Neue Plattform hilft Angehörigen von Brustkrebspatienten in Osnabrück!
In einem bemerkenswerten Projekt haben die Universität Osnabrück, die Hochschule Osnabrück und die Medizinische Hochschule Hannover eine Plattform ins Leben gerufen, die sich gezielt an Angehörige von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs richtet. Unter dem Titel „Gemeinsam sorgen bei fortgeschrittenem Brustkrebs“ (Gesi-BK) soll diese Initiative den Betroffenen und deren Freunden sowie Familien eine wertvolle Unterstützung bieten. Die technische Umsetzung erfolgt durch das aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und ist von 2022 bis 2026 angesetzt, wie die Universität Osnabrück berichtet.
Die Plattform gemeinsamsorgen.de bietet eine Fülle von Informationen und Beratungsangeboten zu einem Thema, das viele im Alltag betrifft, und ist kostenlos nutzbar. Die Inhalte basieren auf Befragungen von Angehörigen und Recherchen zu technischen Unterstützungsmöglichkeiten, um den alltäglichen Herausforderungen der pflegenden Personen gerecht zu werden. Die Plattform zielt darauf ab, die Bedürfnisse von Familien, Freunden sowie weiteren sozialen Netzwerken zu berücksichtigen, die in die Betreuung eines erkrankten Menschen eingebunden sind.
Aufklärung und Unterstützung für Angehörige
Wenn ein geliebter Mensch an Brustkrebs erkrankt, fühlen sich Angehörige häufig hilflos und überfordert. Es ist wichtig, dass sie nicht nur für den Patienten da sind, sondern auch ihre eigenen Bedürfnisse und Sorgen im Blick behalten. Die Angst und Unsicherheit, die mit einer solchen Diagnose verbunden sind, können dazu führen, dass Angehörige gut gemeinte, aber auch belastende Ratschläge geben. Kommunikationsstrategien sind daher entscheidend, wie die Deutsche Krebshilfe hervorhebt. Offene Gespräche sind notwendig, um den Patienten das Gefühl zu geben, verstanden und unterstützt zu werden.
Wichtige Fragen an die Betroffene könnten sein, worüber sie reden möchte, welche Unterstützung sie im Alltag braucht und wie man sie am besten begleitet. Es geht darum, zuzuhören, ohne zu bevormunden und Raum für eigene Gespräche zu schaffen, um der Erkrankung nicht ständig den Vorrang einzuräumen. Diese Herangehensweise wird auch von der Plattform gesi-bk unterstützt, die den Austausch zwischen Angehörigen fördert, damit sie sich gegenseitig stärken können.
Gemeinsame Zeit und Selbstfürsorge
Eine weitere zentrale Botschaft aus der Forschung ist, dass Angehörige auch auf sich selbst achten sollten. Vertrauen und eine offene Kommunikation mit den erkrankten Personen sind unerlässlich. Wenn Kinder betroffen sind, sollte die Aufklärung schrittweise und altersgerecht erfolgen, um Vertrauen zu schaffen und die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes zu berücksichtigen. Druck ist hier fehl am Platz; die Betroffenen sollten das Gefühl haben, Fragen stellen zu können und in ihrem eigenen Tempo über die Erkrankung zu sprechen.
Für alle Beteiligten ist es wichtig, auch positive Momente zu schaffen und gemeinsame Zeit zu verbringen, in der die Erkrankung nicht im Mittelpunkt steht. Vielmehr sollte der Fokus darauf liegen, den Alltag zu genießen und Kraft zu tanken.
Der Bedarf an solch einer Unterstützung und Informationen ist erkennbar, und die Plattform wird in den kommenden Monaten weiterentwickelt, um den vielfältigen Bedürfnissen gerecht zu werden. Das Projekt könnte möglicherweise auch auf weitere Zielgruppen ausgeweitet werden, um noch mehr Menschen in ähnlichen Situationen zu erreichen.
Für Interessierte bietet die Website der Universität Osnabrück weiterführende Informationen sowie Kontaktmöglichkeiten für Medien. Es ist eine wertvolle Ressource, die angesichts des emotionalen und psychologischen Drucks, den eine Krebserkrankung mit sich bringt, erheblich zum Wohlbefinden von Angehörigen beitragen kann.
