Am 10. Juni 2026 feierte die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (MNF) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ihr erstes Fakultätsfest seit sieben Jahren. Unter dem Motto „Ein Wiedersehen im Geist von Forschung und Gemeinschaft“ wurde der wissenschaftliche Austausch und das ehrenamtliche Engagement in der Fakultät gewürdigt. Prof. Dr. Frank Kempken, Dekan der Fakultät, betonte die Mitarbeit der Fakultät an allen Forschungsschwerpunkten, Exzellenzclustern und Verbundprojekten der CAU. Im Rahmen des Festes wurden insgesamt 26 Personen für ihre besonderen Leistungen ausgezeichnet, darunter auch drei Preise, die speziell für Wissenschaftlerinnen und Studentinnen vorgesehen waren. Dies zeigt, dass die Fakultät aktiv an der Förderung von Gleichstellung arbeitet, was durch die Worte der Gleichstellungsbeauftragten Prof. Dr. Birgit Classen unterstrichen wird.

Prof. Kempken erhielt zudem die Ehrennadel der Uni Kiel für sein außerordentliches Engagement und die Fakultät hat jährlich Drittmitteleinwerbungen von etwa 20 Millionen Euro. Mit 5.374 Studierenden in 35 verschiedenen Studiengängen und rund 150 Professorinnen und Professoren gehört die MNF zu den größten Fakultäten der CAU, nur wenig kleiner als die beiden Flensburger Hochschulen zusammen. Dies untermauert die zentrale Rolle, die die Fakultät in der akademischen Landschaft einnimmt.

Gleichstellung in der Wissenschaft

Gerade in der akademischen Welt ist die Gleichstellung von Frauen und Männern ein brisantes Thema. Aktuelle Daten zeigen, dass der Frauenanteil an Professuren in Deutschland in den letzten Jahren nur geringfügig zugelegt hat. Laut der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) ist der Frauenanteil in der Professorenschaft von 28 auf knapp 29 Prozent gestiegen. Das ist zwar ein Fortschritt, aber auch deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Gleichstellungsmonitor stellt fest, dass die „Leaky Pipeline“, das Phänomen, bei dem Frauen auf dem Weg in höhere akademische Karrierestufen abspringen, weiterhin bestehen bleibt.

Um die Gleichstellung voranzutreiben, wurde 2008 das Professorinnenprogramm ins Leben gerufen. Dieses Programm hat das Ziel, den Frauenanteil in den Führungspositionen der Hochschulen zu erhöhen. Bislang wurden über 1000 Professuren gefördert. Die zweite Auswahlrunde 2024 bewertete 56 Hochschulen, die bis zum 30. September 2026 Anträge für Anschubfinanzierungen stellen können. Die aktuellen Entwicklungen sind durchaus aufschlussreich; bei gleichbleibendem Fortschritt wird die paritätische Vertretung erst im Jahr 2054 erreicht.

Die Rolle der Universität Kiel und ihre Auszeichnung

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel engagiert sich aktiv in diesem Bereich, wie die Ehrung von Prof. Kempken und die Auszeichnungen während des Fakultätsfestes zeigen. Neben den Gender-Preisen für Wissenschaftlerinnen und Studentinnen wurde auch eine Professorinnen-Broschüre vorgestellt, die verschiedene Lebenswege von Professorinnen thematisiert. Durch solche Maßnahmen gilt die CAU als Vorreiter im Bereich Gleichstellung und hat das Potenzial, das Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“ zu erhalten, was zusätzliche Förderungen ermöglichen könnte.

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Insgesamt sind diese Maßnahmen nicht nur wichtig für die Gleichstellung innerhalb der Fakultäten, sondern auch für das gesamte Wissenschaftssystem in Deutschland. Die Herausforderung bleibt jedoch, einen umfassenden Kulturwandel in den Hochschulen herbeizuführen, der für die notwendigen geschlechtergerechten Strukturen sorgt.

Zusammengefasst zeigt die MNF der CAU beeindruckende Leistungen und Engagement für Gleichstellung. Es bleibt abzuwarten, wie effektiv die aktuellen Programme und Initiativen wirken werden, um die Sichtbarkeit und Präsenz von Frauen in der Wissenschaft weiter zu steigern.