TransAktionswoche Rhein-Neckar verbindet Filme, Gedenken und queere Begegnung
In Heidelberg und Mannheim beginnt am Sonntag, 1. November 2026, die TransAktionswoche Rhein-Neckar. Bis zum 22. November stehen Filme, Gespräche, Gedenken und weitere Angebote auf dem Programm. Seit 2015 schaffen die Aktionswochen eine Plattform für die Sichtbarkeit trans Menschen und die Vielfalt geschlechtlicher Identitäten. Vereine, Gruppen und Institutionen wollen Erfahrungen trans* Menschen in den Mittelpunkt rücken, Austausch ermöglichen und ein solidarisches Miteinander fördern.
Zum Auftakt geht es um 19 Uhr ins Karlstorkino, Marlene-Dietrich-Platz 3, Heidelberg. Das Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg veranstaltet die Eröffnung und zeigt den Dokumentarfilm „NIÑXS – Das Leben glitzert“. Bei einem anschließenden Umtrunk wird das zehnjährige Bestehen des Queeren Netzwerks Heidelberg gefeiert. Zur Eröffnung spricht Stefanie Jansen, Bürgermeisterin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.
Vier Filme, vier Perspektiven
Der Dokumentarfilm des trans Filmemachers Kani Lapuerta begleitet die trans Jugendliche Karla acht Jahre lang in ihrer Heimat Mexiko. Im Zentrum stehen ihr Erwachsenwerden und die Herausforderungen einer Transidentität im ländlichen Raum. Der Film läuft ebenfalls am 1. November um 19 Uhr im Karlstorkino.
Am 3. November folgt um 19 Uhr im Cineplex, N7 17, Mannheim, „The Beauty of Ballroom“. Die singapurische Regisseur:in Chan Sze-Wei begleitet drei queere Menschen aus Thailand, den Philippinen und Malaysia. Ihre Ballroom-Communitys orientieren sich an der schwarzen und lateinamerikanischen Ballroom-Kultur. Voguing, Wahlfamilien und Zufluchtsorte vor Homophobie, Transfeindlichkeit, Rassismus und HIV-Stigmatisierung gehören zu den Themen. Nach der Vorführung gibt es ein Gespräch und eine Performance mit Mitgliedern der Mannheimer Ballroom-Community „Grace the Floor“.
Am 17. November wird es in Heidelberg historisch: Um 19 Uhr zeigt das Karlstorkino „Ich bin meine eigene Frau“, ein Filmporträt von Rosa von Praunheim aus dem Jahr 1992. Erzählt wird die Geschichte der 1928 in Berlin-Mahlsdorf geborenen Museumsleiterin Charlotte von Mahlsdorf, die inzwischen verstorben ist. Der Film behandelt auch eine trans Geschichte in der ehemaligen DDR. Im Anschluss spricht Dr. Ulrike Klöppel von der Universität Heidelberg; danach ist ein Gespräch vorgesehen.
Am selben Abend, allerdings um 19:30 Uhr, läuft im Cinema Quadrat, K1 2, Mannheim, „Call me Agnes“. Das Dokudrama von Daniel Donato erzählt von der indonesischen Transfrau Agnes, die sich in den Niederlanden ein neues Leben aufgebaut hat. Als ihr Bruder Indra zu Besuch kommt, steht sie vor der Frage, ob sie sich ihm gegenüber offenbart. Familienbindungen und die Suche nach Selbstakzeptanz liegen dabei dicht beieinander.
Gedenken, Protest und Begegnung
Die Aktionswochen umrahmen den internationalen Trans* Day of Remembrance am Freitag, 20. November. Der Gedenktag erinnert weltweit an Opfer transfeindlicher Gewalt und macht auf Diskriminierung aufmerksam.
In Mannheim veranstaltet ein Bündnis von Vereinen und Gruppen an diesem Freitag einen Gedenkmarsch mit Kundgebung. Das Motto lautet: „Trans* Day of Remembrance: Tag des Gedenkens an die Opfer von Trans*feindlichkeit – Gedenken und Protestieren!“ Los geht es um 18 Uhr am Plankenkopf. Der Marsch erinnert an Opfer transfeindlicher Gewalt weltweit.
Anschließend bieten die Konkordienkirche und das Queere Zentrum Mannheim Raum für Gedenken, Austausch und Begegnung. In der Konkordienkirche findet zunächst eine Andacht statt; später endet der Abend dort mit einem Karaoke-Angebot. Ein Abend also, der Trauer, Protest und gemeinsames Zusammensein nicht voneinander trennt.
Programm online
Das vollständige Programm ist unter www.heidelberg.de/queer, www.mannheim.de/queer und auf Instagram unter @transaktionswochen abrufbar. Koordiniert werden die Aktionswochen von der Fachstelle Queeres Heidelberg im Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg und der Queer-Beauftragung der Stadt Mannheim.
