Am 16. Juli 2026 besuchte die Botschafterin der Republik Zimbabwe, I.E. Alice Mashingaidze, die Universität Potsdam, um über die Ergebnisse eines Studien- und Lehrprojekts zu informieren. Mit dabei waren Prof. Dr. Manfred Rolfes und eine Gruppe von 14 Lehramtsstudierenden, die kürzlich nach Zimbabwe reisten, um das Thema Klimagerechtigkeit intensiv zu diskutieren. Die Exkursion war Teil eines Programms, das durch das EU-Förderprogramm Erasmus+ unterstützt wurde.

Während ihrer 2.200 Kilometer langen Reise durch Zimbabwe erlebten die Studierenden eine Vielzahl von urbanen und ländlichen Regionen sowie historische Kulturstätten. Dabei führten sie Gespräche mit Lehrkräften, Forschenden und Fachleuten aus Politik und Wirtschaft, um die vielschichtigen Gerechtigkeitsfragen der Region zu analysieren. Themen wie Stadt gegen Land, Arm gegen Reich sowie die Differenzen zwischen dem Globalen Norden und Süden standen im Mittelpunkt.

Klimawandel und seine Herausforderungen

In Zimbabwe sind die Auswirkungen des Klimawandels alarmierend. Laut Erkenntnissen zeigt sich der Einfluss in extremen Wetterereignissen wie Zyklonen und Dürren. Besonders prägnant war der Zyklon Idai im März 2019, der etwa 270.000 Menschen betraf und massive Schäden in Milliardenhöhe verursachte. Die Erholung von diesem Ereignis dauerte Jahre. Im Jahr 2024 kam es zu einer schweren Dürre, die durch das Wetterphänomen El Niño verstärkt wurde und zu einem Verlust von etwa 60% der Maisernte führte. Der nationale Katastrophenzustand wurde ausgerufen, und 7,7 Millionen Menschen benötigten humanitäre Hilfe.

Angesichts dieser Herausforderungen ist es besonders besorgniserregend, dass über 60% der Bevölkerung in der informellen Wirtschaft tätig ist und somit wenig soziale Absicherung genießen kann. Dies verschärft die ohnehin angespannte Situation in ländlichen Gebieten, wo Dürre und Zyklone die Armut verstärken. Organisationen wie SODI und PORET arbeiten jedoch daran, nachhaltige Anbaumethoden und Resilienzstrategien zu fördern, um den Herausforderungen zu begegnen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Das Lehrprojekt an der Universität Potsdam zielte darauf ab, die angehenden Geographielehrkräfte für die globalen Herausforderungen im Kontext der Klimagerechtigkeit zu sensibilisieren. Dr. Pola Serwene brachte fachdidaktische Perspektiven in die Diskussion ein, um einen vielfaltorientierten und rassismuskritischen Unterricht zu fördern. Die Studierenden entwarfen verschiedene Forschungsprojekte, die sie während der Veranstaltung präsentierten. Diese Projekte behandelten Themen wie ausländische Direktinvestitionen, Reparaturkultur, die Lebensrealitäten zimbabwischer Frauen, Migration und Klimabildung.

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Darüber hinaus verdeutlichte ein interkultureller Workshop mit jungen Erwachsenen und Studierenden aus Zimbabwe die gemeinsamen Sorgen um die Zukunft. Sowohl die Botschafterin als auch der Präsident der Universität Potsdam hoben die Bedeutung des interkulturellen Austauschs hervor, um globale Probleme, insbesondere die Herausforderungen durch den Klimawandel, gemeinsam anzugehen. Die Dringlichkeit, mit der diese Themen behandelt werden müssen, wurde während des Projekts eindrücklich vermittelt.

Abschließend wird ein Sammelband entstehen, welcher die Ergebnisse der Forschungsarbeiten bündelt. Auch ein Projektfilm von Gerd Antepohl wird die Eindrücke und Erlebnisse der Studierenden dokumentieren, welchen sie während ihrer Exkursion sammeln konnten. Die Notwendigkeit eines intensiven interkulturellen Dialogs zur Bewältigung der Herausforderungen durch den Klimawandel kann nicht genug betont werden.