Pioneering Nachhaltigkeit: Paderborner Wissenschaftler entwickeln DualStrat-Modell
Die Transformation in Unternehmen steht im Fokus der Wissenschaft und Industrie – besonders wenn es um die Verbindung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung geht. Die Wissenschaftler*innen der Universität Paderborn haben hierzu das Projekt „DualStrat“ ins Leben gerufen, das einen strategischen Managementansatz für die sogenannte „Duale Transformation“ in Industrieunternehmen entwickelt. Diese Transformation umfasst sowohl den digitalen als auch den nachhaltigen Wandel und ist deshalb für Unternehmen mittlerweile unverzichtbar geworden.
Wie die Universität Paderborn berichtet, wird mithilfe von konzeptionellen Modellen, Methoden und Instrumenten zur datenbasierten Nachhaltigkeitssteuerung an der effizienten Gestaltung dieser Transformation gearbeitet. Thorben Scholz, einer der Forscher, hebt hervor, wie wichtig digitale Technologien sind, um wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele zu erreichen. Besonders in der produzierenden Industrie spielt dies eine zentrale Rolle, denn hier gibt es zahlreiche beeinflussbare Nachhaltigkeitsaspekte zu beachten, angefangen bei den verwendeten Rohstoffen bis hin zum emissionsarmen Produkteinsatz.
Nachhaltigkeit als Treiber der Industrie
Der europäische Grüne Deal untermauert diesen Wandel mit weitreichenden Zielen: Bis 2050 soll eine klimaneutrale Gesellschaft realisiert werden, was bedeutet, dass keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr erlaubt sind. Diese ehrgeizigen Vorgaben stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen, bieten aber auch die Chance, das Potenzial für emissionsarme Technologien und nachhaltige Produkte zu nutzen. Die neue Industriestrategie der EU zielt darauf ab, den grünen und digitalen Wandel zu fördern sowie die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu stärken. Unternehmen sind gefragt, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern und innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln, um die anstehenden Veränderungen erfolgreich zu meistern. Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet das Projektkonsortium von „DualStrat“ eng mit Partnern aus der Industrie zusammen, darunter renommierte Unternehmen wie Weidmüller und Schmitz Cargobull.
Ein integrierter strategischer Ansatz ist notwendig, um die unterschiedlichen Stakeholder in den Transformationsprozess einzubeziehen. Im Rahmen von „DualStrat“ wurden unter anderem ein digitaler Produktpass sowie eine datenbasierte Analyse des Produktlebenszyklus entwickelt. Diese Instrumente sollen Unternehmen dabei unterstützen, eine umfassende Nachhaltigkeitssteuerung zu etablieren.
Gemeinsam an einer grüneren Zukunft arbeiten
Das Projekt, das über drei Jahre mit 3,28 Millionen Euro vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde, zeigt auf, dass es noch viel zu tun gibt. Obwohl bereits wertvolle Forschungsergebnisse erzielt wurden, ist die systematische Umsetzung der dualen Transformation in der Industrie noch nicht die Norm. Aktuell laufende Projekte wie „GoProZero“ und „iPassPro“ vertiefen die Forschungen weiter. Ein kontinuierlicher Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie spielt dabei eine entscheidende Rolle, um die erarbeiteten Konzepte in der Praxis anzuwenden und zu etablieren.
Die Ergebnisse des Projekts sind nicht nur für Wissenschaft und Forschung von Interesse. Auf der it’s OWL Innovationsplattform sind sie in Form von Vorträgen, einem Whitepaper und Projektvideos kostenfrei zugänglich. Dies bietet einen wertvollen Einblick in die Fortschritte und Entwicklungen, die in der Welt der dualen Transformation stattfinden.
Zusammenfassend zeigt sich, dass Unternehmen, die den nachhaltigen und digitalen Wandel aktiv angehen, nicht nur die Vorgaben des Europäischen Grünen Deals erfüllen, sondern auch echte Chancen für eine zukunftsfähige Wirtschaft erkennen können. Mit der richtigen Strategie und den passenden Partnern an der Seite können sie einen bedeutenden Beitrag zu einer gerechtigkeitsorientierten und ressourceneffizienten Gesellschaft leisten.
