Wer an der Universität oder Hochschule studieren und zugleich journalistisch arbeiten möchte, kann beides verbinden: Die Mediengruppe Bayern schreibt erneut ihr Journalismus-Stipendium aus. Bewerbungen sind bis zum 7. Januar 2027 möglich. Das Modell richtet sich an Studierende eines beliebigen Fachs und verbindet den regulären Studienweg mit einer Ausbildung zur Redakteurin beziehungsweise zum Redakteur.

Das Stipendienmodell des Journalisteninstituts der Mediengruppe Bayern gibt es seit mehr als 40 Jahren. Die journalistische Ausbildung entspricht einem Volontariat, lässt sich aber flexibel in den Semesterferien oder während eines Freisemesters absolvieren. Für Studierende, die nicht zwischen Hörsaal und Redaktion wählen wollen, ist das ein ziemlich praktischer Spagat.

18 Monate Praxis neben dem Studium

Die Praxisausbildung dauert insgesamt 18 Monate. Auf dem Plan stehen Recherche, das Schreiben journalistischer Texte, Filmen und Fotografieren sowie die Präsentation von Themen online und in Printmedien. Dazu kommen weitere crossmediale Kompetenzen – also genau jene Mischung, die heute in Redaktionen ständig gebraucht wird.

Zwölf Monate verbringen die Stipendiatinnen und Stipendiaten in Redaktionen der Mediengruppe Bayern. Dazu zählen die Passauer Neue Presse, der Donaukurier, die Mittelbayerische Zeitung und die Mediengruppe Oberfranken. Weitere sechs Monate können bei anderen Medienhäusern oder Unternehmen stattfinden. Ergänzend gibt es Block- und Tagesseminare, in denen journalistische Grundlagen vertieft werden.

Drei Jahre lang erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer monatlich 400 Euro. Während der Praxisphasen werden außerdem Fahrtkosten unterstützt. Pro Jahr nimmt das Programm sechs Stipendiatinnen und Stipendiaten auf. Ziel ist ein regulärer Studienabschluss, ergänzt um eine vollwertige praktische Berufsausbildung für Tätigkeiten in Kommunikationsberufen.

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Für die Bewerbung müssen eine Reportage und ein Kommentar zu einem vorgegebenen Thema eingereicht werden. Eine Jury bewertet die Texte. Wer dabei überzeugt, wird zur finalen Auswahlprüfung am Mittwoch, 27. Januar 2027, nach Passau eingeladen. Informationen zu den Textanforderungen und zum Auswahlverfahren stehen unter stipendium.mgbayern-jobs.de. Die dort zugänglichen zusätzlichen Informationen aus der vorliegenden Quelle waren nicht lesbar beziehungsweise offenbar beschädigt oder verschlüsselt; eine sachliche Ergänzung daraus ist deshalb nicht möglich.

Termine in Regensburg, Passau und Ingolstadt

Wer vorher Fragen hat, kann zu einer der Informationsveranstaltungen kommen. In Regensburg findet sie am Montag, 2. November, von 17 bis 19 Uhr im großen Seminarraum im Verlagsgebäude der Mittelbayerischen Zeitung, Kumpfmühler Straße 15, statt.

In Passau geht es am Dienstag, 3. November, von 17 bis 19 Uhr weiter. Treffpunkt ist Raum 017 des ITZ der Universität Passau, Innstraße 43. In Ingolstadt folgt am Mittwoch, 4. November, ebenfalls von 17 bis 19 Uhr, die Veranstaltung im Konferenzraum des Donaukurier-Verlagsgebäudes, Stauffenbergstraße 2a.

Gerade für Studierende an der Uni Passau liegt der Termin im ITZ praktisch vor der Haustür. Mehr als ein Laptop, ein paar Fragen und vielleicht etwas Mut für den ersten Schritt braucht es dort zunächst nicht.

Was ein Volontariat später bieten kann

Wie unterschiedlich journalistische Ausbildungswege aussehen können, zeigen Erfahrungen aus dem Volontariat bei FUNKE. Samantha Dixon arbeitet als Crossmedia-Volontärin zu gesellschaftlichen Ungleichheiten und Machtstrukturen, auch mit Blick auf den lokalen Kontext. Für ein eigenes journalistisches Auslandsprojekt reiste sie nach Uganda und veröffentlichte ihre Geschichten für die WAZ sowie über die Zentralredaktion. Sie beschreibt das Projekt als Möglichkeit, sich journalistisch auszuprobieren und Wissen aus dem Volontariat anzuwenden.

Lea Röhrig startete als Digital-Volontärin mit viel Input und neuen Eindrücken. Im Digital-Team fühlte sie sich von Anfang an aufgenommen; besonders gern arbeitete sie bisher im Social-Media-Team. Dort entwickelte sie eigene Themenideen und produzierte Videos sowie Beiträge. Ulascan Koku bevorzugt dagegen seine Station in der Düsseldorfer Lokalredaktion, berichtet über zahlreiche Themen aus der Landeshauptstadt und arbeitet crossmedial. Texte über gesellschaftlich relevante Vereine nutzt er, um Menschen eine Stimme zu geben.

Auch die Themen können klar gesetzt sein. Tamara Tadsen entschied sich gezielt für das Klima-Volontariat bei der WAZ. Sie hält es für selten, dass ein Unternehmen Klima- und Umweltthemen in dieser Form zum Schwerpunkt macht. Klima-Journalismus verbindet sie mit Information, Einordnung und Hilfestellungen – für ein Gebiet, das ihrer Einschätzung nach häufig zu wenig beachtet wird und doch alle betrifft.

Charlotte Schneider nimmt mit einem FUNKE-Stipendium an einem Masterstudiengang Digitaler Journalismus an der Hamburg Media School teil. Seminare helfen ihr, den Alltag in der Lokalredaktion zu unterbrechen und journalistische Arbeitsweisen zu reflektieren. Dabei entwickelte sie neue Projekte, überarbeitete bestehende Ansätze und machte nach eigener Darstellung fachliche wie persönliche Fortschritte.

Amelie Pohlmann begann ihr Volontariat mit einem mehrtägigen Seminar bei ProContent in Essen. Dort bekam sie Grundlagen und praktisches Wissen für die Arbeit in der Redaktion. In ihrer ersten Station in Wolfsburg recherchierte und bearbeitete sie schon ab der ersten Woche eigenständig Themen, lernte dadurch die Stadt kennen und probierte das Gelernte direkt aus. Roya Hedayati übernahm in ihrer ersten Woche in der Lokalredaktion einen Bericht über die Evakuierung eines Kinderheims nach einem Brand. Dafür führte sie Interviews mit der Freiwilligen Feuerwehr und einer Stiftung, die eine Kita betreibt. Die Aufgabe war herausfordernd, sie musste ihre Komfortzone verlassen – am Ende war sie mit dem fertigen Bericht zufrieden.

Ein Ausbildungsweg muss außerdem zum Leben passen. Claudia Bartels absolviert ihr Volontariat wegen ihrer familiären Situation in Teilzeit. Sie hat zwei Kinder im Kindergartenalter, ihr Ehemann ist regelmäßig mehrere Wochen abwesend. Bartels arbeitet 25 Stunden pro Woche; die Arbeitszeiten werden flexibel und in Abstimmung mit der jeweiligen Station sowie den familiären Umständen festgelegt.

Eve Bernhardt beschäftigt sich privat intensiv mit Podcasts und spezialisiert sich beruflich durch frei wählbare Seminare auf dieses Thema. Volontärinnen und Volontäre können Wünsche für ihren Ausbildungsplan äußern. In Bernhardts Plan ist deshalb ein Besuch bei einem Radiosender vorgesehen. Ahmad Shihabi wiederum hat Deutsch nicht als Muttersprache. Trotzdem wurde er für ein Volontariat bei der NRZ aufgenommen und nach eigener Aussage von Beginn an unterstützt. Seine Schwerpunkte lagen bei Migration, Flucht und aktuellen politischen Themen. Dadurch brachte er eine andere Perspektive in die Redaktion ein, die laut ihm von Redaktion und Leserinnen und Lesern geschätzt wird.

Stationen, Seminare und eigene Projekte

Der Ablauf des Journalismus-Volontariats bei FUNKE ist in mehrere Stationen gegliedert. Das Onboarding dauert drei bis vier Tage: Einstieg in der Redaktion des FUNKE-Titels, Kennenlernen der Kolleginnen und Kollegen sowie interner Abläufe. Danach folgen fünf bis sechs Monate in einer Lokalredaktion, in denen die Volontärinnen und Volontäre an lokalen Themen arbeiten und ein Gespür für Menschen und ihre Anliegen entwickeln.

Die fünfwöchige Grundausbildung besteht aus einem journalistischen Bootcamp bei ProContent und dem Kennenlernen anderer Volontärinnen und Volontäre. In der Mantelredaktion verbringen sie drei bis vier Monate, nehmen an großen Redaktionskonferenzen teil und erhalten Einblicke in Ressorts des jeweiligen Schwerpunkttitels.

Vier bis fünf Monate sind für die Online-Redaktion vorgesehen, unter anderem an Newsdesk, Social Media und im Conversion Management. In der FUNKE-Zentralredaktion in Berlin produzieren sie während eines weiteren Monats überregionale Inhalte. Eine Hospitation dauert einen Monat und ist bis zu zweimal möglich – je nachdem, welche Stationen zu den eigenen Interessen passen.

Danach folgt eine drei- bis viermonatige Projektzeit, in der ein eigenes Projekt für den Schwerpunkttitel entwickelt und umgesetzt wird. Die abschließende Zielredaktion dauert drei Monate und dient als Orientierungsphase in jener Redaktion, in der eine spätere Übernahme angestrebt wird. Reihenfolge und Dauer können geringfügig variieren; bei Reichweitenportalen und Tochterunternehmen können die Ausbildungspläne abweichen.

FUNKE bündelt nach eigenen Angaben zwölf tagesaktuelle Regionalmedien, digitale Verticals, Zeitschriften