Der Wissensaustausch zwischen Bildungseinrichtungen und der Praxis steht im Fokus der kommenden Netzwerktagung „Uni trifft Schule“, die am 11. Juni 2026 im Bildungsforum Potsdam stattfinden wird. Ausgerichtet vom Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZeLB) der Universität Potsdam, verfolgt die Veranstaltung das Ziel, einen lebendigen Wissenstransfer zwischen Bildungsforschung, fachdidaktischer Entwicklung und Schulpraxis zu ermöglichen. Ein zentrales Anliegen der Tagung ist die Auseinandersetzung mit Themen wie Demokratiebildung und dem Umgang mit antidemokratischen Haltungen in der Schule.
Torsten Wiegel, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Jugend und Sport der Landeshauptstadt Potsdam, wird die Tagung eröffnen. Prof. Dr. Andreas Borowski, ZeLB-Direktor, wird die aktuellen Campusschul-Netzwerke präsentieren, die die Zusammenarbeit zwischen Universität und Schulen fördern. Zudem stehen verschiedene Preise auf dem Programm, darunter der prestigeträchtige Titel „Science Teacher of the Year“ sowie die Dr. Hans Riegel-Fachpreise für herausragende naturwissenschaftliche Schülerarbeiten.
Vielfältige Themen und Impulse
Ein spannendes Programm erwartet die Teilnehmer. Unter den Themen der Tagung finden sich unter anderem der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht und das Konzept des selbstorganisierten, kompetenzorientierten Lernens. Besonders betont wird auch die Relevanz von Demokratiebildung, die im pädagogischen Impulsvortrag von Björn Nölte behandelt wird. Der Vortrag wird sich mit „Eigenverantwortlichem Lernen als Schlüssel für Demokratiebildung“ auseinandersetzen und geht damit auf die zunehmende Bedeutung dieser Thematik ein.
Im Kontext von Diskriminierung in Schulen und der Notwendigkeit, antidemokratische Äußerungen zu verstehen, wird das Projekt DEKOS vorgestellt. Wie in einem Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) beschrieben, verfolgt DEKOS einen didaktischen Ansatz, der Schulen helfen soll, eine nicht verdächtigende Pädagogik zu entwickeln, um der Diskriminierung von Gruppen entgegenzuwirken. Dabei liegt der Fokus auf dem Verständnis der Hintergründe diskriminierender Äußerungen von Schülern, was eine sensible und vertrauensvolle Gesprächskultur erfordert. So können Lehrkräfte die häufig komplexen Ursachen solcher Äußerungen besser nachvollziehen.
Künstliche Intelligenz im Klassenzimmer
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Schulalltag. Die neuesten Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers zeigen, dass über 60 Prozent der Lehrkräfte skeptisch sind, wenn es um die Integration von KI-Tools geht. Diese Skepsis könnte, vor dem Hintergrund der Vielzahl an Herausforderungen in der pädagogischen Praxis, eine Hürde darstellen. Wie das Deutsche Schulportal berichtet, fühlen sich 62 Prozent der Befragten im Umgang mit KI unsicher, was sich in einer geringen Nutzung von KI in der Unterrichtsgestaltung niederschlägt.
Trotz der Herausforderungen sehen viele Lehrkräfte jedoch auch die Potenziale der Technologien: Insbesondere bei der individuellen Lernunterstützung erwarten 57 Prozent positive Effekte. Die Tagung wird somit auch dazu dienen, Lehrkräften das nötige Rüstzeug an die Hand zu geben, um KI sinnvoll in ihren Unterricht zu integrieren.
Die Netzwerktagung bietet eine wertvolle Gelegenheit für Lehrkräfte, sich über aktuelle Entwicklungen und Ansätze auszutauschen und neue Kooperationsmöglichkeiten zu erkunden. Interessierte sind eingeladen, am Markt der Möglichkeiten teilzunehmen und gemeinsam mit Fachexperten über innovative Wege zur Gestaltung von Schulen der Zukunft nachzudenken.
Für weitere Informationen können sich Interessierte an Dr. Mirko Wendland, Geschäftsführer des ZeLB, wenden.