Die Stadt Güstrow wird in den kommenden Wochen zu einer ungewöhnlichen Ausstellungshalle: Vom 15. Juli bis 5. August 2026 verwandeln Studierende des Caspar-David-Friedrich-Instituts (CDFI) der Universität Greifswald insgesamt 25 Litfaßsäulen, Großplakat- und LED-Flächen in eine Plattform für zeitgenössische Kunst. Das Projekt trägt den Namen „Kunst und Öffentlichkeit“ und überrascht mit einem spannenden Konzept, das alltägliche Werbeflächen in Orte kreativen Ausdrucks verwandelt. Die Universität Greifswald berichtet, dass die Ausstellung unter der Leitung von Prof. Rozbeh Asmani im Rahmen eines Seminars für Neue Medien und angewandte Grafik sowie einem Kompaktseminar zum Thema „Billboards & Columns“ entstanden ist.

Die künstlerischen Arbeiten beschäftigen sich mit persönlichen, gesellschaftlichen und ästhetischen Fragestellungen. Ein zentrales Ziel ist es, die Sehgewohnheiten der Passanten zu hinterfragen und den öffentlichen Raum neu wahrzunehmen. „Wir wollen bewusst irritieren und kontroverse Diskussionen anstoßen“, erklärt Prof. Asmani. Dabei ist es nicht nur eine Frage nach der Funktion von Werbeflächen, sondern auch eine Einladung zur Reflexion über Kunst im Alltag. Studierende wie Elisabeth Holländer und Leonie Arndt betonen die Zugänglichkeit der Kunst im öffentlichen Raum und die Möglichkeit, vielen Menschen wichtige Botschaften zu vermitteln.

Öffentliche Kunst als Dialogangebot

Die Ausstellung soll nicht nur Kunst präsentieren, sondern auch als Ort des Austauschs fungieren. „Es geht darum, Fragen zu stellen und Diskussionen anzuregen“, sagt Dr. Alessa Paluch, eine Kunsthistorikerin, die die Verantwortung der Studierenden in der öffentlichen Kommunikation hervorhebt. Die offizielle Projektvorstellung findet am 15. Juli 2026 im Güstrower Rathaus statt. Projektpartner sind die Werbeagentur Wosch und die Großformatdruckerei Nordplakat.

Das Vorhaben in Güstrow reiht sich in eine größere Bewegung zur Nutzung von Litfaßsäulen als Kunstträger ein. In Köln beispielsweise läuft seit 2019 das erfolgreiche Projekt „Kunst an Kölner Litfaßsäulen“, das bis 2029 eine kontinuierliche Präsentation neuer Werke ermöglicht. Diese Initiative ist ein Ergebnis einer Kooperation zwischen der Kunsthochschule für Medien Köln und weiteren Partnern. Hier haben Künstler*innen die Möglichkeit, speziell für diese Flächen entwickelte Arbeiten zu präsentieren, was zeigt, dass der öffentliche Raum eine große Bühne für zeitgenössische Kunst bietet.AIC Cologne unterstützt diese Entwicklung und belegt, wie bereichernd Kunst im Alltag sein kann.