In der Alten Universität Marburg findet vom 19. bis 21. Mai 2026 die Jahrestagung des European Vaccines Hub (EVH) statt, an der rund 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Ländern teilnehmen. Das EVH, eine paneuropäische öffentlich-private Partnerschaft, wurde 2025 ins Leben gerufen und erhält finanzielle Unterstützung aus dem EU4Health-Programm. Ziel dieser Initiative ist es, die europäische Fähigkeit zur Antizipation und Reaktion auf Gesundheitsnotfälle durch koordinierte Impfstoffentwicklung zu stärken.

Das EVH hat im vergangenen Jahr bereits beeindruckende Fortschritte erzielt. Unter anderem wurden Partnerschaften mit Sanofi zur Entwicklung eines mukosalen Impfstoffs gegen die Vogelgrippe H5N1 sowie Gespräche mit BioNTech zur klinischen Entwicklung eines mRNA-basierten Impfstoffs gegen Mpox initiiert. Darüber hinaus gelang es dem Team, neutralisierende humane monoklonale Antikörper gegen Mpox zu isolieren und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz neue Impfstoffantigene zu identifizieren.

Vernetzung und Expertise

Ein wichtiger Akteur des EVH ist das Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika (ZEPAI) am Paul-Ehrlich-Institut, das Expertise in der Pandemievorbereitung und Impfstoffbereitstellung einbringt. Dieses Zentrum ist essenziell für den Aufbau einsatzbereiter Kapazitäten in der Impfstoffentwicklung, um Europa auf künftige Pandemien besser vorzubereiten.

Innerhalb der nächsten vier Jahre sollen Impfstoffe gegen mehrere potenziell pandemierelevante Erreger entwickelt werden. Das ZEPAI plant zudem Audits und Stresstests zur Optimierung der Impfstoffherstellungsprozesse, um die europäische Produktionskapazität im Krisenfall zu verbessern. So wollen die Fachleute sicherstellen, dass im Falle einer Gesundheitskrise die Impfstoffherstellung ohne Verzögerungen starten kann.

Ein nachhaltiges Ökosystem für Impfstoffe

Ein zentrales Anliegen des EVH ist die Schaffung eines nachhaltigen Ökosystems für die Impfstoffentwicklung. Dies soll nicht nur die Pandemievorsorge in Europa stärken, sondern auch eine schnellere Bereitstellung von Impfstoffen bei Gesundheitsnotfällen gewährleisten. Das Projekt wird über vier Jahre mit einem EU-Beitrag von 101.995.339 EUR kofinanziert, während die Gesamtkosten bei 169.992.333 EUR liegen.

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Auf der Tagung in Marburg liegt ein besonderer Fokus auf der Produktionsbereitschaft für die rasche Bereitstellung von Impfstoffen. Der Koordinator des EVH-Projekts, die Sclavo Vaccines Association aus Italien, arbeitet eng mit verschiedenen europäischen Organisationen zusammen, um die Entwicklung neuer Impfstoffe voranzutreiben.

Die Entwicklungen im Bereich der Impfstoffe, insbesondere die Fortschritte bei mRNA- und DNA-Technologien, zeigen das enorme Potenzial, das diese Technologien für die zukünftige Bekämpfung von Erkrankungen, einschließlich COVID-19 und anderer Infektionen, bieten. Historisch gesehen hat sich die Forschung zu mRNA-Technologien seit den 1960er Jahren stetig fortentwickelt. Der erste mRNA-Impfstoff in Europa wurde 2020 zugelassen und hat seither die Landschaft der Impfstoffentwicklung revolutioniert.Der Artikel von vaccination-info erklärt, dass auch DNA-Impfstoffe, die kürzlich in klinischen Studien eingesetzt wurden, vielversprechend für die Zukunft sind, und das Potenzial haben, Impfstoffe gegen diverse Erkrankungen, einschließlich HIV, zu entwickeln.

Die Zusammenkunft in Marburg ist somit nicht nur eine Rückschau auf vergangene Erfolge, sondern auch ein wichtiger Schritt in der Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen im Bereich der Gesundheit. Die Kontakte, die hier geknüpft werden, und die Expertise, die ausgetauscht wird, sind entscheidend für die Entwickelung eines robusten und flexiblen Gesundheitssystems in Europa.