In Málaga riecht es Anfang Oktober nach Meer, warmem Stein und ein bisschen nach Fest. Für Passau ist das keine ganz fremde Mischung: Seit 1987 pflegen Málaga und Passau eine Städtepartnerschaft, die aus den Verbindungen zwischen der Universität Málaga und der Universität Passau hervorgegangen ist. Heute, am 4. Oktober 2026, bekommt diese Beziehung an der Universität Passau wieder eine sehr konkrete, künstlerische Seite.

Bis in die 1990er-Jahre wurde die Partnerschaft im Herbst mit Festen und Kulturveranstaltungen gefeiert. Dazu wurden deutsche Künstler eingeladen. Mitte der 1990er-Jahre veranstaltete Málaga sogar ein großes Oktoberfest auf der Plaza de la Merced. Mit der Zeit fanden die Feierlichkeiten seltener statt und wurden schließlich eingestellt. Geblieben ist aber der Austausch – und der hat sich über die Kunst neu sortiert.

Von der „Ruta de Arte“ zum jährlichen Austausch

Den Anstoß gab 2004 ein Vortrag von Klaus Dirscherl, Professor für Romanische Literaturen und Kulturen an der Universität Passau, an der Universität Málaga. Dirscherl stellte die von jungen Künstlern initiierte „Ruta de Arte“ vor. Die Künstler suchten damit neue Möglichkeiten, ihre Werke zu präsentieren.

Ein Jahr später, 2005, reisten erstmals neun Künstler aus Málaga für zwei Wochen nach Passau. Sie arbeiteten dort und stellten anschließend ihre Werke aus. Daraus entwickelte sich ein jährlicher Künstleraustausch, der zwischen beiden Städten wechselt: In einem Jahr besuchen Künstler aus Málaga Passau, im Folgejahr reisen Künstler aus Passau nach Málaga. Anfangs waren größere Gruppen dabei, inzwischen sind es jeweils zwei Künstler. Rund 60 Künstler haben bisher an dem Programm teilgenommen.

Gefördert wird der Austausch von den Stadtverwaltungen beider Städte, unterstützt durch die Deutsch-Spanische Gesellschaft Passau. Zum 20-jährigen Bestehen im Vorjahr zeichnete die Stadt Málaga alle örtlichen Künstler aus, die an dem Austausch teilgenommen hatten.

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Zwei Passauer Künstler in Málaga

2026 präsentieren die deutschen Künstler Albena Bauer und Sebastian Gessenharter ihre in Málaga entstandenen Werke. Beide halten sich seit Mitte September in der andalusischen Stadt auf. Bauer arbeitet im Atelier der Künstlerin und Austauschkoordinatorin Verónica Romero. Der Landschaftsmaler Gessenharter arbeitet in der Natur – bei Licht, Wind und den wechselnden Farben der Landschaft, statt unter einer gleichmäßig summenden Atelierlampe.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 6. bis 29. Oktober im Ausstellungssaal der Sociedad Económica Amigos del País, Plaza de la Constitución 7. Die Vernissage beginnt am 6. Oktober um 12:30 Uhr.

Auch abseits der Ausstellungsräume ist in diesen Tagen einiges los. Am 30. September traf eine 24-köpfige Gruppe der Deutsch-Spanischen Gesellschaft Passau in Málaga ein. Am 1. Oktober wurde sie im Deutschen Konsulat empfangen, am Abend folgte ein öffentlicher Festakt mit Flamenco-Show. Erika Träger, ehemalige Bürgermeistervertreterin Passaus, überreichte den spanischen Künstlern Lebkuchenherzen – ein typisches Element der Passauer Dult, das in Málaga vermutlich für ein paar neugierige Blicke sorgte.

Während ihres zehntägigen Aufenthalts sind unter anderem ein Empfang beim Bürgermeister von Málaga sowie Ausflüge nach Córdoba, Granada und Frigiliana geplant. Zwischen Terminen, Reisebus und Ausstellungsvorbereitung bleibt da wahrscheinlich wenig Zeit zum Durchschnaufen. Aber genau aus solchen Begegnungen lebt eine Städtepartnerschaft, die nicht bloß auf Papier existiert.

Passau in einem dichten Netz deutsch-spanischer Kontakte

Die Verbindung mit Málaga steht nicht allein. Die Liste deutsch-spanischer Städte- und Gemeindepartnerschaften reicht von Aachen und Toledo, die seit 1985 verbunden sind, bis zu Würzburg und Salamanca, deren Partnerschaft seit 1980 besteht. Auch Berlin und Madrid pflegen seit 1988 Kontakte; Köln ist gleich mit drei spanischen Städten beziehungsweise Regionen verbunden: Barcelona seit 1984, Las Palmas de Gran Canaria seit 1996 und Granada seit 1997.

In Bayern finden sich neben Passau – Málaga seit 1987 unter anderem Mindelheim und Sant Feliu de Guíxols seit 1967, Würzburg und Salamanca seit 1980, Kötzting und Altea seit 1991 im Rahmen der Douzelage sowie Nürnberg und Córdoba seit 2010. Altmannstein/Beilngries und Eichstätt sind seit 1994 mit dem Naturpark Sierra de María beziehungsweise Sierra de María in Andalusien verbunden. Fürstenfeldbruck und Almuñécar arbeiten seit 2005 zusammen.

Das Netz zieht sich durch ganz Deutschland: Bochum und Oviedo verbindet eine Partnerschaft seit 1980, Wiesbaden und Donostia-San Sebastián seit 1981, Mainz und Valencia seit 1978. Freiburg im Breisgau und Granada sind seit 1991 verbunden, Duisburg und Bilbao seit 1995, Paderborn und Pamplona seit 1993. Neuere Einträge sind etwa Ramstein-Miesenbach und Rota seit 2019, Spangenberg und Cariñena seit 2018 sowie Braunfels und Carcaixent seit 2017.

Manche Kontakte sind ausdrücklich als Städtefreundschaft bezeichnet: Cuxhaven und Vilanova de Arousa pflegen eine solche Verbindung seit 2001, Düsseldorf und Puerto de la Cruz seit 2003. Andere Partnerschaften führen in kleinere Orte und Regionen – etwa Kirkel und Torrox seit 2011, Knittlingen und Benaoján sowie Montejaque seit 2000, oder Scharbeutz und Navajas seit 1986.

In dieser langen Reihe wirkt der Passauer Künstleraustausch angenehm handfest: zwei Menschen, zwei Arbeitsweisen, ein Aufenthalt und am Ende Bilder, die nach Málaga aussehen, aber auch etwas von Passau mittragen. Am 6. Oktober hängen sie in der Plaza de la Constitución. Draußen rauscht die Stadt weiter, drinnen beginnt um 12:30 Uhr die Vernissage.