Bildschirmzeit kann für junge Kinder mehr sein als nur passives Konsumieren von Inhalten. Wissenschaftler*innen der Universität Paderborn haben das ERASMUS+-Projekt „SAYL“ („Stimulating Adventures for Young Learners“) ins Leben gerufen, das genau das in den Fokus nimmt. Ziel des Projekts ist es, die digitale Interaktion für Kinder zwischen drei und fünf Jahren zu gestalten und gleichzeitig deren sprachliche Kompetenzen zu fördern.

Nach intensiven drei Jahren Entwicklungsarbeit steht nun eine innovative Multimedia-Plattform bereit. Unter der Adresse saylbooks.com können Eltern und Kinder auf interaktive Geschichten zugreifen, die in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stehen. Aktuell sind zehn E-Books in 13 unterschiedlichen Sprachen erhältlich, darunter Deutsch, Englisch, Türkisch, Ukrainisch, Arabisch und Polnisch. Diese Vielfalt ist sowohl in den Mehrheits- als auch in den Minderheitensprachen der beteiligten Länder zu erkennen.

Interaktive Geschichten für die Kleinsten

Die E-Books der Plattform sind mehr als nur einfache Geschichten – sie beinhalten Animationen und Audios, die das Vorlesen fördern und Kindern einen einfachen Einstieg in die Welt der Bücher ermöglichen. Besonders hervorzuheben ist, dass auch zwei Bücher eigens für die Plattform von Gastautor*innen und Illustrator*innen erstellt wurden. So wird nicht nur das Lesen, sondern auch das aktive Mitgestalten von Erzählungen angerichtet.

Familien mit Kindern im Alter von vier und fünf Jahren können zudem an einer wissenschaftlichen Studie teilnehmen, die von der AG Psycholinguistik der Universität Paderborn durchgeführt wird. Interessierte sollten sich vor dem Besuch der Plattform per E-Mail an sprachspiellabor@uni-paderborn.de melden.

Vielfältige Angebote zur Sprachförderung

Doch die Plattform ist nicht das einzige Projekt, das die sprachliche Förderung von Kindern vorantreibt. In Deutschland wird in jeder vierten Familie eine andere Sprache als Deutsch gesprochen. Diesen Umstand berücksichtigt das Projekt „Lesestart: Geschichten sprechen deine Sprache“, das von der Stiftung Lesen und dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiiert wurde.

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Das Projekt hat zur Aufgabe, Fachkräfte zu unterstützen, die mit mehrsprachigen Kindern arbeiten. Drei zentrale Elemente stehen dabei im Vordergrund: Mehrsprachige Lesestart-Sets für Familien, Lese- und Medienboxen für Kitas und Schulen sowie digitale Fortbildungen für Fachkräfte. Bildungschancen für Kinder verbessern sich erheblich, wenn diese sowohl ihre Erstsprache pflegen als auch Deutsch lernen.

  • Mehrsprachige Lesestart-Sets werden verteilt.
  • Lese- und Medienboxen für die Erstellung sprach- und leseanregender Umgebungen.
  • Digitale Fortbildungen für ausgewiesene Fachkräfte.

Zusätzlich bieten verschiedene Programme, wie beispielsweise Amira-Lesen und Mulingula, zahlreiche digitale Geschichten in verschiedenen Sprachen an. Diese Initiativen richten sich nicht nur an Kinder, sondern auch an Lehrkräfte und das gesamte Bildungssystem, um die Mehrsprachigkeit bereits im frühen Alter effektiv zu fördern.

Mit diesen vielfältigen Maßnahmen wird die sprachliche Förderung von Kindern in Deutschland intensiv unterstützt und es entsteht ein Umfeld, das die Mehrsprachigkeit und das Lesen als zentrale Kompetenzen in die Gesellschaft integriert. Die Zukunft gehört den mehrsprachigen Kindern, und mit Projekten wie „SAYL“ stehen ihnen alle Türen offen.