Mit der warmen Jahreszeit beginnt für viele Menschen die Grillsaison. Doch während der Duft von gegrilltem Fleisch in der Luft liegt, schwappt auch die Gefahr von Grillunfällen rüber. Dr. Anieto Enechukwu, Leiter des Schwerbrandverletztenzentrums Niedersachsen an der MHH, gibt wichtige Hinweise zu den Risiken und Notfallmaßnahmen, die bei einem Feuerunfall zu beachten sind. Laut MHH ereignen sich in Deutschland jährlich etwa 4.000 Grillunfälle mit Brandverletzungen.

Die häufigsten Verletzungen betreffen Gesicht, Hände und Unterarme. Nicht selten hinterlassen die Brandwunden dauerhafte Narben, die sowohl das äußere Erscheinungsbild als auch die Beweglichkeit einschränken können. Besonders schwere Verletzungen erfordern komplexe Therapien, bei denen oft mehrere Operationen und Hauttransplantationen notwendig werden. Alkoholgenuss und Leichtsinn gelten als häufige Ursachen für diese Unfälle. Ein typisches Szenario ist das Stolpern über einen brennenden Grill, was gefährliche Folgen haben kann.

Sicherheitsvorkehrungen beim Grillen

Die Feuerwehr Hannover rät zu bestimmten Sicherheitsmaßnahmen, um Unfällen vorzubeugen. So sollte ausschließlich im Freien und in sicherem Abstand zu brennbaren Materialien gegrillt werden. Das Grillgerät sollte kippsicher aufgestellt werden und nur zugelassene Grillanzünder zum Einsatz kommen; dringend davon abzuraten ist die Verwendung flüssiger Brandbeschleuniger wie Benzin oder Spiritus, da es hier zu Verpuffungen und Stichflammen kommen kann.

  • Grill immer im Freien betreiben.
  • Niemals im Wald oder am Waldrand grillen.
  • Grill kippsicher aufstellen.
  • Nur zugelassene Grillanzünder verwenden.
  • Keine brennbaren Flüssigkeiten auf die Grillkohle gießen.
  • Grillfeuer nie unbeaufsichtigt lassen.
  • Kinder fernhalten vom Feuer.
  • Glut nach dem Grillen löschen und nicht in Mülltonnen oder Komposthaufen schütten.

Doch was tun, wenn ein Unfall passiert? Dr. Enechukwu gibt Tipps zur Erstversorgung: Kleinere Verbrennungen sollten mit kühlem Leitungswasser gekühlt werden, bis eine Schmerzlinderung eintritt und solange es angenehm ist. Es ist wichtig, eine Unterkühlung zu vermeiden. Die Wunde anschließend mit einem keimfreien Verbandtuch abdecken – Druck sollte dabei nicht ausgeübt werden.

Erste Hilfe und ärztliche Maßnahmen

Größere Brandwunden, die mindestens die Größe eines Handtellers erreichen, erfordern umgehend ärztliche Hilfe, idealerweise in einem spezialisierten Krankenhaus. Dort können Fachleute einschätzen, ob spezielle Behandlungen nötig sind. Brandblasen sollten nicht selbst behandelt werden – es ist ratsam, nicht auf die Blasen zu stechen, um Infektionen zu vermeiden. Wundsalben mit Panthenol können zur Schmerzlinderung beitragen. Bei Wunden, die nicht abheilen, ist es ratsam, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, wie Hundertprozent berichtet.

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Es ist wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und im Falle eines Grillunfalls schnell zu handeln. Die richtige Vorbereitung und Vorsicht können helfen, die Freude am Grillen zu genießen, ohne gesundheitliche Schäden zu riskieren.