Heute, am 20. Mai 2026, wird an der Universität Göttingen eine neue Ära eingeläutet: Prof. Dr. Johannes Wessels wird der neue Präsident der traditionsreichen Bildungseinrichtung. Der Senat der Universität hat einstimmig für Wessels gestimmt, und auch der Stiftungsausschuss brachte seine Zustimmung in vollem Umfang zum Ausdruck. Wessels, derzeit Rektor der Universität Münster, tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Axel Schölmerich an, der seit dem 1. März 2025 als Interimspräsident tätig war.
„Ich danke für das Vertrauen und möchte auf der soliden Basis meines Vorgängers arbeiten“, äußerte Wessels nach seiner Wahl. Dies zeigt, dass ihm die Kontinuität und das Erbe seines Vorgängers wichtig sind. Schölmerich selbst, dessen Amtszeit einem turbulenten Zeitraum folgte, lobte Wessels als perfekte Wahl für das Präsidentenamt und hebt dessen umfangreiche Erfahrung in der Hochschulführung hervor.
Ein Blick auf die Vorgeschichte
Die Wahl des neuen Präsidenten erfolgt vor dem Hintergrund einer bewegten Geschichte an der Universität Göttingen. Der vorherige Präsident, Metin Tolan, wurde 2024 aufgrund von verlorenen Vertrauensvoten und einer späteren Entlassung vom niedersächsischen Wissenschaftsministerium abgesetzt. Eine Klage gegen seine Entlassung führte zu einem Vergleich, der Tolan eine Abfindung einbrachte, während das Verwaltungsgericht Göttingen bestätigte, dass ihm in seiner Amtsführung „nichts zur Last gelegt“ werden konnte.
Diese Herausforderungen zeigen, wie dynamisch und herausfordernd das Hochschulsystem in Deutschland ist, das seit der Föderalismusreform von 2006 den Bundesländern mehr Autonomie bietet und Hochschulen zu Körperschaften des öffentlichen Rechts gemacht hat. Wessels, der 1962 geboren wurde und Physik an der Universität Heidelberg studierte, bringt zu seiner neuen Position nicht nur die Erfahrung aus seinen bisherigen Ämtern, sondern auch die Auszeichnung „Rektor des Jahres“ des Deutschen Hochschulverbands von 2018 mit.
Die Vision für die Zukunft
Wessels‘ Amtszeit, die voraussichtlich Ende 2026 beginnt und sechs Jahre dauern wird, wird in den Fokus der Hochschulreform und -entwicklung rücken. Der neue Präsident wird vor Herausforderungen stehen, die durch den zunehmenden Wettbewerb im Hochschulsektor und die Notwendigkeit einer Internationalisierung geprägt sind. Die Strukturen innerhalb des deutschen Hochschulsystems, die 396 Hochschulen umfassen, bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten für Studierende und Wissenschaftler und stellen gleichzeitig hohe Anforderungen an die Führungspersönlichkeiten.
Wie Wessels selbst bereits angedeutet hat, plant er, seine Erfahrungen aus der Universität Münster in die Arbeit an der Universität Göttingen einzubringen. Hierbei wird er die Bestrebungen zur Verbesserung der Lehre und Forschung, die Einführung internationaler Studiengänge sowie die Unterstützung von Studierenden, darunter auch Flüchtlinge, im Blick haben.
In einer Zeit, in der die Hochschulen eine Schlüsselrolle in der Wissensgesellschaft spielen, ist es entscheidend, die Grundlagen für eine innovative und erfolgreiche universitäre Ausbildung zu schaffen. Johannes Wessels hat sich in der Vergangenheit als ein fähiger und umsichtiger Akademiker bewährt, und die akademische Gemeinschaft blickt gespannt auf die Entwicklungen unter seiner Führung.
Für weitere Informationen lesen Sie bitte die Berichterstattung von Universität Göttingen, NDR und die Analyse von bpb.