Vor kurzem wurde Prof. Dr. Bernhard Schieffer, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Philipps-Universität Marburg, in den zentralen Steuerungskreis der Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen berufen. Damit bringt er nicht nur seine langjährige wissenschaftliche und klinische Expertise in die strategische Weiterentwicklung dieser bedeutenden Initiative ein, sondern hebt auch die hohe Anerkennung der klinischen Forschung in Marburg hervor. Laut Uni Marburg ist die Dekade eine langfristige Forschungsstrategie, die sich über einen Zeitraum von zehn Jahren erstreckt und darauf abzielt, Ursachen und Mechanismen postinfektiöser Erkrankungen wie Long COVID und ME/CFS besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.
Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Betroffenen dieser chronischen Erkrankungen erheblich steigen lassen. Schätzungen zufolge leiden über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an postinfektiösen Erkrankungen, was auch jährliche gesamtgesellschaftliche Kosten von über 60 Milliarden Euro mit sich bringt. Für die Forschung stehen insgesamt 500 Millionen Euro bereit, wie das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) berichtet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung klinischer Studien, der Entwicklung neuer Therapieansätze und der Vernetzung von Forschungsprojekten.
Struktur und Arbeitsgruppen
In der ersten Sitzung des Steuerungskreises, zu Beginn des Jahres 2026, wurden drei thematische Arbeitsgruppen gebildet, die sich auf Translation, Daten und Kohorten sowie versorgungsnahe Forschung konzentrieren. Diese Initiative markiert auch die offizielle Einführung der Nationalen Dekade, die 2026 startet und bis 2035 läuft, wie auf der Website BMFTR erläutert wird. Ziel dieser Gruppen ist es, essentielle Maßnahmen zu definieren und die Dekade an aktuelle Entwicklungen anzupassen, um die Bedürfnisse von Betroffenen besser zu integrieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die geplante Stärkung klinischer Studien zur Überprüfung der Wirksamkeit von bereits zugelassenen Medikamenten bei Long-COVID und ME/CFS. Projekte in Pathophysiologie, Immunologie und psychischer Gesundheit werden gefördert, in der Hoffnung, evidenzbasierte Therapien zu entwickeln, die über die derzeitige symptomatische Behandlung hinausgehen.
Wichtigkeit der Initiative
Diese nationale Dekade wurde auch durch die Gründung der „Allianz postinfektiöse Erkrankungen: Long-COVID und ME/CFS“ im November 2025 unterstützt, die die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen und Betroffenenorganisationen stärkt. Laut MECFS.de ist es entscheidend, die Erfahrungen der Betroffenenorganisationen in der Forschungsstrategie zu berücksichtigen. Die Betroffenen hoffen, dass diese umfassende Initiative langfristig nicht nur zur Verbesserung der Forschungslandschaft beiträgt, sondern auch greifbare Fortschritte in der klinischen Versorgung der Betroffenen ermöglicht.
Die Ziele der Nationalen Dekade sind klar: Es gilt, Krankheiten, die oft nach früheren Infektionen auftreten und die Lebensqualität erheblich einschränken, besser zu verstehen und wirksame Therapieansätze zu entwickeln. Das Engagement von Experten wie Prof. Dr. Schieffer signalisiert ein positives Zeichen für die künftige Forschung und Versorgung der Betroffenen.