Windows-11-Remotedesktop scheitert am Administratorschutz
Uni Halle, 16.10.2026 – Wer sich derzeit per Remotedesktop mit einem Windows-11-Rechner verbinden will, kann unvermittelt vor einer Fehlermeldung stehen. Microsoft bestätigt ein Problem, durch das Remotedesktopverbindungen von Nutzern ohne Administratorrechte zu bestimmten Remotecomputern scheitern.
Auf dem Bildschirm erscheint dann der Fehler 0xC000000D samt Meldung „The token that was passed to the function is invalid“. Besonders oft geht es um von Unternehmen verwaltete Geräte, die als Remotedesktop-Hosts eingesetzt werden. Windows Server ist von genau diesem Fehler nicht betroffen.
Vorschauupdate und Administratorschutz als Auslöser
Betroffen sind Windows 11 24H2, 25H2, 26H1 und 26H2. Voraussetzung ist, dass das Vorschauupdate KB5124010 vom 22. September 2026 oder ein späteres Update installiert wurde und auf dem Zielgerät der Administratorschutz, auf Englisch „Administrator protection“, aktiviert ist. Wie diese Funktion eingeschaltet wurde, spielt laut Microsoft keine Rolle.
Der Administratorschutz weist angemeldeten Nutzern zunächst nur Standardrechte zu. Für Aktionen wie die Installation einer App oder Änderungen an der Registry ist eine zusätzliche Bestätigung per Windows Hello, PIN oder Biometrie nötig. Nach dieser Bestätigung erstellt Windows ein separates, temporäres Administratortoken und entfernt es wieder, sobald der Vorgang beendet ist. Genau an diesem Berechtigungsmechanismus scheint die Remotedesktopverbindung derzeit zu stolpern.
Microsoft führte die Funktion im Oktober 2025 mit dem Vorschauupdate KB5067036 für Windows 11 24H2 und 25H2 ein. In den Windows-Sicherheitsbaselines für Windows 11 24H2, 25H2 und 26H2 ist Administrator protection inzwischen standardmäßig aktiviert, sofern ein Unternehmen die Richtlinie nicht geändert hat. Das gilt in Organisationen, die Sicherheits-Baselines aus dem Microsoft Security Compliance Toolkit verwenden, seit dem Sicherheitsupdate vom Oktober 2026.
Was betroffene IT-Teams prüfen sollen
Für die Fehlersuche empfiehlt Microsoft, zunächst die installierten Windows-Updates zu kontrollieren. Danach sollten IT-Teams prüfen, ob der Fehlercode 0xC000000D und die Meldung „The token that was passed to the function is invalid“ tatsächlich auftauchen. Dritter Punkt: Ist Administrator protection auf dem Remotedesktop-Host eingeschaltet?
Als vorübergehende Lösung rät Microsoft, den Administratorschutz auf den betroffenen Hosts zu deaktivieren. In Microsoft Intune oder über Gruppenrichtlinien muss dazu die Richtlinie „User Account Control Type Of Admin Approval Mode“ zurückgesetzt werden. Das nimmt allerdings eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme weg. Die Deaktivierung sollte deshalb auf die tatsächlich betroffenen Geräte beschränkt und dokumentiert werden – sonst wird aus dem schnellen Workaround leicht eine vergessene Dauerlösung.
Microsoft eröffnete den Problemfall am 13. Oktober 2026 und setzte den Status noch am selben Morgen auf „Mitigated“. An einer dauerhaften Lösung wird gearbeitet; sie soll mit einem künftigen Windows-Update kommen. Einen konkreten Termin nennt Microsoft bislang nicht. Weitere Einzelheiten sollen folgen.
Weitere Nebenwirkungen des Updates
KB5124010 hatte außerdem andere unangenehme Begleiterscheinungen. Spiele und Anwendungen, die AC-3-Audio über die integrierte Windows-Dekodierung abspielen, können abstürzen. Und schon im September veröffentlichte Microsoft Notfall-Updates gegen Störungen der Remotedesktopdienste auf Windows Server nach den September-Sicherheitsupdates.
Für Administratoren heißt das momentan: Updates, Richtlinien und Fehlermeldungen nebeneinanderlegen, bevor hektisch an mehreren Stellen gedreht wird. Ein falsch gesetzter Schalter, ein kurzer Test – und plötzlich ist zwar die Verbindung wieder da, aber der zusätzliche Schutz auf deutlich mehr Geräten abgeschaltet als geplant.
