Was geht in der Wissenschaftszene? Am 17. Juni 2026 findet um 18:30 Uhr ein bemerkenswerter Vortrag im Rahmen der Vorlesungsreihe „Wissenschaft unter Druck“ statt. Der Titel des Beitrags lautet „Wissenschaft unter Repression und im Exil: der Fall Belarus“. Referentin ist die Philosophin Olga Shparaga aus Hagen, die selbst von den Repressionen in Belarus betroffen ist. Der Veranstaltungsort ist das Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung in Lübeck, Königstraße 42. Der Eintritt ist frei, und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Unterstützt wird die Reihe durch die Parcham’sche Stiftung zu Lübeck und die Margot und Jürgen Wessel Stiftung.

Diese Vorlesungsreihe hat sich zum Ziel gesetzt, die aktuellen Gefahren für die Wissenschaft zu beleuchten. Die Vorträge thematisieren, unter welchen Bedingungen Wissenschaft in demokratischen Gesellschaften funktionieren kann. Bisherige Beiträge umfassten bereits Themen wie die Gefährdungen der Wissenschaftsfreiheit und das Spannungsfeld zwischen Politik und Wissenschaft. Der Vortrag von Shparaga wird tiefere Einblicke in die Situation von Forscherinnen und Forschern in Belarus geben, wo seit den politischen Ereignissen von 2020 ein Klima der Angst und des Schweigens herrscht.

Repression und Exil

Die Lage in Belarus ist für Wissenschaftler*innen prekär. Dutzende haben ihre Anstellung verloren, und viele fliehen ins Ausland, um Schutz zu suchen. Dort berichtet die Humboldt-Stiftung, dass insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften Abweichungen von der Staatsideologie nahezu lebensgefährlich sind.
Ergebnisse zeigen, dass zwischen August 2020 und Oktober 2023 insgesamt 391 Wissenschaftler*innen von Repressionen betroffen waren. Dazu gehören Entlassungen basierend auf vorab erstellten Listen und Druck durch Universitätsleitungen. Diese repressiven Maßnahmen schaffen eine ernste Bedrohung für die akademische Freiheit und den wissenschaftlichen Diskurs.

Die Atmosphäre an belarussischen Hochschulen kann man als von Schweigen und Angst geprägt beschreiben. Sogar informelle Kündigungen ohne dokumentarische Evidenz sind an der Tagesordnung. Eine Analyse hat die Auswirkungen dieser Repressionen detailliert untersucht, insbesondere im Kontext der im Jahr 2020 geführten Präsidentschaftswahlen, die von massiven Protesten und staatlicher Gewalt begleitet waren. Die Folgen für die Wissenschaft waren verheerend, mit vielen Wissenschaftlern, die gezwungen waren, das Land zu verlassen.

Die Verantwortung der Wissenschaft

Angesichts dieser Verhältnisse wird die Rolle der Wissenschaft in einer demokratischen Gesellschaft mehr denn je zum Thema. Wie kann Wissenschaft unter Druck bestehen? Welche Verantwortung tragen Forscher*innen, um den Bedingungen zu trotzen, die die Freiheit ihres Schaffens bedrohen? Diese Fragen sind auch Teil der Debatte, die am 1. Juli 2026 in einem weiteren Vortrag behandelt werden wird, wenn Amrei Bahr über „Haltung zeigen! Zur Demokratieverantwortung der Wissenschaft“ sprechen wird.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Der bevorstehende Vortrag von Olga Shparaga verspricht, sowohl aufschlussreiche Perspektiven zu bieten als auch dazu anzuregen, die eigene Position zur Wissenschaftsfreiheit zu überdenken. Angebote wie diese sind unerlässlich, um auf die Repressalien aufmerksam zu machen und die Stimmen derjenigen zu hören, die unter den gegebenen Umständen leiden.