Neues Verfahren aus Ulm: Ammoniak-Entfernung gegen Eutrophierung!
Die Gewässerqualität in Deutschland ist ein ernstes Thema, und die Wissenschaft hat nun Maßnahmen ergriffen, um ein kritisches Problem anzugehen: Die Eutrophierung. Forschende der Universität Ulm haben in Kooperation mit dem Zweckverband Klärwerk Steinhäule ein Verfahren zur Entfernung von Ammonium aus kommunalen Abwässern entwickelt, das ab August 2027 für die Kommunen in der EU verpflichtend wird. Die neue EU-Richtlinie fordert eine Reduktion von Stickstoff und Phosphor in Kläranlagen, um die Wasserqualität zu verbessern und die schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren.
Aber was genau ist Eutrophierung? Im Wesentlichen handelt es sich um einen Prozess, bei dem Nährstoffe, hauptsächlich Phosphor- und Stickstoffverbindungen, in Gewässer gelangen, wodurch das Algenwachstum gefördert wird. Diese Nährstoffe sind oft sehr gut löslich und werden von Pflanzen, insbesondere von Algen, leicht aufgenommen. Bei einer Überschreitung der Selbstreinigungsfähigkeit von Seen kann dies zu massiven Algenblüten führen, die die Wasseroberfläche bedecken und die darunter lebenden Organismen von der Sonneneinstrahlung abschneiden. Dies hat letztlich fatale Auswirkungen, da der abgebauten Biomasse die Sauerstoffversorgung entzogen wird, was besonders für fischabhängige Lebewesen verhängnisvoll ist.
Innovatives Verfahren zur Ammoniumentfernung
Die Versuchsanlage, die seit Mai 2026 in der Neu-Ulmer Kläranlage getestet wird, verwendet ein Verfahren der Dampfstrippung. Dabei wird Ammonium in die Gasphase überführt, und das gereinigte Zentrum enthält schließlich nur noch geringe Mengen an Ammonium. Interessanterweise plant der Zweckverband, nicht nur den Stickstoff zu entfernen, sondern auch zurückzugewinnen und weiterzuverwerten. Ein Teil des kondensierten Dampfes wird zurück in die Kolonne geführt, um den Ammoniumgehalt zu konzentrieren. Dieser Prozess wird über mehrere Monate getestet, um die beste Möglichkeit zur industriellen Umsetzung zu finden.
Die Negativen Folgen einer erfolgreichen Eutrophierung sind vielfältig: Vergiftete Seen, die „umkippen“ und deren Wasserqualität drastisch sinkt. Giftige Gase wie Ammoniak und Methan entstehen durch anaerobe Zersetzung, während unterversorgte Lebewesen, wie Fische, in der Todeszone verschwinden. Daher sind Maßnahmen zur Eindämmung dieser Nährstoffeinträge mehr als notwendig.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Mit dieser neuen Technologie bei der Abwasserbehandlung stellt sich die Universität Ulm an die Spitze eines dringend benötigten Wandels im Umgang mit kommunalen Abwässern. Die Kombination von Forschung und praktischer Anwendung zur Lösung der Eutrophierungsproblematik zeigt, dass innovative Ideen und technologische Fortschritte Hand in Hand gehen müssen, um unseren Gewässern ein neues Leben zu schenken.
Es bleibt abzuwarten, wie sich der Test der Pilotanlage entwickeln wird, aber der erste Schritt ist gemacht. Durch das Engagement der Wissenschaft und die bevorstehenden gesetzlichen Vorgaben wird die Hoffnung genährt, dass in Zukunft unsere Gewässer wieder in voller Pracht erstrahlen können.
Für weitere Informationen zu diesen Themen werfen Sie einen Blick auf die Artikel von Universität Ulm und Studyflix.
