Feuchtgebiete stehen im Fokus einer bemerkenswerten Studie, die neue Erkenntnisse über ihre Bedeutung für den Klimaschutz liefert. Vor allem Moore, als bedeutende Kohlenstoffspeicher, spielen eine zentrale Rolle. In einer umfassenden Untersuchung hat eine internationale Forschungsgruppe eine hochauflösende Karte der natürlichen und naturnahen Feuchtgebiete Europas erstellt. Daran beteiligt sind auch der Sonderforschungsbereich WETSCAPES2.0 der Universität Greifswald sowie das Greifswald Moor Centrum (GMC). Die Ergebnisse dieser Studie wurden in der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Die Karte dokumentiert nicht nur die Kohlenstoffspeicherfähigkeit der Feuchtgebiete, sondern gibt auch Aufschluss über den Grad der menschlichen Beeinträchtigung und zeigt Anhaltspunkte, wo Wiederherstellungsmaßnahmen am effektivsten sein könnten. Über die Hälfte der ursprünglichen Fläche europäischer Feuchtgebiete ist mittlerweile durch Landwirtschaft, Entwässerung und Rohstoffgewinnung verloren gegangen. Zudem ist ein Fünftel der verbleibenden Flächen erheblich beeinträchtigt.

Rückkehr zu naturnahen Ökosystemen

Deutschland hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um den Zustand seiner Feuchtgebiete zu verbessern. Bis 2030 sollen mindestens 30 Prozent der geschädigten Flächen im Rahmen der EU-Regelungen wiederhergestellt werden. Der Bedarf in Deutschland wird erstmalig auf rund 106.000 Hektar naturnaher Feuchtgebiete geschätzt, um dieser Herausforderung gerecht zu werden. Bundesumweltministerin Steffi Lemke bekräftigte die Relevanz dieser Ökosysteme für den Klimaschutz und die Anpassung an die Klimakrise.

Die Nationale Moorschutzstrategie hat das Ziel, intakte Moore zu schützen und entwässerte Flächen nachhaltig zu bewirtschaften. Diese Strategie wird unterstützt durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz, das zahlreiche Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ökosysteme fördert. BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm hebt hervor, dass Feuchtgebiete stark gefährdet sind, und dass Deutschland aktiv ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung durch verschiedene Initiativen vorantreibt.

Internationale Zusammenarbeit für den Moorschutz

Im Rahmen der Ramsar-Konvention engagiert sich Deutschland bei internationalen Bemühungen, Feuchtgebiete besser zu schützen. Das Land beteiligt sich an der Danube WILDisland Ramsar-Regionalinitiative, die „wilde Inseln“ in der Donau-Region schützt, und fördert den Moorschutz in zehn Ländern auf verschiedenen Kontinenten. Zusätzlich wird ein Jugendvertreter ernannt, um das Bewusstsein für Feuchtgebiete bei der jungen Generation zu stärken.

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Moore nehmen nicht nur eine Schlüsselrolle im natürlichen Kohlenstoffhaushalt ein, indem sie bis zu einem Drittel des globalen Bodenkohlenstoffs speichern, sondern sie tragen auch entscheidend zum Wasserkreislauf bei. Sie fungieren als natürliche Wasserfilter und mindern das Risiko von Überschwemmungen. Jedoch stehen diese wertvollen Ökosysteme durch Landnutzungsänderungen und den Klimawandel unter Druck. Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) wird der Erhalt naturnaher Moore zudem als eine der Prioritäten genannt.

Angesichts dieser Herausforderungen ist eine koordinierte und engagierte Anstrengung auf nationaler und internationaler Ebene notwendig. Feuchtgebiete sind nicht nur international wichtig für Klimaziele, sondern auch für die Zukunft von Millionen von Menschen, die auf diese Naturräume angewiesen sind. Besonders vor dem Hintergrund der nächsten Vertragsstaatenkonferenz der Ramsar-Konvention, die von 23. bis 31. Juli 2025 in Simbabwe stattfindet, ist dies ein drängendes Thema.

Mit der Einführung neuer Strategien und der Stärkung des Bewusstseins für die Bedeutung von Feuchtgebieten zeigt Deutschland, dass der Weg zum Schutz dieser sensiblen Ökosysteme begonnen wurde und angepasst werden muss, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Weitere Informationen über diese wichtigen Initiativen finden Sie bei Uni Greifswald, BfN und IKI.