MS Wissenschaft bringt 2027 Raumfahrtforschung zum Anfassen nach Münster
Die „MS Wissenschaft“ kommt 2027 nach Münster – an Bord: eine Wissenschaftsausstellung zur Raumfahrt. Das schwimmende Science Center nimmt dabei Fragen in den Blick, die weit über Raketenstarts hinausreichen: Wie lässt sich das All verantwortungsvoll, sicher und effizient erkunden? Welche nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Technologien braucht die Raumfahrt? Und welchen Beitrag leistet sie zur nationalen, europäischen und internationalen Sicherheit?
Für die Universität Münster ist der Besuch kein Neuland. Sie beteiligt sich regelmäßig an den Münsteraner Stopps und hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der FH Münster Veranstaltungen und weitere Angebote an Bord organisiert. Auch 2027 möchte die Abteilung WiT das Ausstellungsschiff während seines Aufenthalts in Münster unterstützen. Informationen zu möglichen Beteiligungen am Wissenschaftsjahr sind in einem PDF zusammengestellt.
Raumfahrt zum Anfassen
Die Ausstellung soll verschiedene wissenschaftliche Perspektiven zusammenbringen und aktuelle Forschung verständlich für ein breites Publikum vermitteln. Gesucht werden dafür Ideen und Vorschläge für interaktive Forschungsexponate, sogenannte „Hands-On-Stationen“. Einreichen lassen sich sowohl erste Skizzen als auch Exponate, die bereits in anderen Zusammenhängen eingesetzt wurden.
Vorschläge müssen bis zum 28. September 2026 vorliegen. Sie werden per Formular an ms-wissenschaft@w-i-d.de geschickt. Viel Zeit bleibt also nicht – gerade bei Projekten, die noch vom Schreibtisch auf ein schwimmendes Ausstellungsschiff wandern sollen.
Das Wissenschaftsjahr 2027 widmet sich der Raumfahrt und ihrer Bedeutung für wissenschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Wandel, für Innovation und gesellschaftlichen Fortschritt sowie für internationale Zusammenarbeit. Die MS Wissenschaft ist dabei ein erprobtes Format: Seit mehr als 20 Jahren tourt das Ausstellungsprojekt durch Deutschland. Pro Tour sehen sich durchschnittlich rund 80.000 Menschen die Ausstellung an. Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist das eine Gelegenheit, Forschung einem großen und vielfältigen Publikum zu zeigen.
Bundesweite Bühne für Forschung
Im Mittelpunkt des Wissenschaftsjahres steht die Frage, welche Bedeutung Raumfahrtforschung für die Zukunft der Gesellschaft hat. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, kurz BMFTR, fördert dafür innovative Projekte der Wissenschaftskommunikation. Gefragt sind Vorhaben, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, die Bedeutung der Raumfahrt für Deutschland sichtbar machen und Forschung verständlich erklären – ausdrücklich auch für Menschen, die bisher wenig Kontakt zu Wissenschaft hatten.
Die Förderung soll zugleich helfen, Wissenschaftskommunikation in Deutschland weiterzuentwickeln. Forscherinnen und Forscher können ab sofort Projektvorschläge einreichen; Einsendeschluss ist der 14. September 2026.
Zum Programm gehört außerdem der Wettbewerb „Astronaut for a Day“, den Bundesforschungsministerin Dorothee Bär angekündigt hat. Gemeinsam mit der Deutschen Raumfahrtagentur (DLR) richtet er sich an Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren. Los geht es mit einem Motivationsvideo. Ausgewählte Jugendliche nehmen anschließend an einem Trainingscamp teil, das an das Auswahlverfahren für Astronautinnen und Astronauten angelehnt ist. Die 30 besten Teilnehmenden sollen schließlich bei einem Parabelflug über dem Atlantik Schwerelosigkeit erleben. Interessierte können sich bereits auf der Website der Initiative registrieren.
Das Wissenschaftsjahr ist eine bundesweite Plattform für die disziplinübergreifende Kommunikation aktueller Forschungsthemen. Es soll das Interesse an Wissenschaft stärken und den Austausch über Forschung fördern. Jährlich beteiligen sich daran 400 bis 800 Forschungsinstitute, Universitäten, Verbände, Vereine, Unternehmen und Stiftungen. Bis zu 1.000 Veranstaltungen und Aktionen kommen dabei zusammen – darunter ein bundesweiter Hochschulwettbewerb, die SchulKinoWochen, die MINTmachtage und das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft.
Veranstaltet werden die Wissenschaftsjahre seit 2000. Dahinter stehen das BMFTR und Wissenschaft im Dialog (WiD) als gemeinsame Initiatoren. In Münster wird 2027 nun die Raumfahrt anlegen – mit Ausstellungsstücken, Forschungsfragen und hoffentlich einigen Ideen, bei denen man nicht nur zuschaut, sondern selbst Hand anlegt.
