Die Universität Vechta hat einen prägenden Akteur der Designpädagogik in den Ruhestand verabschiedet: Wilhelm Köhler. Der Schreinermeister und Raum- und Formgestalter war seit 2003 Werkstattleiter im Fachbereich Designpädagogik und hat in dieser Zeit viele Studierende geprägt. Petra Brake, Vizepräsidentin für Personal und Finanzen, würdigte Köhlers Engagement und Expertise, die nicht nur in der Lehrtätigkeit, sondern auch in seiner praktischen Arbeit zum Ausdruck kamen.

Köhler kann auf eine beeindruckende Ausbildung zurückblicken. Begonnen hat alles an der Fachschule für Technik in Olsberg, bevor er in die Tischlerausbildung einstieg und wertvolle Erfahrungen in der Massivholzverarbeitung und im Treppenbau sammelte. Seine Meisterausbildung absolvierte er an der Meisterschule für Schreiner und Holzbildhauer in Garmisch-Partenkirchen, gefolgt von einem Studium an der Fachakademie für Raum- und Objektdesign. Dort setzte er sich mit den Schwerpunkten Architektur, Interieurdesign, Darstellungstechniken und Betriebsmanagement auseinander.

Ein Mann der Praxis

Mit umfangreicher Praxiserfahrung in Möbel- und Objektdesign, Messebau und der Planung von Einrichtungen, z.B. für Kirchen und Hotels, hat Köhler einen wertvollen Beitrag zur Gestaltung von Raum und Form geleistet. Besonders die Zusammenarbeit mit renommierten Firmen sowie Design- und Architekturbüros verantwortete er in seiner langjährigen Karriere. Zudem hatte er eine besondere Affinität zur CAD-CAM-CNC-Technologie, die das Design und die Fertigung revolutioniert hat.

In seiner Rolle an der Universität bereitete Köhler die Studierenden auf die Herausforderungen im Bereich Maschinentechnologie, Projektrealisierung und moderne Fertigungsprozesse vor. Auch nach seiner offiziellen Tätigkeit möchte er die Zeit mit seiner Familie und zahlreichen Reisen genießen und bleibt der Welt des Designs damit weiterhin verbunden.

Design und Bildung im Fokus

Angesichts der Relevanz von Design in Bildungsprozessen hat auch Manja Unger-Büttner, Fachhochschulprofessorin für Designforschung an der FH Dresden, wichtige Impulse gegeben. Als Vorsitzende der Region 06 des VDID engagiert sie sich dafür, die Verbindung zwischen Design und Bildung zu stärken. Ihre Arbeiten schlagen Brücken zwischen kreativen Lösungsansätzen und ethischen Fragestellungen, die in der heutigen Zeit mehr denn je relevant sind.

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Unger-Büttner betont die Notwendigkeit, die Gedanken rund um Didaktisches Design und Learning Design weiterzuverfolgen. In Workshops an Schulen bringt sie Kindern Themen wie Modularität und Nachhaltigkeit näher, was zeigt, wie vielseitig Bildung durch Design interpretiert werden kann. Ihrer Meinung nach ist es entscheidend, dass designorientierte Ansätze nicht nur in Hochschulen, sondern auch in Schulen Einzug halten und damit eine breitere Öffentlichkeit erreichen.

Im Kontext der Designpädagogik sind nicht nur gestalterische Ansätze wichtig, sondern auch die Entwicklung von Persönlichkeiten, die ethische und moralische Werte verkörpern. Diese Aspekte sind besonders relevant, wenn es um die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft geht. Der Zugang des VDID zur Wertebildung könnte dazu beitragen, genau das zu fördern.

Abschließend lässt sich sagen, dass sowohl Wilhelm Köhler als auch Manja Unger-Büttner einen wesentlichen Beitrag zur Verknüpfung von Design und Bildung leisten. Köhlers Rückzug aus der aktiven Lehre eröffnet neue Perspektiven, während Unger-Büttner die Diskussion über die Rolle von Design in der Bildung fortsetzt.