Der Zustand der Staaten weltweit ist ein Thema, das nicht nur Akademiker interessiert, sondern auch Politik und Gesellschaft betrifft. Doktorin Theresa Paola Stawski von der Universität Passau hat mit ihrem Forschungsprojekt, dem Stateness Index (StIx), einen wertvollen Beitrag zu diesem Diskurs geleistet. In ihrem aktuellen Bericht, dem StIx Report 2025, analysiert sie den Zustand von 174 Staaten zwischen 2024 und 2025. Diese jährliche Untersuchung zeigt, wie kritisch der Zustand vieler Länder ist und wo es Lichtblicke gibt.

Im Jahr 2025 müssen 90 von insgesamt 171 Staaten als defekt eingestuft werden. Schockierend ist, dass sechs Staaten gar als nicht funktional oder kollabiert gelten. Über die Hälfte der untersuchten Staaten befindet sich in einem fragilen Zustand. Trotz dieser düsteren Zahlen gibt es auch positive Beispiele: 75 Staaten werden als funktionierend bezeichnet, darunter nicht nur westliche Länder, sondern auch Singapur, Costa Rica und Botswana. Estland wird als der am besten funktionierende Staat bewertet, gefolgt von Singapur und Dänemark. Auf der anderen Seite belegen Libyen, der Jemen und der Südsudan die letzten Plätze im Ranking.

Der Stateness Index im Detail

Stawskis Arbeit befasst sich nicht nur mit den offensichtlich messbaren Aspekten eines Staates, wie Regierungsstrukturen oder Demokratisierung. Sie hebt hervor, dass Staatlichkeit nicht unbedingt gleichbedeutend mit Demokratie sein muss. Viele Länder sind in einer sogenannten „fragility trap“ gefangen, in der formale und informelle Institutionen nur schwer zusammenarbeiten können. Um dies zu verdeutlichen, beschreibt sie den Einfluss beider Institutionen als variabel. Informelle Strukturen, die sich nicht auf den souveränen Anspruch des Staates stützen, spielen oft eine entscheidende Rolle im Alltag der Menschen und können die Stabilität eines Staates erheblich beeinflussen.

Die Daten für den Stateness Index werden seit 1950 für ca. 170 Länder generiert und sind auf der Webseite www.stateness-index.org einsehbar. Hier finden Forscher, Studierende und politisch Interessierte vielfältige Analyse-Tools, um Staatenprofile, Trends und regionale Verteilungsmuster zu erkunden. Diese Plattform ist eine wertvolle Ressource, gerade für diejenigen, die mehr über die komplexen Interaktionen zwischen Staaten und informellen Institutionen erfahren möchten.

Stawskis Forschung wird weiterhin an der Universität Passau fortgeführt, nachdem das Projekt ursprünglich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Universität Würzburg initiiert wurde. Ihre Ergebnisse sind nicht nur akademischer Natur, sondern sollten auch als Warnzeichen für politische Akteure und Entscheidungsträger dienen, sich mit den fragilen Zuständen vieler Regionen auseinanderzusetzen.

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Insgesamt zeigt der StIx Report 2025, dass der Zustand vieler Staaten nach wie vor kritisch bleibt. Ob es um die Herausforderungen der Fragilität geht oder um das positive Beispiel der gut funktionierenden Länder – jede Information im Bericht ist von Bedeutung und lädt uns ein, genau hinzusehen und zu handeln.

Für weitere Informationen über die Methodik und die Ergebnisse besuchen Sie bitte die Universität Passau.