Der kroatisch-bosnische Schriftsteller Miljenko Jergović, ein mehrfach ausgezeichneter Autor, wird am Dienstag, den 28. April 2026, in Münster eine Lesung aus seinen Werken geben. Diese Veranstaltung, die vom Institut für Slavistik der Universität Münster in Zusammenarbeit mit dem Theater Münster organisiert wird, findet um 19:30 Uhr im Theatertreff statt.
Jergović, dessen literarisches Schaffen eng mit der Geschichte des Westbalkans verknüpft ist, darf sich in diesem Jahr über den renommierten Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung freuen. Diese Auszeichnung erhielt er für seinen Erzählband „Das verrückte Herz“, der beim Suhrkamp Verlag veröffentlicht wurde. Das Buch thematisiert zentrale Themen seiner Arbeit, wie die Belagerung Sarajevos, in einem Mix aus drastischen, unerbittlichen und poetischen Darstellungen. Die Jury lobte Jergovićs Fähigkeit, „Bruchlinien der Geschichte“ zu erkunden und dabei individuelle Versehrungen und gesellschaftliche Verheerungen in den Fokus zu rücken. Die Preisverleihung fand am 18. März 2026 im Gewandhaus zu Leipzig statt, wo die Laudatio von Barbi Marković, die selbst für ihren Roman „Minihorror“ ausgezeichnet wurde, gehalten wurde. Für das Buch „Das verrückte Herz“ wurden Themen wie ein Nachbar, der zu den Belagerern überläuft, und Erinnerungen eines jungen Mannes, die durch den Klang von Granaten geweckt werden, behandelt.
Details zur Lesung
Bei der Lesung werden sowohl Originaltexte als auch ihre deutsche Übersetzung präsentiert, die von Julius Janosch Schulte, einem Mitglied des Schauspielensembles des Theaters Münster, gelesen werden. Prof. Dr. Irina Wutsdorff wird die Veranstaltung einführen und moderieren, während die Übersetzung von PD Dr. Davor Beganović beigesteuert wird. Die Tickets kosten 9 Euro, ermäßigt 6 Euro, und für Inhaber eines Kultursemestertickets ist der Eintritt frei. Die Karten sind sowohl an der Theaterkasse als auch online erhältlich.
Miljenko Jergovićs Arbeit gilt als ästhetischer Widerstand gegen Vereinfachungen und Nationalismus. Seine präzisen und eindringlichen Schilderungen bieten einen tiefen Einblick in die komplexe Historiographie des Westbalkans und laden das Publikum ein, zu reflektieren, was da eigentlich an den Wurzeln der Gesellschaft nagt. Die Lesung verspricht somit nicht nur literarischen Genuss, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und deren Auswirkungen auf die Gegenwart, die die Besucher sicher nicht vergessen werden.
Weitere Informationen zur Lesung und zu den Tickets finden Sie auf den Websites der Universität Münster und des Theaters Münster.