierung nimmt auch der Einsatz von Dronen und anderen digitalisierten Verfahren zu, die den Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln reduzieren. Dies alles geschieht, um die Effizienz in der Landwirtschaft zu steigern und gleichzeitig umweltschonendere praktische Lösungen zu finden. Der Aufbau eines Datensatzes zur Bewertung des Potenzials digitaler Werkzeuge in einkommensschwachen Regionen ist ein weiteres wichtiges Ziel der Göttinger Forscher.
Zusammengefasst zeigt das Projekt „Croppie“ nicht nur, wie KI-Technologie die Resilienz von Kleinbauern stärken kann, sondern es hebt auch hervor, dass die Synergie zwischen traditionellem Wissen und modernster Technologie innovative Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels hervorbringen kann. Die nächsten Schritte in der Forschung und Anwendung dieser Technologie sind gespannt abzuwarten.
Für weitere Informationen können Sie Universität Göttingen, BMZ Digital und BMLEH besuchen.
