Am 08. Juni 2026 wird das Martin-Buber-Institut für Judaistik an der Universität zu Köln sein 60-jähriges Bestehen mit einem festlichen Akt feiern. Zu diesem besonderen Anlasse sind sowohl Medienvertreter*innen als auch die gesamte Stadtgesellschaft eingeladen, um die Entwicklung und Bedeutung dieses Instituts zu würdigen. In einem Festvortrag wird Professor Dr. Michael Brenner, der an der American University und der LMU München lehrt, über „Ich ohne sie statt Ich und Du: Paula Buber, Edith Rosenzweig und die vergessenen Frauen in der jüdischen Kulturgeschichte der Weimarer Republik“ sprechen. Damit sollen wichtige weibliche Stimmen und deren Beitrag zur jüdischen Geschichte hervorgehoben werden, die oft in der Erzählung verloren gehen.
Das Martin-Buber-Institut wurde 1966 von Prof. Dr. Johann Maier als zweite judaistische Institution in Deutschland gegründet. Es hat sich der humanistischen Tradition von Martin Buber verpflichtet, einem österreichisch-israelischen Religionsphilosophen und Humanisten, der 1878 in Wien geboren wurde. Buber, der 1965 in Jerusalem starb, spielte eine wesentliche Rolle in der jüdischen Geistesgeschichte, insbesondere durch seine dialogische Philosophie, die er in seinem Werk „Ich und Du“ formulierte. Neben der Lehre ist das Institut stark in der Forschung zu jüdischer Geschichte, Religion und Kultur engagiert.
Ein Aufschlag für die Stadtgesellschaft
Der Festakt findet in der Aula des Hauptgebäudes der Universität statt und beginnt um 18:30 Uhr. Neben dem Festvortrag wird auch Dr. Sylvia Löhrmann, die Beauftragte für die Bekämpfung des Antisemitismus, ein Grußwort halten. Dies unterstreicht die Relevanz des Instituts und dessen Themen in der heutigen Gesellschaft. Professor Dr. Matthias Lehmann, ein Ansprechpartner am Institut, steht für inhaltliche Fragen zur Verfügung.
Die Arbeiten von Martin Buber gehen über seine philosophischen Schriften hinaus. Seit 1925 arbeitete er gemeinsam mit Franz Rosenzweig an einer Übersetzung der Bibel, die er als „Verdeutschlichung“ bezeichnete. Diese Übersetzung und viele weitere Beiträge Bubers sind bis heute von Bedeutung und zeugen von seiner tiefen Verwurzelung in der jüdischen Kulturgeschichte. Das Martin-Buber-Institut verfügt zudem über eine Spezialbibliothek mit über 400 Briefen und manuskripten, die die intellektuelle Breite von Bubers Lebenswerk dokumentieren.
Eine Brücke zu internationalen Perspektiven
Das Institut ist nicht nur ein Ort der Lehre, sondern auch ein Anziehungspunkt für internationale Wissenschaftler*innen. Es beteiligt sich aktiv an Verbundprojekten und strebt nach einer interdisziplinären Auseinandersetzung mit modernen jüdischen Themen. Die Entwicklung des Martin-Buber-Instituts spiegelt auch die Herausforderungen und Chancen wider, mit denen sich die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und darüber hinaus konfrontiert sieht.
Für weitere Informationen steht die Webseite des Instituts zur Verfügung, auf der die Details zum Festakt und den weiteren Aktivitäten veröffentlicht werden. Die Einladung zu diesem Festakt ist nicht nur eine Hommage an die Vergangenheit, sondern auch ein bedeutender Schritt in die Zukunft der jüdischen Studien in Deutschland.
Die Stadt Köln und die Universität zu Köln freuen sich auf eine zahlreiche Teilnahme an diesem feierlichen Anlass und auf anregende Diskussionen rund um die Themen jüdische Identität und Kultur.
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