Eine aktuelle Studie der Universität Osnabrück untersucht die Kommunikationsweise von freilebenden Weißbüschelaffen in Nordostbrasilien. Die Ergebnisse, die in der renommierten Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Affen nicht einfach wahllos rufen, sondern sich an klare Gesprächsregeln halten. Prof. Dr. Simone Pika leitete die Forschung, bei der Dr. Filipa Abreu und weitere Wissenschaftler mitwirkten. Insgesamt analysierten die Forscher 1.245 Lautinteraktionen von vier benachbarten Gruppen dieser Affen.

Das Besondere an den Erkenntnissen ist, dass die Weißbüschelaffen häufig längere Dialoge führen, in denen sie abwechselnd denselben Ruftyp verwenden. Zwischen den einzelnen Lautäußerungen vergingen im Durchschnitt etwa 1,3 Sekunden. Diese Kommunikationsmuster variieren zudem je nach Gruppenzugehörigkeit und bieten ein umfassenderes Bild der Fähigkeiten der Weißbüschelaffen in der zwischenartlichen Kommunikation. Solche Ergebnisse könnten neue Wege zur Erforschung der Evolution von Sprache eröffnen, wie die Studie aufzeigt.

Ein Blick auf den Grundwortschatz

Ergänzend wurden kleinste Einheiten der Lautäußerungen von Weißbüschelaffen von Tübinger Neurowissenschaftlern untersucht. Unter der Leitung von Dr. Steffen Hage zeigen die Ergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Current Biology“, dass die Lautäußerungen aus Silben fester Länge bestehen. Menschen können im Durchschnitt siebenmal pro Sekunde eine Silbe bilden, die etwa eine Siebtelsekunde dauert. Diesem Rhythmus liegt eine ausgefeilte Kehlkopfstruktur zugrunde, die die Sprachproduktion entscheidend beeinflusst.

Die Wahl der Weißbüschelaffen als Forschungsobjekt ist nicht zufällig, denn sie stehen evolutionär näher mit den Menschen in Verbindung als viele andere Tiere. Die Forscher beobachteten in einer Schallkammer, dass die Affen ihre Geräusche an bestimmten Punkten unterbrachen. Die langgezogenen Fiepen bestehen aus kurzen Bausteinen von etwa 100 Millisekunden. Diese Beobachtungen zeigen, dass die Affen einen festen Rhythmus in ihren Lautäußerungen haben, der dem menschlichen bemerkenswert ähnlich ist.

Neue Perspektiven auf Sprache

Diese neu gewonnenen Erkenntnisse könnten nicht nur unsere Sicht auf die Kommunikationsmuster von Weißbüschelaffen ändern, sondern auch einen Beitrag zum Verständnis der Ursprünge und Eigenarten der menschlichen Sprache leisten. Die Kombination der detaillierten Lautanalysen mit den beobachteten Kommunikationsregeln bietet eine faszinierende Möglichkeit, die evolutionären Grundlagen von Sprache besser zu erforschen und zu verstehen. Der Ansatz dieser Studien könnte somit auch für zukünftige Forschungen von Bedeutung sein.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Untersuchungen der Weißbüschelaffen spannende Einblicke in die Kommunikationsfähigkeit dieser Primaten bieten und Anhaltspunkte liefern, die möglicherweise auch für den Menschen von Relevanz sind. Weitere Forschungen in diesem Bereich dürften auf jeden Fall interessant bleiben, da da liegt was an für die Wissenschaft der Sprache.

Universität Osnabrück berichtet, dass …
Universität Tübingen zeigt, dass …