Die Türen zu den deutschen Hochschulen stehen internationalen Studierenden offen, doch der Weg dorthin ist nicht immer klar. Zwei grundlegende Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Zum einen sind Sprachkenntnisse auf C1-Niveau erforderlich, und zum anderen braucht es eine Hochschulzugangsberechtigung, die vergleichbar mit dem deutschen Abitur ist. Diese Rahmenbedingungen sind entscheidend für junge Geflüchtete, die an Universitäten wie der Ruhr-Universität studieren möchten, da sie oft aus Ländern mit unterschiedlichen Bildungssystemen kommen. Häufig bringen sie lediglich einen Sekundarschulabschluss mit, der in Deutschland durch eine schulische Ausbildung ergänzt werden muss, wie news.rub.de berichtet.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bietet die Ruhr-Universität mit dem Programm „Studienspur Plus“ eine gezielte Vorbereitung an. Dieses Studienvorbereitungsprogramm ist seit 2025 verfügbar und richtet sich speziell an internationale Interessierte, egal ob sie einen Fluchthintergrund haben oder nicht. Geleitet vom International Office und gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft, beginnt das Programm mit einer intensiven Sprachphase von 20 Wochenstunden, in der die Teilnehmenden die deutsche Sprache erlernen. Dabei wird nicht nur die Sprache vermittelt, sondern auch ein Verständnis für die organisatorischen Gegebenheiten an Hochschulen geschaffen, inklusive der ungeschriebenen Gesetze und kulturellen Besonderheiten.
Studieninteresse und Fachliche Ausbildung
Was kommt nach der Sprachvorbereitung? In der zweiten Phase des Programms entscheiden die Teilnehmenden, ob sie sich auf mathematisch-naturwissenschaftliche oder geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Fächer konzentrieren möchten. Im Rahmen eines einsemestrigen Kurses, der vier Stunden pro Woche dauert, können sie sich auf ein bestimmtes Fachgebiet vorbereiten. Die Fakultät für Mathematik und das Institut für Deutschlandforschung gestalten diese Kurse. Dr. Frank Hoffmann und Reemda Hahn betreuen den geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Kurs, während Dr. Eva Glasmachers Mathematikunterricht gibt, der entscheidend für die späteren natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge ist.
Aber damit nicht genug. Alle Teilnehmenden bereiten sich auch auf die Studieneignungsprüfung „TestAS“ vor, die am Ende des Programms ansteht. Nur diejenigen, die erfolgreich abschließen, erhalten die Hochschulzugangsberechtigung an der Ruhr-Universität. Diese praxisnahe Ausbildung wird durch eine angepasste Zulassungssatzung unterstützt, die den „alternativen Hochschulzugang“ gemäß dem Hochschulgesetz von Nordrhein-Westfalen berücksichtigt. Fakultäten, die an der Durchführung der Fachkurse interessiert sind, sind herzlich eingeladen, sich beim International Office zu melden.
Ermutigende Ergebnisse
Es gibt bereits erste Erfolge zu verzeichnen: Die ersten Absolvierenden des Programms sind in einem Bachelor-Studiengang an der Ruhr-Universität eingeschrieben, und derzeit nehmen 42 weitere Teilnehmende an „Studienspur Plus“ teil. Diese Programme zeigen, dass es mehrere Bildungsabschlüsse gibt, die zur Hochschulreife berechtigen und somit den Zugang zu unterschiedlichen Studiengängen an Universitäten, Fachhochschulen oder Akademien in Deutschland ermöglichen, wie die Bundesagentur für Arbeit hinweist. Eine klar definierte Übersicht über die verschiedenen Studienformate ist ebenfalls verfügbar, was die Entscheidung für den richtigen Bildungsweg erleichtert.