Göttingen erhält neue Impuls-Professur für bahnbrechende Astrophysik!
Die Astronomie erlebt gegenwärtig spannende Entwicklungen, und die Universität Göttingen ist jetzt ein wichtiger Teil dieser aufregenden Reise. Heute, am 10. Juli 2026, wurde bekannt gegeben, dass die Universität eine Niedersachsen-Impuls-Professur für Astrophysik eingerichtet hat. Die neue Professur für „Beobachtende Kosmologie“ wird von Prof. Dr. Richard I. Anderson geleitet, der von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) nach Göttingen wechselt. Die Förderung beläuft sich auf rund zwei Millionen Euro über fünf Jahre, mit dem Ziel, bedeutende Talente in der frühen Phase ihrer Karriere für Niedersachsen zu gewinnen und zu halten, unterstützt durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung.
### Fokussierte Forschung auf Hubble-Spannung
Prof. Anderson plant, ein umfassendes Forschungsprogramm an der Schnittstelle zwischen stellarer Astrophysik und beobachtender Kosmologie zu entwickeln. Ein zentrales Anliegen seiner Arbeit wird die „Hubble-Konstanten-Spannung“ sein, ein Phänomen, das sich aus den unterschiedlichen Messungen der Expansionsrate des Universums ergibt. Tatsächlich zeigen jüngste Studien, dass Messungen aus dem frühen Universum Werte von etwa 67 km/s/Mpc ergeben, während moderne Messungen dieser Rate etwa 73 km/s/Mpc ergeben. Diese Diskrepanz könnte auf grundlegende Missverständnisse in der Kosmologie hinweisen.
Anderson wird hierbei neue Ansätze zur spektroskopischen Untersuchung veränderlicher astronomischer Phänomene verfolgen, die nötig sind, um das Verständnis der Kosmologie zu vertiefen. Um die Hubble-Spannung genau zu untersuchen, werden aktuelle Technologien wie der Keck Cosmic Web Imager (KCWI) eingesetzt, um präzise Messungen durchzuführen. Dieses Gerät ist entscheidend für die Beobachtung der Bewegung von Sternen in linsenden Galaxien und war maßgeblich an den jüngsten Fortschritten beteiligt.
### Die Hubble-Konstante und ihre Bedeutung
Die Hubble-Konstante selbst ist ein zentrales Thema in der Kosmologie und beschreibt die Expansionsrate des Universums. Neueste unabhängige Bestimmungen haben gezeigt, dass Werte von Typ-II-Supernovae einen Wert von etwa 74,9 km/s/Mpc liefern, was die Hubble-Spannung weiter untermauert. Diese Methode zur Bestimmung der Hubble-Konstante ermöglicht eine systematisch unabhängige Überprüfung, und die Schätzungen bestätigen die bestehenden Diskrepanzen zwischen den lokalen und den frühen Universums-Messungen.
Andersons Forschung trägt dazu bei, Klarheit über diese verworrene Situation zu schaffen. Im Rahmen seiner Professur wird er nicht nur an der Erklärung der Hubble-Spannung arbeiten, sondern auch ein solides Fundament für zukünftige Studien schaffen, die darauf abzielen, das Verständnis der Natur des Universums zu erweitern.
Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Erkenntnisse aus Andersons Arbeit an die Öffentlichkeit gelangen. Eines ist jedoch sicher: Die Astronomie und Kosmologie stehen vor einer aufregenden Zeit, und die Universität Göttingen wird dabei eine entscheidende Rolle spielen.
