Die Universität Potsdam hat sich einen ambitionierten Partner ins Boot geholt: Am 7. Juli 2026 wurde die Nathan Peter Levinson Stiftung offiziell als An-Institut anerkannt. Diese Entscheidung markiert den Höhepunkt einer Zusammenarbeit, die nun seit rund zwei Jahren besteht und in erster Linie darauf abzielt, die Ausbildung von Rabbinerinnen, Rabbinern sowie Kantorinnen und Kantoren in Deutschland zu intensivieren. Die Stiftung hat sich der Förderung akademischer Qualität und Transparenz in der Ausbildung liberaler (Reform) und konservativer (Masorti) jüdischer Geistlicher verschrieben.

Die Nathan Peter Levinson Stiftung, die 2024 gegründet wurde, leitet drei wichtige Ausbildungsseminare: das Abraham J. Heschel Seminar für die konservative Rabbinerausbildung, das Regina Jonas Seminar für die liberale Rabbinerausbildung sowie das Louis Lewandowski Seminar für die Kantorenausbildung. Diese Ausbildungsprogramme sind eng verzahnt mit den Bachelor- und Masterstudiengängen der School of Jewish Theology an der Universität Potsdam, was den Studierenden eine umfassende akademische Grundlage bietet. Laut uni-potsdam.de wird die Sichtbarkeit und Entwicklung von Lehr- und Veranstaltungsangeboten durch die Anerkennung als An-Institut erheblich gestärkt.

In einer Zeit, in der der Bedarf an gut ausgebildeten jüdischen Geistlichen steigt, ist die Rolle dieser Stiftung von zentraler Bedeutung. Die Lehrkräfte an den Seminaren sind bedeutende Persönlichkeiten des jüdischen Lebens in Deutschland und weltweit, was zusätzliche Qualität und Reputation in die Ausbildung einbringt. Die Universität Potsdam unterstreicht mit diesem Schritt ihr langfristiges Engagement für die Ziele der Stiftung. Das Bestreben, die Rabbiner- und Kantorenausbildung in Potsdam langfristig zu sichern, zeugt von vorausschauendem Denken und einem tiefgreifenden Verständnis für die Anforderungen an die jüdische Bildung in Deutschland.

Neue Kooperationen und Perspektiven

Besonders spannend wird die anstehende Zusammenarbeit zwischen der Nathan Peter Levinson Stiftung und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (HfJS). Diese enge Kooperation soll nicht nur die rabbinische Ausbildung stärken, sondern auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit intensivieren. Ein erster Schritt in diese Richtung war die Unterzeichnung einer Absichtserklärung im Februar 2026, bei der unter anderem Rektor Andreas Brämer von der HfJS und Dmitrij Belkin, Vorstand der Stiftung, anwesend waren. Als strategisch wichtig bezeichnete Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, diese Partnerschaft für die jüdische Bildungslandschaft in Deutschland. Beide Institutionen möchten gemeinsam Studienangebote für Rabbiner und Kantoren sowie für Studierende der Theologie und Pädagogik ausbauen, um ein umfassendes Bildungsangebot zu schaffen.

Die Nathan Peter Levinson Stiftung hat sich als dynamische Kraft im Bereich der jüdischen Bildung etabliert. Geplant ist auch die Einrichtung einer eigenen Bibliothek in Potsdam, die durch rabbinische Spenden finanziert werden soll. Wichtig ist auch, dass die Stiftung datumsaktuell in Containern untergebracht ist, wo Gottesdienste und Lehrveranstaltungen stattfinden, während die Synagoge auf dem Campus und das Abraham Geiger Kolleg zurzeit nicht genutzt werden können. Es bestehen Bedenken hinsichtlich der langfristigen Situation der Stiftungsräume, die unter Umständen die jüdische religiöse Ausbildung in Deutschland beeinträchtigen könnten, so Belkin.

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In Summe zeigt die Entwicklung rund um die Nathan Peter Levinson Stiftung, wie wichtig eine solide Ausbildung für die zukünftigen Führungspersönlichkeiten der jüdischen Gemeinden ist. Diese Initiative dürfte auf lange Sicht einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung des jüdischen Bildungs- und Forschungsumfeldes in Deutschland leisten. Umso mehr freut man sich auf die zahlreichen Schritte, die in den kommenden Jahren in diesem Bereich unternommen werden sollen.