In wenigen Tagen wird ein brisantes Thema im Rahmen der Vortragsreihe „Wissenschaft unter Druck“ an die Oberfläche gebracht. Am 3. Juni 2026 um 18:30 Uhr lädt das Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung in Lübeck zur Veranstaltung ein. Unter dem Titel „Im Auge des Sturms: Zu den politischen Angriffen und den Verletzlichkeiten der Klimaforschung“ wird die renommierte Vortragende Silke Beck aus München ihre Sicht auf die aktuelle Lage der Klimaforschung darstellen. Die Teilnahme ist kostenlos und eine vorherige Anmeldung nicht erforderlich, sodass Studierende und Interessierte willkommen sind, zu erfahren, wie die Wissenschaft in Zeiten von populistischen Tendenzen unter Druck gerät. uni-luebeck.de
Die Vorlesungsreihe zielt darauf ab, die Gefahren zu untersuchen, denen die Wissenschaft in unseren demokratischen Gesellschaften ausgesetzt ist. Angriffe gegen Wissenschaftler und deren Arbeit sind in den letzten Jahren immer häufiger geworden, nicht zuletzt durch populistische Akteure, die wissenschaftliche Erkenntnisse häufig als Bedrohung für ihre Narrative empfinden. Solche politischen Interventionen untergraben nicht nur das Vertrauen in wissenschaftliche Fakten, sondern gefährden auch die Demokratie und den Fortschritt. Die sich häufenden Herausforderungen an die Wissenschaftsfreiheit sind nicht nur in den USA zu beobachten, wo auch Figuren wie Donald Trump die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft in Frage stellen, sondern auch in Deutschland, wo insbesondere die AfD Forschungsbereiche wie die Klimaforschung angreift. sueddeutsche.de
Ein vielfältiges Programm
Beck ist nicht die einzige Expertin, die in diesem Sommersemester einen Beitrag leisten wird. Die Reihe hat bereits mehrere spannende Vorträge präsentiert. So referierte Uwe Schimank über die „Gefährdungen der Wissenschaftsfreiheit“, während Jan Groos die Beziehung zwischen demokratischen Wandel und Wissen analysierte. Frieder Vogelmann thematisierte die teils angespannte Beziehung zwischen Politik und Wissenschaft, gefolgt von einem Vortrag von Paula Irene Villa, der die Auswirkungen populistischer Ideologien auf die Relevanz wissenschaftlicher Arbeiten in den Fokus rückte.
Der Vortrag von Silke Beck wird den bisherigen Austausch über die Notwendigkeit, Wissenschaft und Forschung zu verteidigen, flankieren. Am 17. Juni wird Olga Shparaga zum Thema „Wissenschaft unter Repression und im Exil: der Fall Belarus“ referieren, gefolgt von einem Abschlussvortrag, der Erfahrungen aus den USA thematisiert. Dies zeigt eindrücklich, dass es sich hierbei um ein globales Phänomen handelt, das Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen herausfordert.
Die Rolle der Wissenschaftler
In der aktuellen Debatte um Wissenschaft und Populismus wird deutlich, dass Wissenschaftler gefordert sind, aktiv zu kommunizieren und sich klar zu positionieren. Richard Feynman wies bereits darauf hin, dass Wissenschaft oft über die Unwissenheit von Experten berichtet – doch genau diese Unwissenheit ist auch der Nährboden für populistische Behauptungen. Insbesondere die Gesellschaft muss wieder ein Bewusstsein für wissenschaftliche Fakten entwickeln und solchen Abwertungen entgegentreten, indem sie Fake News entlarvt und offene Diskussionen fördert.
Die Veranstaltungen werden dank der Unterstützung durch die Parcham’sche Stiftung zu Lübeck und die Margot und Jürgen Wessel Stiftung ermöglicht. Sie sind Teil eines begleitenden Wahlfachpflichtseminars für Studierende aller Studienrichtungen der Universität.