Vor wenigen Tagen reiste eine Schulklasse der Euregio Gesamtschule Rheine zur Universität Osnabrück, nachdem sie Monate zuvor den emeritierten Professor für Anglistik, Prof. Dr. Harald Husemann, im Geschichtsunterricht besucht hatten. Husemann, der vor einigen Monaten zufällig zwei ehemalige Studentinnen traf, hatte seine Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus mit den Schülerinnen und Schülern geteilt, die gleichsam von ihrer Schulzeit an der Uni Osnabrück berichteten. So entstand der Wunsch, den Schülerinnen und Schülern die Universität näherzubringen und den interkulturellen Austausch zu fördern.

Nach einem interkulturellen Frühstück in der Schule, bei dem die Schüler Husemann mit modernem Wissen über soziale Medien wie Snapchat überrannten, reiste die Klasse in die Universitätsstadt für einen Gegenbesuch. Ein gemeinsames Frühstück in der Mensa der Uni eröffnete den Tag, bevor die Schüler die Seminarräume des Instituts für Anglistik und Amerikanistik besichtigten. Hier hatten sie die Möglichkeit, Fragen an Adolf Klein, den Hausmeister, und Emma Borchert, eine Lehramtsstudentin, zu stellen. Borchert gab interessante Einblicke in ihren Studienalltag, was bei den Jugendlichen sehr gut ankam.

Interkulturelles Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Ein zentrales Thema, das während der Diskussionen aufkam, ist die Verbindung von kultureller Vielfalt und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Interkulturelles Lernen spielt eine entscheidende Rolle, jedoch ist es oft wenig in die Programme der BNE integriert. So ist es wichtig, dass Schulen und Bildungseinrichtungen interkulturelle Elemente stärker in ihre Lehrpläne einbeziehen, um den Schülerinnen und Schülern zu helfen, globale und lokale Herausforderungen zu verstehen und aktiv zu gestalten. Wie die BNE Osnabrück darstellt, ist der Mangel an interkulturellen Ansätzen in der Umweltbildung bemerkenswert. BNE kann jedoch gezielt dazu beitragen, dass junge Menschen lernen, ihre Bedürfnisse im Einklang mit den planetaren Grenzen zu entwickeln und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

Diese Idee wird unterstützt durch die Nationale Plattform BNE, die relevante Maßnahmen zur Verankerung von BNE in allen Bildungsbereichen koordiniert. Der Fokus auf hochwertige Bildung zählt zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN, und insbesondere das vierte Ziel euroäischer Bildung strebt eine hohe Qualität für alle und eine fundierte Ausbildung an. Hierbei sind alle Akteure der Gesellschaft gefragt, um den Dialog über BNE und nachhaltige Bildung zu fördern.

Am Ende des Tages waren sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die beteiligten Lehrkräfte beeindruckt von den Erkenntnissen und dem Austausch, der wie ein frischer Wind in den Schulalltag wehte. Husemann, der mit 88 Jahren an der Veranstaltung teilnahm, zeigte sich begeistert vom Input der Schüler und fand den Kontakt ebenso lehrreich wie bereichernd. Die Ausstellung von traditionellem Wissensschatz in Kombination mit der Neugierde der Jugend stellt eine wichtige Basis für interkulturelles Lernen dar, das weit mehr als nur ein Schlagwort ist.

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