In Tübingen sorgt ein Mensa-Check für Stirnrunzeln: Die Universität soll zu den schlechtesten Mensen Deutschlands gehören. Grundlage dafür sind Bewertungen des Essens aus der Tübinger Mensa. Klingt erstmal ziemlich eindeutig – ist es aber offenbar nicht.

Denn die Bewertungen stammen laut dem Bericht noch aus einer Zeit, in der in Tübingen Tabletts ausgegeben wurden. Diese Tabletts gibt es inzwischen nicht mehr. Was genau hinter dem Ranking steckt und warum das Tübinger Essen darin so schlecht wegkommt, kündigt die Autorin Lisa Maria Sporrer an zu hinterfragen. Veröffentlicht wurde der Artikel am 13. Oktober 2026 um 11:02 Uhr.

Reutlingen und Tübingen im bundesweiten Vergleich

Auch ein bundesweites Ranking der Hochschul-Mensen fällt für die Region wenig schmeichelhaft aus: Die Mensen in Reutlingen und Tübingen schneiden darin schlecht ab. Bei einigen Studierenden scheint das Essen tatsächlich auf Kritik zu stoßen – der Mensa-Teller sorgt also nicht überall für Begeisterung.

Konkrete Rankingplätze, Bewertungskriterien oder weitere Kritikpunkte nennt der Bericht allerdings nicht. Genau da wird es knifflig: Eine schlechte Platzierung klingt dramatisch, sagt allein aber noch wenig darüber aus, ob es um Geschmack, Auswahl, Preis, Wartezeiten oder etwas ganz anderes geht.

Wie das Mensa-Ranking zustande kam

Das Portal JobMeHappy wertete eigenen Angaben zufolge knapp 60.000 Google-Bewertungen zu 280 Mensen an 169 Universitäten und Hochschulen aus. Besonders gut bewertet wurden Mensen ostdeutscher Hochschulen. Die Tübinger Einordnung steht damit in einem deutlich größeren Vergleich – und hängt zugleich an Bewertungen, deren zeitlicher Hintergrund eine Rolle spielt.

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Unter den zehn bestplatzierten Mensen landet auf Platz eins die Mensa Süd der Universität Rostock. Auf dem Speiseplan stehen dort etwa Rumpsteak, Seelachsfilet in Eihülle und eine vegane indische Gemüse-Reispfanne. Dazu kommen Kartoffel-Sellerie-Püree, Möhren mit Zuckerschoten und Steakfrites.

Platz zwei geht an die Mensa Westerberg der Universität Osnabrück. Dort wird Knoblauch im Speiseplan gekennzeichnet; angeboten werden unter anderem Alaska-Seelachsfilet in Sesamkruste, eine vegane Blätterteigtasche mit Brokkoli und vegetarische Schupfnudeln. Als Dessert gibt es etwa Vanille-Blättereis oder gebackene Banane mit Ahornsirup.

Die Alte Mensa der Technischen Universität Dresden folgt auf Platz drei. Sie bietet vegane und vegetarische Gerichte, die allerdings vorbestellt werden müssen und ausverkauft sein können. Beispiele sind Kartoffelsticks mit mediterranem Bohnengemüse, Hirtenkäse und Spinat im Blätterteig sowie eine überbackene Frikadelle mit Beilagen.

Auf Platz vier steht die Zeughaus Mensa im Marstall der Universität Heidelberg. Seit Juli 2026 ist sie wegen der Sanierung eines historischen, 1510 erbauten Gebäudekomplexes geschlossen. Zu diesem Komplex gehören auch die Zeughaus-Bar, das Marstallcafé und das Lesecafé. Die Wiedereröffnung wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern.

Die Zentralmensa des Studentenwerks Kassel belegt Platz fünf. Täglich gibt es dort ein veganes, ein vegetarisches und ein Fleischgericht, außerdem Brötchen, Süßspeisen und Kaffee. Auf der Beispielkarte stehen eine vegane Boccolotti-Pfanne, vegetarische hessische Grüne Sauce und Hähnchenschnitzel mit Pilz-Rahmsauce.

Platz sechs erreicht die Cafeteria Zur Rosen in Jena. Sie ist seit dem Ende des Sommersemesters 2026 geschlossen. Eine studentische Initiative plant, in den Räumlichkeiten ein von Studierenden betriebenes Café aufzubauen.

Die Mensa Tanzbrunnen der Universität Freiburg landet auf Platz sieben. Dort stehen täglich fünf Gerichte zur Auswahl, darunter ein „schneller Teller“ mit Suppe oder Süßspeise. Das Angebot umfasst viele vegetarische und vegane Speisen; im Bistro gibt es außerdem einen Front-Cooking-Bereich mit gegrilltem Fleisch und Fisch. Milchreis, vegane Schupfnudelpfanne und paniertes Alaska-Seelachsfilet gehören zu den genannten Beispielen.

Auf Platz acht folgt die Mensa Schlossgarten der Universität Osnabrück mit Kinderecke und geschütztem Stillbereich. Angeboten werden unter anderem Hähnchenkebab, vegetarische Maissuppe und vegetarische Spinat-Käseknödel. Beim Dessert stehen Quark mit Johannisbeersauce und Milchreis auf dem Plan.

Die Mensa am Turm der Universität Göttingen liegt auf Platz neun. Täglich gibt es vegane und vegetarische Menüs, verschiedene Beilagen, ein Salatbuffet und Desserts. Dienstags bis donnerstags kommen One-Pot-Gerichte dazu. Genannt werden gebratener Blumenkohl, vegane Penne mit Bolognese und griechische Makkaroni; als Dessert gibt es hausgemachte rote Grütze.

Platz zehn geht an die Mensa Campus Adolf-Reichwein-Straße der Universität Siegen. Dort steht täglich mindestens ein vegetarisches oder veganes Gericht bereit. Meist sind eine frei wählbare Beilage und ein Dessert im Preis enthalten, außerdem gibt es günstige Eintöpfe. Beispiele: Buntbarsch nach westafrikanischer Art, Tortilla-Wrap mit Rinderhack und veganer Möhren­eintopf mit Kokos und Ingwer.

Was Studierende andernorts für ihr Essen zahlen

Ein Ranking erzählt nur die halbe Geschichte. In Berlin betreibt das Studierendenwerk mehr als 40 Mensen und Cafés. Die Preise reichen beispielsweise von 0,75 Euro für Kartoffelcremesuppe bis 6,95 Euro für Currywurst mit Pommes und Coleslaw; die meisten Gerichte kosten 1,75 bis 2,95 Euro.

Hamburg kommt auf mehr als 35 Mensen und Cafés. Dort liegen die Preise etwa zwischen 2 und 8 Euro. Auf den Speiseplänen finden sich Suppen, Eintöpfe, Currywurst, Pasta, Pizza sowie eine Gemüse- und Salatbar. Die Mensa „Blattwerk“ am Von-Melle-Park ist vollständig vegetarisch.

Rund 20 Mensen und Cafés gibt es in München. Das Essen kostet dort 1 bis etwa 5 Euro. Häufig stehen Pasta-, Fleisch-, Fisch-, Grill- und vegane Gerichte zur Wahl; in den meisten Mensen wird nach Gewicht abgerechnet. Desserts, Tagessuppe und der vegane „Studitopf“ ergänzen das Angebot.

In Stuttgart gibt es mehr als 15 Mensen und Cafés in Stuttgart und mehreren umliegenden Städten. Die günstigsten Gerichte kosten knapp 3 Euro, manche Hauptgerichte mehr als 5 Euro. Beim Einkauf wird laut Artikel auf Fair Trade und verantwortungsvolle Lebensmittelproduktion geachtet.

Köln zählt 15 Mensen, Bistros und Cafés. Suppen und Salate kosten häufig weniger als 1 Euro, die meisten Hauptgerichte 2 bis 3 Euro. Aktionsgerichte gibt es teilweise ab 1,60 Euro. Auf den Tellern landen traditionelle und internationale Gerichte, Suppen, Salate und Desserts.

Im Rhein-Main-Gebiet betreibt das Studierendenwerk 18 Mensen und Cafés, unter anderem in Offenbach, Wiesbaden und Rüsselsheim. Die Preise reichen von 1,10 Euro für Suppen bis zu 5–6 Euro für aufwendige Hauptgerichte. Currywurst, Pizza, Pasta, Grill- und Wokgerichte sowie vegetarische und vegane Speisen gehören zum Angebot.

Leipzig hat acht Mensen und ein Café. Dort kostet das Essen etwa 2 bis 4,50 Euro; die Auswahl reicht unter anderem von paniertem Tofu bis zu Gulasch mit Beilagen.

In Hannover und Umgebung gibt es 17 Mensen und Cafés. Meist liegen die Preise zwischen 2 und 4,60 Euro. Angeboten werden hausgemachte Pasta, Currywurst vom Strohschwein, mit Geflügel oder vegan sowie internationale und traditionelle Gerichte.

Dortmund kommt auf 13 Mensen und Cafeterien an Hochschulen in Dortmund und weiteren Städten der Region. In der „Galerie“ gibt es Brat- und Currywurst sowie Burger, in der „Food Fakultät“ Pizza und Pasta. Die Hauptmensa serviert unter anderem Kürbiscurry, Geflügel-Lasagne und Köfta. Die Preise liegen meist zwischen 1,90 und 6,50 Euro.

In Essen, Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Bottrop betreibt das Studierendenwerk 13 Mensen, Bistros und Cafés. Auf dem Speiseplan stehen Eintöpfe, Pizza, Flammkuchen, regionale Hausmannskost sowie vegetarische und