Ein spannendes neues Kapitel in der digitalen Rekonstruktion von Kulturgütern wird mit dem Forschungsprojekt „HistoVeaR“ aufgeschlagen. Die World of VR GmbH, die Universität Paderborn und die TH Köln bündeln ihre Kräfte, um historische Kleidung in Virtual Reality erlebbar zu machen. Ziel des Projekts ist es, fragile und oft unvollständige Kleidungsstücke durch digitale Zwillinge zu ersetzen, die sich interaktiv und in Echtzeit bewegen lassen. Dies könnte eine ganz neue Art bieten, unser kulturelles Erbe zu bewahren und zugänglich zu machen, so wird in der Meldung der Universität Paderborn berichtet.

Die Kleidungsstücke, die wir über die Jahrhunderte hinweg getragen haben, sind nicht nur Ausdruck von Mode, sondern auch Identität. Sie erzählen Geschichten und spiegeln gesellschaftliche Entwicklungen wider. Doch viele historische Exemplare sind so fragil, dass sie nicht mehr getragen werden dürfen oder unvollständig sind. Das HistoVeaR-Projekt setzt auf innovative Technologien, um diese Herausforderungen zu meistern und den Menschen einen neuen Zugang zur Geschichte zu ermöglichen.

Innovative Ansätze zur Rekonstruktion

Ein zentrales Element des Projekts ist die kontaktlose Digitalisierung, die es erlaubt, empfindliche Textilien zu schonen. World of VR GmbH hat ein modulares Scansystem sowie ein 3D-Scanverfahren entwickelt, das die Geometrie, Oberflächenstruktur und Färbung der Kleidungsstücke erfasst. Die TH Köln ist zuständig für die Entwicklung eines KI-basierten Simulations- und Animationssystems, welches die physikalischen Eigenschaften der Stoffe berücksichtigt. So können realistische Bewegungen und Interaktionen zwischen digitalen Avataren und den Kleidungsstücken simuliert werden, wie auf der Webseite der TH Köln nachzulesen ist.

Die Universität Paderborn bringt ihr Fachwissen ein, indem sie in Kooperation mit einem assoziierten Museum originale Kleidungsstücke auswählt und Schnittmuster erstellt, die für die digitale Rekonstruktion genutzt werden. Damit bleibt der Zugang zu historischen Kleidungsstücken sowohl für Fachleute als auch für Interessierte gewahrt. Besucherinnen und Besucher von Museen können in naher Zukunft die Möglichkeit haben, diese Kleidungsstücke virtuell anzuprobieren und sich darin zu bewegen.

Für die kreative Industrie und die Gesellschaft

Das HistoVeaR-Projekt hat auch weitreichende Implikationen für die kreative Industrie. Die bereitgestellten Werkzeuge sollen es ermöglichen, historische Kleidung in VR-, Spiele- und Filmumgebungen zu integrieren. Über dies hinaus wird ein nutzerfreundliches Toolset entwickelt, das auch für kleinere Museen oder Bildungseinrichtungen interessant sein könnte. So könnte das Projekt nicht nur einen Zugang zu Kunst und Kultur schaffen, sondern auch dazu beitragen, jüngere, technikaffine Generationen anzusprechen.

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Immersive Technologien, wie sie auch in anderen Projekten Anwendung finden, revolutionieren aktuell die Art und Weise, wie wir mit kulturellem Erbe umgehen. So beschreibt ein Artikel auf LinkedIn, wie digitale Zwillinge und interaktive Elemente nicht nur den Zugang zu historischen Informationen erleichtern, sondern auch den Austausch und die Erkundung fördern. Diese Entwicklungen sind besonders relevant, da sie helfen, fragile Orte und Kunstwerke zu bewahren.

Das HistoVeaR-Projekt wird bis Ende Mai 2028 mit einer Förderung von rund 1,5 Millionen Euro durch den Innovationswettbewerb „NEXT.IN.NRW“ unterstützt, kofinanziert von der EU. Unter der Projektleitung von Tobias Kemper und mit dem Konsortium aus Experten der TH Köln und der Universität Paderborn wird der Grundstein für eine neue Ära der digitalen Kulturvermittlung gelegt.