Die Wissenschaft an der Universität Ulm erlebt derzeit einen Aufschwung, der nicht nur die Forschung vorantreibt, sondern auch vielversprechende Perspektiven für die Zukunft eröffnet. Erst kürzlich hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG zwei Sonderforschungsbereiche (SFB) der Universität Ulm verlängert. Der SFB 1506 „Alterung an Schnittstellen“ wird in die zweite Förderphase geführt. Ziel dieses Projekts ist es, die molekularen Mechanismen der Alterung an biologischen Schnittstellen genauer zu untersuchen. Der Fokus liegt dabei auf Organen wie Gehirn, Haut, Lunge und Knochen sowie auf Stammzellen und dem Immunsystem. Für diese an wichtigen Fragestellungen orientierten Forschungen stellt die DFG der Universität Ulm bis Ende 2029 circa 14 Millionen Euro zur Verfügung, was die Relevanz der Thematik unterstreicht.
Ein weiterer bedeutender Erfolg betrifft den SFB/TRR 234 „CataLight“, der nun in die dritte Förderphase eintritt. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der lichtgetriebenen Katalyse zur nachhaltigen Wasserstoffherstellung. Die DFG hat hierfür etwa 12 Millionen Euro bereitgestellt. Die Forschungsarbeiten beinhalten die Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff mit Hilfe von Sonnenlicht. Erste Erfolge dieser Projekte zeigen sich in der Entwicklung stabiler photokatalytischer Prozesse, die in polymeren Materialien verankert sind, sowie in selbstreparierenden Photosystemen. Auch innovative „Solarbatterien“ zur Speicherung von Sonnenenergie sind bereits in Sicht.
Leistungsstarker Katalysator aus Jülich
In einem parallelen Entwicklungsschritt haben das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen Universität einen neuen Katalysator-Ansatz entwickelt, der auf dem Metall Iridium basiert. Durch diesen Ansatz kann im Labor eine fünfmal höhere Aktivität im Vergleich zu bisherigen Referenzsystemen erzielt werden. Außerdem zeichnet sich der Katalysator durch seine hohe Stabilität über mehrere Tage aus. Diese Entwicklung kombiniert die Vorteile der homogenen und heterogenen Katalyse, was die Effizienz bei der Wasserstofffreisetzung deutlich steigert. Insbesondere wird Wasserstoff kontinuierlich und unverändert aus Ameisensäure freigesetzt. Iridium, das aktuell etwa 50% teurer als Gold ist, wird in eine feste Struktur eingebaut, was eine Wiederverwertbarkeit ermöglicht.
Nachhaltige Wasserstoffproduktion im Fokus
Die Herausforderungen in der Wasserstoffproduktion sind enorm. Aktuell wird Wasserstoff hauptsächlich aus fossilen Rohstoffen gewonnen, was zu erheblichen CO2-Emissionen führt. Um die Erzeugung von Wasserstoff klimaneutral zu gestalten, sind nachhaltige Rohstoffe und treibhausgasfreie Verfahren unabdingbar. Elektrolyse gilt als wichtigstes Verfahren zur Herstellung von grünem Wasserstoff, besonders wenn die benötigte Energie aus erneuerbaren Quellen stammt. Die Forschung konzentriert sich sowohl auf die Verbesserung bestehender Elektrolyse-Verfahren als auch auf alternative Methoden, die auf der Verarbeitung von Abfallprodukten basieren.
Die Entwicklungen in Ulm und Jülich sind Teil eines breiteren Trends in der Wasserstoffindustrie, der die Notwendigkeit umweltfreundlicher Produktionsmethoden unterstreicht. Förderprogramme der Bundesregierung unterstützen aktiv Forschungs- und Entwicklungsprojekte in diesem Bereich, um die Ziele des 8. Energieforschungsprogramms zu erreichen. Diese Initiativen zielen darauf ab, den Primärenergieverbrauch bis 2050 erheblich zu senken und den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen.
Mit solch einer engagierten Forschung wird die Şachverlagerung in der Wasserstofftechnologie immer greifbarer. Die Fortschritte zeigen, dass wir auf einem vielversprechenden Weg sind – um sowohl die Herausforderungen der Alterung als auch der nachhaltigen Energiegewinnung zu meistern.
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Universität Ulm, Forschungszentrum Jülich und Eura AG.