Heute, am 8. Oktober 2026, lohnt sich von der Uni Mainz aus ein Blick auf den dicht gefüllten Protestkalender: Im Oktober sind bundesweit Demonstrationen, Mahnwachen, Treffen und Online-Veranstaltungen gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus, Hass und Hetze angekündigt. Die Übersicht wird laut Quelle fortlaufend ergänzt und täglich aktualisiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr, kurzfristige Änderungen sind möglich. Weitere Hinweise gibt es auch bei demokrateam.org.

Online geht es heute um 17:00 Uhr mit „Stammtischparolen im Sportverein – Umgang mit rassistischen Äußerungen“ los. Am 13.10. um 19:00 Uhr folgt das deutschlandweite Neuentreffen „AfD Verbot Jetzt“, am 14.10. um 17:00 Uhr die Veranstaltung „Rassistisch? Ich doch nicht!“. Wer nicht erst durch die halbe Stadt fahren möchte, kann also auch vom Schreibtisch aus teilnehmen.

Menschenketten am Tag der Deutschen Einheit

Ein Schwerpunkt lag am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, auf Menschenketten unter dem Motto „Es brennt!“. In Baden-Württemberg waren Aktionen unter anderem in Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg, Mannheim, Ulm, Konstanz, Ravensburg, Tübingen und Reutlingen angekündigt. In Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg und den weiteren Städten verband sich der Protest mit dem Aufruf, die Demokratie und die Lebensgrundlagen zu schützen. In Mannheim hieß es außerdem um 15:00 Uhr im Herzogenriedpark „Mannheim läuft für Vielfalt“.

Auch in Bayern waren Menschenketten geplant, unter anderem in Würzburg, Nürnberg, München, Bayreuth, Amberg, Bamberg, Kempten, Forchheim, Starnberg, Pfaffenhofen, Murnau und Schweinfurt. In Aschaffenburg begann um 13:00 Uhr die „Demokratiemeile am Tag der Deutschen Einheit“. Berlin war mit Ketten um 11:45 Uhr an der Glienicker Brücke und um 12:00 Uhr auf dem Platz der Republik dabei. Hamburg plante die Kette „Es brennt!“ um 11:00 Uhr am Jungfernstieg.

In Brandenburg fanden Menschenketten in Wandlitz und Strausberg statt, dazu Veranstaltungen im Mühlenbecker Land und in Fürstenwalde/Spree. Hessen war unter anderem in Frankfurt am Main, Kassel, Kaufungen, Marburg, Fulda, Darmstadt, Gelnhausen, Friedberg, Homberg, Lorsch und Friedrichsdorf vertreten. In Mecklenburg-Vorpommern waren um 12:00 Uhr Menschenketten in Stralsund, Greifswald und Rostock sowie um 14:00 Uhr in Schwerin vorgesehen. Niedersachsen nannte Göttingen, Braunschweig, Borkum, Oldenburg, Hannover, Wilhelmshaven und Hildesheim; Nordrhein-Westfalen unter anderem Köln, Dortmund, Paderborn, Freudenberg, Düsseldorf, Aachen, Recklinghausen und Kerpen.

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Weitere Ketten wurden aus Gauersheim, Trier, Mainz, Esthal, Bad Dürkheim und Koblenz in Rheinland-Pfalz, aus Saarbrücken sowie aus Dresden, Leipzig, Chemnitz und Hoyerswerda gemeldet. In Sachsen-Anhalt waren Halle und Hötensleben dabei. Schleswig-Holstein führte Lübeck, Kiel und Ratzeburg auf; in Thüringen war am 2. Oktober die „Lange Nacht der Demokratie“ in verschiedenen Städten angesetzt. Für Bremen war am 3. Oktober um 11:30 Uhr eine Menschenkette geplant, der Ort war noch offen.

Die bundesweite Aktion auf esbrennt.com sollte um 12:00 Uhr Menschen vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bis zum Bundeskanzleramt in Berlin und an weiteren Orten im Land zusammenbringen. Der Name verweist auf Hitzerekorde, Flächenbrände und Wasserkrisen. Die Veranstalter rufen zu einem friedlichen Einsatz für den Erhalt der Lebensgrundlagen auf und fordern die konsequente Einhaltung des Grundgesetzes, den Erhalt der Lebensgrundlagen, eine Politik, die das Wohl aller über den Profit weniger stellt, den konsequenten Vorrang erneuerbarer Energien sowie grundlegende Veränderungen bei Mobilität, Ernährung, Wohnen und in weiteren Lebensbereichen. Ein gutes Leben für alle Menschen heute und in Zukunft soll zur Priorität werden. Organisationen können sich unter info@esbrennt.com beteiligen; weitere Informationen sollen in den FAQ bereitgestellt werden.

Nach Angaben der Veranstalter waren Aktionen in 112 Städten geplant. Rund 19.000 Menschen bildeten Menschenketten, die zusammen etwa 21 Kilometer lang waren. Aufgerufen hatten Natur- und Klimaschutzorganisationen, Kirchen, Gewerkschaften und weitere Bündnisse. Besonders viele Menschen kamen in Berlin und Dresden zusammen. Die Kette sollte abschnittsweise vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über mehrere Städte bis zum Bundeskanzleramt in Berlin verlaufen. Als Zeichen für einen Neuanfang hielten Teilnehmende leere weiße Blätter hoch.

Hinter dem Protest standen Hinweise auf Tausende Hitzetote im vergangenen Sommer sowie auf Überschwemmungen und großflächige Waldbrände, auch in Europa. Die Veranstalter kritisierten unzureichende politische Maßnahmen und den Einfluss von Lobbygruppen. Gemeinsames Handeln könne Veränderungen bewirken, heißt es im Aufruf.

Was im Oktober sonst noch geplant ist

In Baden-Württemberg laufen die „Antifa-Orientierungswochen“ in Heidelberg täglich vom 01. bis 31.10. Am 02.10. gibt es die „Lange Nacht der Demokratie“ in verschiedenen Städten, vom 09. bis 11.10. in Heidelberg „Our Future, Our Choice!“. „PRÜF Baden-Württemberg“ beginnt am 10.10. um 14:00 Uhr in Stuttgart. Dazu kommen offene antifaschistische Treffen, Plena, Mahnwachen und Demokratieveranstaltungen in Freiburg, Mannheim, Tübingen, Stuttgart, Schwäbisch Hall, Schwäbisch Gmünd, Bühl und anderen Orten. „5 vor 12! AfD-Verbot jetzt prüfen!“ ist am 05., 12., 19. und 26.10. jeweils um 11:55 Uhr am Bundesverfassungsgericht Karlsruhe angekündigt.

Bayern nennt für den 01.10. Veranstaltungen in Deggendorf, Augsburg und München, am 02.10. die „Lange Nacht der Demokratie“ sowie Termine in Erlangen und Traunstein. Am 04.10. geht es um 12:00 Uhr in München gegen den „1000-Kreuze-Marsch“. „PRÜF Bayern“ beginnt am 10.10. um 14:00 Uhr in München. Weitere Termine gibt es in München, Erlangen, Kempten, Neustadt an der Aisch, Passau und Pfaffenhofen, darunter Mahnwachen der Omas gegen Rechts und offene antifaschistische Treffen.

Berlin plant am 04.10. um 18:00 Uhr „Blankenburg für Demokratie und Menschlichkeit“, ab 05.10. Aktionswochen gegen Antisemitismus in Tempelhof-Schöneberg, am 08.10. um 17:00 Uhr am Oranienplatz eine Kundgebung zum siebten Jahrestag des rechtsextremistischen Anschlags von Halle und am 09.10. um 18:30 Uhr „Bass gegen Hass!“ am Michael-Brückner-Platz. „PRÜF Berlin“ findet am 10.10. um 14:00 Uhr am Brandenburger Tor statt. Mehrere offene Plena der Studierenden gegen Rechts sowie weitere Termine sind für den 13., 14., 18., 21., 25. und 28.10. vorgesehen.

In Bremen treffen sich Studierende gegen Rechts am 06., 13., 20. und 27.10. jeweils um 19:00 Uhr zum offenen Plenum an der Universität. Ein offenes Antifa-Treffen im BDP Jugendhaus ist am 07.10. um 19:00 Uhr angesetzt, am 08.10. um 17:00 Uhr eine Veranstaltung gegen antifeministische und queerfeindliche Parolen. „PRÜF Bremen“ folgt am 10.10. um 14:00 Uhr, am 11.10. „Brieftauben der Demokratie“ und ein öffentliches Plenum von „widersetzen“.

Hamburg führt am 01.10. ein offenes Antifa-Treffen, am 02.10. einen Antifa-Tresen und eine Diskussionsveranstaltung in der Roten Flora sowie am 10.10. um 14:00 Uhr „PRÜF Hamburg“ am Jungfernstieg auf. Offene Treffen von „Aufstehen gegen Rassismus“ sind für den 13. und 27.10. geplant, eine Veranstaltung gegen die Burschenschaft Germania am 21.10. um 17:00 Uhr.</