Wer heute an der Uni Kassel durch die Flure geht, bekommt Wissenschaftspolitik nicht nur aus Sitzungsunterlagen mit. Timon Gremmels war unterwegs – und seine Woche ist in einer Bildergalerie mit 33 Fotos festgehalten. Zu sehen sind Impressionen aus dem Alltag des hessischen Wissenschafts- und Kunstministers: Termine, Begegnungen, Orte und vermutlich auch die kleinen Pausen dazwischen.

Die Galerie auf der Seite des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur erzählt dabei weniger in langen Texten als über Bilder. Fotografiert haben Nicolas Wefers, das HMWK, Meyer, Till Schürmann, Marie Schwarze, die Universität Kassel, Andreas Reeg, Ulf Schaumlöffel, die Hochschule Fulda und Martha Friedel.

Vom Politikwissenschaftler zum Minister

Gremmels wurde am 4. Januar 1976 in Marburg geboren, ist evangelisch, offen homosexuell und verheiratet. Nach dem Abitur 1995 an der Herderschule in Kassel studierte er an der Philipps-Universität Marburg Politikwissenschaft, dazu Rechtswissenschaften sowie Friedens- und Konfliktforschung. 2003 schloss er als Diplom-Politologe ab. Von 2004 bis 2006 absolvierte er außerdem eine Weiterbildung zum Kommunikationsmanager an der Akademie für Management und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Sein Berufsweg führte zunächst in die Wissenschafts- und Parteiarbeit: Von 2003 bis 2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der SPD-Europaabgeordneten Barbara Weiler. Danach arbeitete er als Programmreferent des SPD-Landesverbands Hessen und als Referent der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik. 2008 wechselte er als parlamentarischer Referent für Wirtschaft, Verkehr, Energie, Landesentwicklung und Europa zur SPD-Landtagsfraktion Hessen. 2009 leitete er die Stabsstelle „Corporate Social Responsibility“ im Vorstand der SMA Solar Technology AG.

In die SPD war Gremmels bereits 1992 eingetreten. Bei den Jusos übernahm er früh Verantwortung: Von 1997 bis 2001 war er Vorsitzender der Jusos Kassel-Land, 2002 stellvertretender Juso-Bezirksvorsitzender Hessen-Nord. Dem Vorstand des SPD-Bezirks Hessen-Nord gehörte er von 1999 bis 2011 an. Von 2003 bis 2007 stand er außerdem der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung im Bezirk Hessen-Nord vor.

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Mandate zwischen Niestetal, Wiesbaden und Berlin

Kommunalpolitisch ist Gremmels lange verwurzelt. Von 2001 bis 2013 gehörte er der Gemeindevertretung von Niestetal an und war dort unter anderem stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender. Seit 2001 ist er Mitglied des Kreistags des Landkreises Kassel. Im SPD-Landesvorstand Hessen war er von 2003 bis 2005 beratendes Mitglied, von 2011 bis 2019 Beisitzer; seit 2011 gehört er dem Landesvorstand an.

Vom 1. November 2009 bis zum 31. Oktober 2017 saß Gremmels im Hessischen Landtag. Er rückte zunächst als Ersatzkandidat für Ulrike Gottschalck nach. Bei der Landtagswahl 2013 verteidigte er das SPD-Direktmandat im Wahlkreis Kassel-Land II mit 47,6 Prozent der Erststimmen – landesweit war das das beste Erststimmenergebnis. Ab 2011 war er energiepolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, ab 2014 stellvertretender Fraktionsvorsitzender; zuletzt hatte er beide Funktionen inne.

Im November 2016 wurde er als SPD-Kandidat für den Bundestagswahlkreis Kassel nominiert. Bei der Bundestagswahl 2017 gewann er das Direktmandat mit 35,5 Prozent der Erststimmen und zog in den 19. Deutschen Bundestag ein. Dort war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie im Petitionsausschuss und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Auch 2021 trat er im Wahlkreis 168 (Kassel) an. Mit 36,1 Prozent der Erststimmen zog er erneut in den Bundestag ein und gehörte in der 20. Wahlperiode ordentlich dem Ausschuss für Klimaschutz und Energie an. Wegen seiner Ernennung zum Landesminister legte er sein Bundestagsmandat am 25. Januar 2024 nieder; Nadine Ruf rückte für ihn nach.

Hessen-Nord und der Weg ins Kabinett

Parallel blieb Gremmels in der Landespartei aktiv. Von April 2015 bis Juni 2019 war er Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Kassel-Land, von 2015 bis 2019 außerdem Vorsitzender der SPD im Landkreis Kassel. Von 2019 bis 2025 war er Bezirksvorsitzender der SPD Hessen-Nord, seit Mai 2019 ist er als Vorsitzender des Bezirks Hessen-Nord geführt. Von 2019 bis 2024 war er stellvertretender Vorsitzender der hessischen SPD, seit November 2019 stellvertretender Landesvorsitzender. Im Juni 2025 wurde er in den SPD-Parteivorstand gewählt.

Seit dem 18. Januar 2024 ist Timon Gremmels Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur im Kabinett Rhein II. In diesem Amt ist er für Wissenschaft und Forschung sowie für Kunst und Kultur zuständig. Gemeinsam mit Bettina Martin leitet er außerdem das Kulturforum der Sozialdemokratie.

Zu seinem politischen Umfeld gehören auch die überparteiliche Europa-Union Deutschland und – als frühere Funktion – der Beirat des Vereins „Zukunft Gas – Verband für Erdgas und grünes Gas“. 2022 wurde Gremmels für seine Sichtbarkeit als LGBT-Person als „Prout Performer“ in der Kategorie „Prout Politicians“ gewählt.

Und dann sind da diese 33 Bilder. Keine große Abhandlung, sondern eine Woche in Ausschnitten: Gremmels unterwegs, fotografiert von verschiedenen Menschen und Institutionen, darunter die Universität Kassel und die Hochschule Fulda. Wer sich durch die Galerie klickt, sieht keinen Lebenslauf in Tabellenform, sondern den Minister bei der Arbeit – Bild für Bild.

Zur Bildergalerie „Gremmels Woche“