In einem wegweisenden Seminar, das ab 2026 an der Universität Potsdam angeboten wird, kombinieren Studierende Bierbrauen mit wissenschaftlichem Arbeiten. Malte Teichmann, ein Wirtschaftsinformatiker, führt die Teilnehmenden in den neuen Braukeller der Digitalvilla in Griebnitzsee, wo sie nicht nur lernen, wie ein gutes Bier entsteht, sondern auch, wie man von einer Forschungsfrage zu einem Ergebnis gelangt. uni-potsdam.de berichtet, dass in Deutschland rund 5.000 bis 6.000 Biersorten existieren und täglich neue Sorten hinzukommen. Das Seminar wird den Teilnehmenden zeigen, welche Rolle das Deutsche Reinheitsgebot spielt, das nur vier Zutaten für die Bierproduktion erlaubt: Wasser, Hopfen, Hefe und Malz.

Der Brauprozess selbst ist ein vielschichtiger Vorgang, der Schritte wie Mälzen, Schroten, Maischen und Läutern umfasst. Am ersten Tag des Seminars erhalten die Studierenden eine Einführung in die Grundlagen der Forschungsfragen und des Bierbrauens. Danach werden in vier Teams unterschiedliche Biersorten, darunter Pils, Weizenbier, Lager und Schwarzbier, gebraut. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig wissenschaftliche Methoden zu erlernen, was eine besondere Form des erfahrungsbasierten Lernens darstellt. Diese Methode soll helfen, die Herausforderungen zu bewältigen, die viele Studierende bei der Suche nach wissenschaftlicher Literatur und der Strukturierung von Argumentationen haben.

Ein innovativer Ansatz zur Förderung wissenschaftlicher Kompetenzen

Das Seminar hat das Ziel, die wissenschaftliche Methodenkompetenz der Studierenden zu stärken. In einem Kontext, in dem viele Studierende Schwierigkeiten haben, Forschungsfragen zu formulieren und wissenschaftliches Arbeiten zu strukturieren, stellt das Bierbrauen einen motivierenden Rahmen dar. lswi.de hebt hervor, dass solche praktischen Formate das wissenschaftliche Denken fördern können. Die Teilnehmenden erleben, wie Theorie und Praxis ineinandergreifen und entwickeln so ihre eigenen Fähigkeiten zur eigenständigen Forschung weiter.

Besonders interessant wird auch der letzte Tag des Seminars sein, der mit einer Verkostung der selbstgebrauten Biere beim „Scientific Braufest“ endet. Dieses Event bietet den Studierenden die Möglichkeit, die Ergebnisse ihrer Arbeit zu präsentieren und sich im Austausch mit anderen zu vernetzen. Neben der praktischen Komponente wird das Seminar wissenschaftlich evaluiert, um den langfristigen Erfolg und die Effektivität dieser innovativen Lehrformate zu bewerten.

Zu den geplanten Weiterentwicklungen gehört die Öffnung des Braukellers für die Stadtgesellschaft, um auch externe Interessierte in die Welt des Bierbrauens einzuführen. Die Projektdauer erstreckt sich bis ins Jahr 2027 und wird von einem engagierten Team an der Universität Potsdam begleitet, das sich dafür einsetzen möchte, dass diese Form des Lernens nicht nur eine episodische Erfahrung bleibt, sondern nachhaltig im Lehrangebot integriert wird.

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