Universität Münster eröffnet Deutschlands erste islamisch-theologische Fakultät
An der Uni Münster beginnt heute, am 25.09.2026, ein neues Kapitel in der deutschen Hochschullandschaft: Die Universität Münster eröffnet die erste islamisch-theologische Fakultät Deutschlands und Westeuropas. Die Eröffnungsfeier findet am Donnerstagabend statt.
Geplant sind acht Professuren und rund 450 Studienplätze. Gründungsdekan ist Mouhanad Khorchide, der die Fakultät unter das Leitmotiv „Islamische Theologie in Verantwortung, Zukunft gestalten“ stellt.
Öffentlich finanziert und in die Universität eingebunden
Die Einrichtung wird öffentlich finanziert und vollständig in die Universität integriert. Professoren, Lehrpläne und Abschlüsse stehen damit unter dem Dach der Hochschule – nicht außerhalb, sondern mitten im akademischen Betrieb.
Khorchide verbindet mit der Gründung ein weltoffenes Islamverständnis und einen gesellschaftlichen Auftrag. Er will unter anderem Menschen ansprechen, die aus Angst vor einer sogenannten Islamisierung rechte Parteien oder die AfD wählen. Das ist ein politisch aufgeladener Anspruch, und wohl auch einer, der über Seminarpläne und Prüfungsordnungen hinausweist.
Ausbildung, Forschung und internationale Kontakte
Die Fakultät soll islamische Theologen ausbilden. Zugleich sind akademische Forschung, Gutachten und der Aufbau von Netzwerken vorgesehen. Khorchide strebt außerdem eine stärkere internationale Vernetzung der islamischen Theologie an.
Interesse an Kooperationen und gemeinsamen Projekten mit ausländischen Einrichtungen sei bereits vorhanden. Wie diese Kontakte im Hochschulalltag aussehen werden, dürfte sich erst nach und nach zeigen – in gemeinsamen Forschungsprojekten, bei Gutachten oder vielleicht auch im Austausch von Studierenden und Lehrenden.
Mit acht Professuren und rund 450 Studienplätzen ist der Rahmen jedenfalls klar abgesteckt. Münster wird damit zu einem Ort, an dem islamische Theologie nicht nur Gegenstand öffentlicher Debatten ist, sondern als universitär verankertes Fach gelehrt und erforscht wird.
