Die Pläne für den neuen Campus Mathematik und Informatik an der Universität Münster nehmen weiter Gestalt an. Mit der Freigabe für die nächsten Planungsschritte durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) Nordrhein-Westfalen wurde ein bedeutender Fortschritt erzielt. Die Vorbereitungen am Coesfelder Kreuz, an der Ecke Einsteinstraße und Orléans-Ring, schreiten voran, wie uni-muenster.de berichtet.
Der erste Abschnitt der Baustelle umfasst ein neues Hörsaal- und Seminarraumgebäude, das sich über etwa 2.650 Quadratmeter erstreckt. Zuvor wurde bereits die Genehmigung für das MAB-Verfahren erteilt, um die Wirtschaftlichkeit dieses ersten Bauabschnitts zu prüfen. Auch der zweite Bauabschnitt, in dessen Mittelpunkt das geplante Mathematik-Hochhaus steht, hat nun das grüne Licht erhalten. Uni-Kanzler Matthias Schwarte beschreibt diese Freigaben als wichtigen Meilenstein für die Universität. Der Vorteil der gemeinsamen Planung beider Bauabschnitte liege nicht nur in der Kostenoptimierung, sondern auch in der Einsparung von Zeit.
Zusätzlich wird die Universität das MAB-Verfahren um neue Flächen erweitern, wobei die Ergebnisse dem MKW zur Prüfung vorgelegt werden. Ab Mitte 2027 ist eine Prüfungsphase durch das MKW geplant, die möglicherweise zu einer Finanzierungszusage führen könnte. Beide Gebäude sollen bis Ende 2035 in Betrieb genommen werden.
Fortschritte beim Centre for Mathematics
Ebenfalls im Fokus steht das neue Centre for Mathematics Münster (CMM), dessen Rohbau bereits weit fortgeschritten ist. Zwischen Einsteinstraße und Orléans-Ring entstehen in sechs Geschossen moderne Räumlichkeiten, die für rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgelegt sind. Im zentralen Atrium des Gebäudes, das durch seine lichtdurchflutete Bauweise besticht, wurde kürzlich eine kupferne Zeitkapsel platziert. Diese Kapsel enthält unter anderem eine Urkunde, Bauzeichnungen und sogar ein Stück Schiefer – alles Symbolika für die künftige Generation von Wissenschaftlern und Entwicklern. Wie allesmuenster.de berichtet, basiert die Architektur des CMM auf dem Forschungskonzept von 47 Forschungs- und Nachwuchsgruppen der Universität.
Gestaltet mit dem Leitgedanken des „organisierten Zufalls“, fördern die offenen Bauformen den Austausch und die Zusammenarbeit unter den Wissenschaftler:innen. Dennoch stehen noch einige Herausforderungen an, da der Innenausbau, die Brandschutz- und Lüftungstechnik sowie die Installation von Trennwänden und Tafeln abgeschlossen werden müssen. Auch das Dach wird schließlich begrünt und mit Photovoltaikmodulen ausgestattet.
Mit diesen Projekten verfolgt die Universität Münster das Ziel, ihre Spitzenforschung in Mathematik und Informatik räumlich zusammenzuführen und zu stärken. Im kommenden Wintersemester wird zudem ein neuer fachbereichsübergreifender Studiengang in Data Science eingeführt, was das Engagement und die Vision der Universität unterstreicht. Mit all diesen Entwicklungen könnte der Hochschulstandort Münster in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.