Die Neuauflage steht: Am Samstag, dem 24. Oktober 2026, wird an der Universität Tübingen wieder um den Pokal der Universität gelaufen. Zum 38. Mal geht es beim 100-Kilometer-Staffellauf um Ausdauer, Wechsel und die Frage, welches Team am längsten gemeinsam durchhält.

Der Termin folgt auf eine frühere Absage wegen großer Hitze. Diesmal sollen unter anderem Teams des Tübinger Laufladens und des Tübinger Runclubs TRC Turbotaschen II an den Start gehen. Los geht es um 13:00 Uhr auf dem Nebenplatz vor der Universitätssporthalle. Der Hinweis auf den neuen Termin wurde am 7. Oktober 2026 um 18 Uhr von Vincent Meissner veröffentlicht.

100 Kilometer, Paar für Paar

Im klassischen Hauptlauf besteht ein Team aus zehn Läuferinnen und Läufern. Mindestens zwei Frauen müssen starten. Die ersten beiden Runden gehören jeweils einem dieser beiden weiblichen Teammitglieder: In Runde eins und Runde zwei läuft jeweils eine Läuferin allein. Danach wird paarweise gelaufen.

Die Paare können beliebig zusammengestellt und eingesetzt werden. Gemeinsam absolvieren sie jeweils eine 1000-Meter-Runde und übergeben anschließend an das nächste Paar. Der Wechsel findet in einer Wechselzone per Handschlag zwischen dem ankommenden und dem ablaufenden Paar statt. Für jede gelaufene Runde wird im Wechselraum eine Rundenmarke abgegeben. Alle Teams sollen in einheitlichen T-Shirts antreten – bei zehn Leuten und vielen Wechseln dürfte das zumindest optisch für etwas Ordnung sorgen.

Das reguläre Ziel ist nach 50 Wertungsrunden erreicht, also nach insgesamt 100 Kilometern. Die Platzierung richtet sich nach der Reihenfolge der Zielankunft nach dem Durchlaufen des Zielkanals. Nach 4 Stunden und 10 Minuten ist Zielschluss; dann endet das Rennen für alle noch teilnehmenden Teams. Wer bis dahin nicht im Ziel ist, wird nach der bis zum Zielschluss gelaufenen Zeit beziehungsweise Strecke eingeordnet.

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Auch für Familien und Schulen

Beim Einsteigerlauf geht es etwas niederschwelliger zu. Er ist für Schulen, Kindergärten und Familien vorgesehen, die Teams dürfen aus maximal 15 Personen bestehen. Mindestens zwei weibliche Starter müssen auch hier dabei sein. Der Handschlag in der Wechselzone bleibt, ebenso die 1000-Meter-Runde und die Rundenmarke.

Leer ausgehen soll niemand: Alle Teams erhalten eine Urkunde, die ersten drei zusätzlich einen Pokal. Unter allen gestarteten Teams werden Sachpreise verlost. Für bestimmte Teamkategorien gibt es eigene Wertungen, darunter Kinder- und Universitätsteams.

Was einen Staffellauf ausmacht

Im Kern ist ein Staffellauf eine Leichtathletikdisziplin, bei der mehrere Läufer nacheinander laufen und einen Staffelstab weitergeben. In Tübingen wird daraus ein Langstrecken-Teamwettbewerb mit Paaren und Handschlag, klassisch ist aber der Stab. Jeder Athlet läuft einmal die festgelegte Distanz und übergibt ihn im Wechselraum. Dieser ist grundsätzlich 20 Meter lang, bei der 4×100-Meter-Staffel seit 2018 bis einschließlich 30 Meter.

Entscheidend ist die Position des Staffelstabs, nicht die des Körpers. Übergebender und übernehmender Läufer müssen die Übergabe innerhalb des Wechselraums ausführen; Regelverstöße führen zur Disqualifikation. Fällt der Stab herunter, ist das dagegen nicht automatisch das Aus. Der Läufer muss ihn selbst aufheben und darf dafür seine Bahn verlassen – aber nur, wenn er niemanden behindert und die Strecke nicht abkürzt.

Olympische Wettbewerbe für Männer und Frauen sind die 4 × 100 Meter und die 4 × 400 Meter. Bei der 4×100-Meter-Staffel laufen alle in ihren Bahnen. In der 4×400-Meter-Staffel werden die ersten etwa 510 Meter in den jeweiligen Bahnen absolviert, dort findet auch der erste Wechsel statt; danach wechseln alle auf die Innenbahn.

In der Leichtathletik gibt es drei Übergabetechniken: Innenwechsel, Außenwechsel und Frankfurter Wechsel. Beim Innenwechsel hält der übergebende Läufer den Stab in der rechten Hand und legt ihn in die linke Hand des nächsten Läufers. Beim Außenwechsel geht der Stab aus der linken Hand des ersten in die rechte Hand des zweiten Läufers. Beim Frankfurter Wechsel wird die Methode nach jedem Läufer gewechselt, etwa Innenwechsel, Außenwechsel, Innenwechsel, Außenwechsel. So muss der Staffelstab während des Laufs nicht zusätzlich in die andere Hand genommen werden. Der Name geht auf eine Staffel von Eintracht Frankfurt zurück, die am 10. Juni 1928 mit dieser Technik einen Weltrekord lief.

Von der Pendelstafette bis zum Ekiden

In Weltrekord- und Bestenlisten finden sich neben den olympischen Strecken auch 4 × 200 Meter, 3 × 800 Meter für Frauen, weibliche Jugend und Schülerinnen, 3 × 1000 Meter für Männer, männliche Jugend und Schüler, 4 × 800 Meter und 4 × 1500 Meter für Männer sowie 4 × 50 Meter und 4 × 75 Meter im Schülerbereich. Dazu kommen weitere Wettbewerbe, etwa eine 16×50-Meter-Schülerstaffel beim ISTAF Berlin.

Kurzstaffeln bestehen aus Teilstrecken bis 400 Meter, Langstaffeln basieren auf Mittelstrecken von 800 bis 1500 Metern. Genannt werden unter anderem die Pendelstafette über 80 Meter ohne Stab, die Pendelstafette über 40 Meter mit Stab, 4 × 100 Meter, 4 × 400 Meter, 4 × 50 und 4 × 75 Meter für Schülerinnen und Schüler, 4 × 200 Meter – insbesondere in der Halle –, die Schwedenstaffel über 400, 300, 200 und 100 Meter, die Hürden-Pendelstaffel sowie die 16 × 50 Meter für Schüler beim ISTAF Berlin.

Bei der Schwedenstaffel bringen vier Personen gemeinsam 1000 Meter zusammen: 400, 300, 200 und 100 Meter. Eine weitere Staffel mit unterschiedlichen Teilstrecken ist die olympische Staffel. Im Schülerbereich gibt es außerdem Umkehr- beziehungsweise Wendestaffeln, Dreieckstaffeln, Rundenstaffeln, Hindernisstaffeln, Transportstaffeln, Memorystaffeln sowie Puzzle- oder Rätselstaffeln.

Außerhalb des Stadions heißen Langstreckenstaffeln Ekiden. Dabei wird kein Staffelstab übergeben, sondern ein Tuch, das Tasuki, oder ein Transponder verwendet. Die bekannteste und einzige Ekiden-Form mit offiziellen Weltrekorden ist die Marathonstaffel über 42,195 Kilometer. Sechs Läufer teilen sich die Strecke in Abschnitte von 5, 10, 5, 10, 5 und 7,195 Kilometern.

Im Breitensport gibt es weitere Langstreckenstaffeln wie die SOLA-Stafette und das Batavierrennen. Die LaufKulTour gilt als längster Staffellauf Deutschlands: Zwölf Personen, überwiegend Studierende der Technischen Universität Chemnitz, laufen innerhalb von 16 Tagen nonstop etwa 4000 Kilometer rund um Deutschland. Seit der ersten Tour 2007 unterstützt das Projekt jedes Jahr einen guten Zweck.

Eine Mixed-Staffel besteht aus zwei Läufern und zwei Läuferinnen. Die Mixed-Staffel über 4 × 400 Meter nahm der Deutsche Leichtathletik-Verband erstmals bei der Staffel-DM am 29. Mai 2022 ins Wettkampfprogramm auf. Staffelwettbewerbe gibt es außerdem im Schwimmsport, Skilanglauf, Triathlon, Biathlon, Kanurennsport, Orientierungslauf und Feuerwehrleistungsbewerb.

Und dann sind da noch Mannschaftswertungen im Halbmarathon, Marathon oder Crosslauf: Die Zeiten oder Platzierungen von drei Läufern werden addiert. Alle starten gleichzeitig, nicht nacheinander wie bei einer Staffel. In Tübingen wird am 24. Oktober wieder die andere Variante spürbar – wenn die erste Läuferin allein losläuft, die Schuhe auf dem Platz über den Boden scharren und irgendwo nach 1000 Metern schon der nächste Handschlag wartet.