Blutspende im neuen theater Halle: Ein Pieks kann bis zu drei Leben retten
Heute, am 3. Oktober 2026, lässt sich im neuen theater in Halle nicht nur Kultur erleben: Am 5. Oktober veranstalten die Universitätsmedizin Halle, ihr Blutspendedienst und die Bühnen Halle gemeinsam eine Blutspendeaktion. Von 9:30 bis 13:30 Uhr steht dafür das Foyer des neuen theaters offen. Der Eingang befindet sich am Universitätsplatz 4.
Eine Blutspende dauert ungefähr 30 bis 60 Minuten. Laut den Veranstaltern kann sie bis zu drei Leben retten und dabei helfen, die Versorgung der Patientinnen und Patienten der Universitätsmedizin Halle mit Blutprodukten zu sichern. Als Dankeschön gibt es eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro und einen Snack – nach dem Pieks also erst einmal etwas essen.
Was Spenderinnen und Spender mitbringen sollten
Teilnehmen können Menschen in gutem Gesundheitszustand, die mindestens 50 Kilogramm wiegen und deren letzte Vollblutspende mindestens acht Wochen zurückliegt. Vorher sollte ausreichend gegessen und etwa 1,5 Liter getrunken werden. Alkohol und sehr fettreiches Essen gehören dagegen nicht auf den Speiseplan. Ein gültiges Ausweisdokument im Original ist erforderlich.
Grundsätzlich kommen gesunde Erwachsene ab 18 Jahren mit einem Körpergewicht über 50 Kilogramm für eine Blutspende infrage. Nach der Anmeldung werden persönliche Daten aufgenommen und ein Gesundheitsfragebogen ausgefüllt. Es folgen eine Untersuchung, die Messung des Hämoglobinwerts aus einem Tropfen Blut sowie Kontrollen von Blutdruck, Puls und Körpertemperatur. Kurz vor der Spende ist außerdem ein vertraulicher Selbstausschluss möglich, falls das Blut später nicht verwendet werden soll.
Vorübergehend zurückgestellt werden kann unter anderem nach Infektionen, Operationen, während Schwangerschaft und Stillzeit, bei risikoreichem Sexualverhalten, niedrigem Hämoglobinwert oder schlechtem Gesundheitszustand. Nach einer SARS-CoV-2-Infektion gilt eine Frist von vier Wochen nach vollständiger Genesung, bei einem unkomplizierten Infekt eine Woche. Nach Operationen hängt die Wartezeit vom Eingriff ab. Während der Schwangerschaft und sechs Monate danach sowie während der Stillzeit ist keine Spende möglich; bei risikoreichem Sexualverhalten gelten vier bis zwölf Monate.
Ausgeschlossen ist eine Blutspende in der Regel bei schweren Herz- und Gefäßerkrankungen, bestimmten Erkrankungen des Nervensystems, Blutgerinnungsstörungen, chronischen Erkrankungen von Nieren, Lunge oder Verdauungssystem sowie bei schweren Immun- oder Stoffwechselstörungen, Krebs, insulinbehandeltem Diabetes, HIV oder Syphilis. Das gilt auch bei Drogenkonsum oder missbräuchlicher Medikamenteneinnahme.
Vom halben Liter Blut bis zum Medikament
In Deutschland werden täglich etwa 15.000 Blutspenden gebraucht – für Erkrankte, Unfallopfer und Operationen. Blutbestandteile lassen sich nicht künstlich herstellen. Spenderblut wird für Transfusionen und Eingriffe eingesetzt, aber auch zur Herstellung lebenswichtiger Medikamente.
Bei einer Vollblutspende werden etwa 500 Milliliter Blut in fünf bis zehn Minuten aus der Armvene entnommen. Der gesamte Termin dauert ungefähr eine Stunde; später wird das Blut in seine Bestandteile getrennt. Frauen können etwa alle drei Monate, Männer etwa alle zwei Monate spenden. Maximal sind vier Spenden jährlich bei Frauen und sechs bei Männern möglich.
Es gibt daneben die Plasmaspende, bei der Plasma herausgefiltert und die übrigen Blutbestandteile in den Körper zurückgeführt werden. Der Termin dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden. Plasma besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser und enthält unter anderem Proteine für Immunabwehr und Blutgerinnung, aus denen Medikamente hergestellt werden.
Bei der Thrombozytenspende werden Blutplättchen gewonnen. Sie helfen bei der Gerinnung, etwa bei Krebserkrankungen, nach Unfällen oder Operationen. Thrombozyten sind nur vier Tage verwendbar und müssen zur Blutgruppe sowie teilweise zu HLA-Merkmalen passen. Auch dieser Termin dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden. Bei Plasma- und Thrombozytenspenden trennt ein Zellseparator die benötigten Bestandteile ab; der übrige Teil des Blutes fließt zurück. Der Vorgang selbst dauert etwa 30 bis 90 Minuten.
Eine weitere Möglichkeit ist die Eigenblutspende: Vor einer planbaren Operation kann Patientinnen und Patienten fünf bis sieben Wochen vorher Blut entnommen und für den eigenen Eingriff aufbewahrt werden. Dafür braucht es einen guten Gesundheitszustand und genügend zeitlichen Abstand; entschieden wird ärztlich.
Im Labor werden Blutproben auf HIV und andere Krankheitserreger untersucht, außerdem bestimmt man Blutgruppe und Rhesusfaktor. Geeignetes Blut wird zentrifugiert und in Plasma, Thrombozyten, rote Blutkörperchen und weiße Blutkörperchen getrennt. Plasma wird bei minus 30 bis minus 40 Grad eingefroren. Daraus gewinnt man unter anderem Abwehrstoffe und Gerinnungsfaktoren, ein Teil wird als therapeutisches Plasma verwendet.
Thrombozyten müssen während der Lagerung bewegt und innerhalb von vier Tagen eingesetzt werden. Rote Blutkörperchen kommen bei starkem Blutverlust, großen Operationen oder Störungen ihrer körpereigenen Bildung zum Einsatz; sie werden stabilisiert und gekühlt gelagert. Die wenigen weißen Blutkörperchen, die etwa zwei Prozent des Vollbluts ausmachen, entfernt man aus Blutkonserven. Für therapeutische Zwecke werden größere Mengen durch Apherese gewonnen.
Nach der Spende: kurz sitzen bleiben
Nach der Blutabnahme sollte man mindestens 30 Minuten ruhen, essen und trinken. Anstrengende oder bei Schwäche gefährliche Tätigkeiten sind am restlichen Tag keine gute Idee. Möglich sind Kreislaufprobleme durch Blutdruckabfall, von Schwindel bis zur seltenen Bewusstlosigkeit. Ausreichendes Trinken verringert das Risiko. Auch Übelkeit, selten Erbrechen, Schmerzen oder Blutergüsse an der Einstichstelle sowie örtliche Entzündungen können auftreten.
Eine Schädigung von Hautnerven und länger anhaltende Beeinträchtigungen sind sehr selten, aber nicht vollständig ausgeschlossen. Bei einer Plasmaspende kann ein gerinnungshemmendes Mittel vorübergehend Kribbeln an Fingern, Zunge, Mund oder Zehen auslösen. Für alle Spenden wird steriles Einwegmaterial verwendet; eine Infektion über das Entnahmeverfahren ist dadurch ausgeschlossen.
Regelmäßige Spenderinnen und Spender lassen Blutdruck, Hämoglobinwert, Körpertemperatur und bestimmte Krankheitserregerkontrollen wiederholt überprüfen. Sie erhalten einen Blutspenderpass mit Blutgruppe und Rhesusfaktor, was bei Unfällen oder Notoperationen hilfreich sein kann. Manche berichten nach der Spende von einem positiven Gefühl, dem sogenannten „Warm Glow“. Und je nach Blutspendedienst warten Verpflegung und eine Aufwandsentschädigung.
Blutspende am Universitätsklinikum
Das Universitätsklinikum Halle (Saale) wirbt ebenfalls um Blutspender. Die Blutspende ist dort in der Ernst-Grube-Straße 40, 06120 Halle (Saale), möglich – außer an gesetzlichen Feiertagen, Heiligabend und Silvester zu folgenden Zeiten: montags von 10:00 bis 14:00 Uhr, dienstags von 12:00 bis 19:00 Uhr, donnerstags von 11:00 bis 18:00 Uhr, freitags von 07:00 bis 14:00 Uhr und samstags von 09:00 bis 12:00 Uhr, jeweils jeden letzten Samstag im Monat.
Für Fragen zur Blutspende ist das Team unter 0345 557 5656 oder per E-Mail an blutspende@uk-halle.de erreichbar. Termine für Thrombozytenspenden werden unter 0345 557 5625 vereinbart. Auf der Klinikseite gibt es außerdem Blutspendetermine, Blutspendeaktionen, Informationen für Spendende und zur Transfusionsmedizin, eine Vorstellung des Blutspendenteams sowie Hinweise zum Imbiss für Spendende.
Blutspenden sind unter anderem an Universitätskliniken, Krankenhäusern und bei Blutspendediensten möglich. Geeignete Stellen lassen sich über die Suche der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finden. Für die Aktion im neuen theater bleibt es bei einem überschaubaren Zeitfenster: 5. Oktober, 9:30 bis 13:30 Uhr, Universitätsplatz 4.
