Ulm ehrte Professorin Esser mit Wissenschaftspreis für Batterieforschung
Am 20. Juli 2026 zogen die Stadt Ulm und ihre Wissenschaftsgemeinde alle Register, um der herausragenden Wissenschaftlerin Professorin Birgit Esser den Wissenschaftspreis 2026 zu verleihen. Oberbürgermeister Martin Ansbacher überreichte im Rahmen der traditionellen Schwörfeier den mit 7500 Euro dotierten Preis, der für Esser nicht nur eine persönliche Ehrung darstellt, sondern auch die Bedeutung ihrer Arbeit im Bereich nachhaltiger Batteriematerialien unterstreicht. Esser ist als Ulmer Sprecherin des Exzellenzclusters POLiS (Post Lithium Storage) aktiv, das innovative Ansätze zur Verbesserung der Energiespeicherung vorantreibt.
Die Forschungen von Professorin Esser sind für die künftige Energiewende von zentraler Bedeutung. Ihr Ansatz, der Grundlagenforschung mit praktischen Anwendungen in der Batterie- und Speichertechnologie kombiniert, hat bereits bedeutende Fortschritte hervorgebracht. In ihrer Funktion als Professorin für Organische Chemie an der Universität Ulm hat sie sich insbesondere der Synthese von organischen Batterieelektrodenmaterialien gewidmet. Diese Expertise fließt direkt in ihre Rolle als Gründungsdirektorin des CELEST Green Energy Lab ein, welches sich zum Ziel gesetzt hat, ein Referenzlabor für elektrochemische Energiespeicher jenseits von Lithium zu etablieren.
Die Rolle von POLiS und die zukünftigen Projekte
Der Exzellenzcluster POLiS erhält ab diesem Jahr auf sieben Jahre Fördermittel, die es ermöglichen werden, die Forschung in den Bereichen innovative Batteriematerialien und Speichertechnologien weiter zu intensivieren. Seit seiner Gründung im Jahr 2018 hat POLiS bereits viele neue Technologiekonzepte entwickelt, die sich auf nachhaltige Energiespeicherung konzentrieren. In der kommenden Förderperiode wird der Fokus auf der Realisierung von Vollzellen und der Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Batteriekomponenten liegen.
Besonders spannend ist die Identifikation nachhaltiger Alternativen zu Lithium und anderen kritischen Materialien. Forschungsteams arbeiten an Batteriesystemen, die auf Basis von Natrium, Magnesium, Calcium, Aluminium und Chlorid-Ionen entwickelt werden. Diese sogenannten Post-Lithium-Batterien versprechen nicht nur höhere Energiespeicherkapazitäten, sondern auch eine verbesserte Sicherheit und Kosteneffizienz für Massenanwendungen, was ihre Anwendungsgebiete deutlich erweitert.
Auszeichnungen und Erfolge
Die Auszeichnung durch die Stadt Ulm ist nicht die einzige Anerkennung für Birgit Esser in diesem Jahr. Sie hat zudem einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) in Höhe von zwei Millionen Euro eingeworben, der es ihr ermöglichen wird, ihre Forschungsaktivitäten weiter auszubauen. Esser hat an renommierten Institutionen wie dem MIT in den USA sowie an Universitäten in Heidelberg und Bonn geforscht und hat damit ein solides Fundament für ihre wissenschaftliche Karriere gelegt.
In diesem Jahr wurden auch andere bedeutende Wissenschaftler ausgezeichnet. Professor Peter Renze von der Technischen Hochschule Ulm erhielt ebenfalls den Wissenschaftspreis 2026, um seine herausragenden Arbeiten in der Energieforschung zu würdigen. Die Ehrung trägt dazu bei, die Innovationskraft und Exzellenz in der Region hervorzubringen und zu fördern.
So bleibt die Entwicklung in der Batterieforschung unter der Leitung von exzellenten Wissenschaftlern wie Birgit Esser und den unterstützenden Institutionen ein Thema, das das Potenzial hat, die Energiewende maßgeblich zu beeinflussen. Wer sich näher über die spannenden Projekte und Entwicklungen im Exzellenzcluster POLiS informieren möchte, kann dies auf der offiziellen Webseite POST LITHIUM STORAGE tun.
