Teddybärkrankenhaus der Universität Halle lindert spielerisch die Angst vor Arztbesuchen
Wenn der Teddybär Schnupfen hat oder der Kuschelhase vom Bett gefallen ist, wird es im November in Halle wieder ernst: Das Teddybärkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg öffnet zum 23. Mal seine Türen. Studierende untersuchen dort gemeinsam mit Kindern deren kranke oder verletzte Kuscheltiere – nicht die Kinder selbst.
Mit Stethoskop, Röntgenbildern und Pflasterverbänden erklären sie Diagnosen und Behandlungen kindgerecht. So erleben die Kinder als „Eltern“ ihrer Kuscheltiere eine Arzt-Patient-Situation, ohne selbst betroffen zu sein. Der spielerische Umweg soll die Angst vor Arztbesuchen, Krankenhäusern und medizinischen Geräten nehmen.
Offene Sprechstunden für Familien
Unter der Woche besuchen traditionell Kindergartengruppen und Schulklassen das Teddybärkrankenhaus. Die offenen Sprechstunden richten sich in diesem Jahr besonders an Familien. Sie finden am Samstag, 7. November 2026, von 9:00–13:00 Uhr sowie am Sonntag, 8. November 2026, von 13:00–17:00 Uhr statt.
Ort des Geschehens ist die ehemalige Orthopädie in der Magdeburger Straße 22 in Halle (Saale). Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Interessierten sind eingeladen – und die Kinder sollen ihre Kuscheltiere mitbringen. Fragen beantwortet das Organisationsteam per E-Mail unter [email protected].
Zwischen Untersuchung und Verband erfahren die jungen Besucherinnen und Besucher außerdem, was bei einem Arztbesuch oder in der Apotheke passiert, worauf es beim Zähneputzen und Essen ankommt und was bei einer Operation gemacht wird. Ein bisschen Krankenhaus, aber mit Teddy im Mittelpunkt und vermutlich deutlich weniger Wartezimmer-Murren.
Ein Projekt von Studierenden
Das Teddybärkrankenhaus ist ein ehrenamtliches Projekt für Vorschulkinder. Für die Organisation braucht es ein Team motivierter Studierender. Unterstützen kann ein engagierter Kinderarzt an der jeweiligen Universitätsklinik – etwa mit der Übernahme der Schirmherrschaft, bei Pressearbeit und Sponsorensuche oder durch Schulungen der Studierenden im Umgang mit Kindern.
Das Konzept stammt ursprünglich aus Skandinavien und verbreitete sich seit Ende der 1990er-Jahre weltweit. In Deutschland gibt es die Aktion in verschiedenen Formen an fast allen medizinischen Fakultäten: als Open-Air-Veranstaltung, als Indoor-Teddyklinik oder mobil in Kindergärten und Kitas.
Materialien, Film und weitere Standorte
Die Projektseite der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland bietet einen Leitfaden, wissenschaftliche Veröffentlichungen und weitere Materialien zum Download. Dazu gehören Vorlagen, Handbücher und wissenschaftliche Arbeiten. Ein Erklärvideo zeigt anhand der Figur Mia, welche Untersuchungen im Krankenhaus durchgeführt werden, nachdem ein Kuschelbär aus dem Bett gefallen ist.
Auch der Film „Fighting fears with Teddybears“ erklärt das Konzept des Teddybärkrankenhauses. Über eine Standortübersicht lassen sich Kontakte zu anderen Teddybärkrankenhaus-Teams und deren Instagram-Seiten finden. Als Projektleiterinnen werden Alex vom TBK Erlangen sowie Isabel und Josefina vom TBK Heidelberg genannt. Der diesjährige TBK-Kongress findet in Homburg statt.
Der Kontakt zur Bundesvertretung läuft über tbk@bvmd.de. In Halle aber reicht im November zunächst der Weg in die Magdeburger Straße 22 – am besten mit einem Kuscheltier, das dringend untersucht werden muss.
